Freitag, Juni 09, 2017

shit hapens oder das Ding mit dem Ding

Langsam befinden wir uns im Endspurt zur Startlinie für unsere Skandinavien Tour.
Noch einmal treffen wir uns für letzte Besprechungen, wer was wie warum und wie viel davon.
Gaffa Tape, Kabelbinder, Reifen Flickzeug, Sicherungen, Ersatzbirnen usw.
Alles will nochmals genau besprochen werden.
Karten werden gesichtet.


Pizzas vernichtet, Flaschen gehöhlt. 

An einigen wenigen Orten werden noch Korrekturen an der Route angebracht, führen dazu das die eine Hotel Buchung storniert, eine andere getätigt wird.
Wir entscheiden uns nun doch für den weiteren Weg zwischen dem Velsnfjorden und Bodo.


Im negativen verlängert sich dadurch die Tages Etappe um immerhin 100 Kilometer, liegt aber immer noch innerhalb des erträglichen Maximums.
Im positiven ergibt sich dadurch eine deutlich gemütlichere Gangart auf den Lofoten.

Ebenfalls angepasst die Strecke von Laerdal nach Bergen. Wir entscheiden uns gegen den Laerdalstunnel und somit gegen den mit 24,51 Km längsten Strassentunnel der Welt.


Muss nicht sein finden wir, nehmen in Kauf, das sich auch diese Strecke um ettliche, dafür umso interessante Kilometer verlängert.

Der Rest wird für Gut befunden und bleibt wie er ist.

"shit happens oder das Ding mit dem Ding". Wieso dieser Titel?

Bereits auf der Tour in den Vogesen hat sich angedeutet, was nun zur Gewissheit wird. Der kleine Prinz von Corinne leidet an Inkontinenz.
Der rechte Sturzbügel zeigt Spuren eines dunklen irgendwas. 
Nicht erklärbar.
Feucht zwar, schwarz auch. 
Aber kein Öl.
Abwischen und im Auge behalten.

Im Graubünden, Wochen später, wieder schwarze Spuren am Sturzbügel.
Stellenweise auch an Corinnes Stiefeln.
Was ist es und woher kommt es?
Da der Duke eh zum Onkel Doktor muss zwecks neuen Eisen auf die Hufe, kann Toni von Gaberthuel Moto Racing ein klärendes Auge darauf werfen.

Er wirft und bestätigt was ich längst befürchte,
"ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto"
"ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, ein Loch!"

Der Eimer in diesem Fall der Kühler, das Loch eben ein Loch.
Der Auftrag klar.
"verstopf es, oh Henry, oh Henry, oh Henry"
"verstop es, oh Henry, oh Henry - machs dicht!"


Henry ist in unserem Fall Toni Gaberthuel.
Wie das Loch in den Eimer... ähhh Kühler kommt, keine Ahnung, es ist einfach da.

Es bleiben noch 12 Tage. Wir behalten die Nerven.
Beginnen mit bereit legen der Dinge die unbedingt mit sollen auf die Tour.

Ich weiss jetzt schon, einmal mehr, das ich dankbar bin, die mittlerweile zahlreichen Taschen von Kriega und Enduristan in den unterschiedlichsten Grössen zu besitzen. Von ganz klein bis sehr gross.
Danke Marc von MMD Adventures, Du hast für jede unserer Fragen zum Thema Gepäck und Ausrüstung eine passende Lösung.
Egal ob wir nun 700 oder 7000 Kilometer unterwegs sind.

Mittwoch, Mai 31, 2017

unsere Wegpunkte der letzten Jahre

Die Blogseite wird immer mal wieder überarbeitet und ergänzt.
Eine dieser Ergänzungen ist nun in diesem Post, bzw hier zu finden.

Eine Übersicht all der Pässe im In- und Ausland welche wir befahren haben, noch befahren werden.

Ebenfalls eine Übersicht über all die Hotels welche wir während den letzten Jahren besucht haben und welche wir jederzeit wieder berücksichtigen würden.

Natürlich ist die Liste nicht Vollständig, wird laufend ergänzt.
Zu einem späteren Zeitpunkt werden die einzelnen Punkte mit unseren Fotos und Links zu den Touren ergänzt werden

Viel Spass beim stöbern.

Montag, Mai 29, 2017

ir per las vias

Genau das haben wir vor..... "ir per las vias"
Wir wollen uns diese Pfingsten auf den Strassen Graubündens herumtreiben.

Klar, Staumeldungen ohne Ende im Radio. Bereits am Mittwoch vor Auffahrt werden die gemeldeten Staus länger und länger.
"stuair morder" sagt der Bündner wenn er meint, man müsse dann halt eben in den sauren Apfel beissen.

Donnerstag

Noch ist es nicht so weit. Staufrei gehts nach Brunnen.
Am Abend vorher kam eine Anfrage nach Hilfe beim verladen eines liegen gebliebenen Motorrades.
Klar, wir helfen.


Keine grosse Sache. Noch kurz einen Kaffee und wir sind wieder unterwegs.
Auf der Axenstrasse dann Stau. "stuair morder"?
Nein, nur kurz und es rollt wieder. ohne Probleme erreichen wir Andermatt. Kurz nach der ersten Kurve einen Reisebus überholen und die Passtrasse liegt frei vor uns.



Talwärts sind wir bis auf ein paar andere Biker alleine unterwegs.
So haben wir es erhofft.
In Disentis gehts rechts weg in Richtung Lukmanier. Dieser steht auch in diesem Jahr wieder auf der Liste des FMS Pässewettbewerbs, so wie alle anderen die wir uns die nächsten vier Tage vorgenommen haben.
Durch eine Galerie fahrend, erscheint mir die Welt etwas dunkler als sonnst.
Könnte an meiner verspiegelten Motocross Brille liegen. Sieht zwar sau cool aus das gelblich orange verspiegelte Glas, hat aber grosse Einbussen sobald es dunkler wird, weshalb ich meist noch eine zweite dabei habe.
Aber irgendwie erkenne ich das es diesmal wohl nicht an der Brille liegt.
"ööööhhh Scha-atz... chasch Du mer säge ob i Liecht han?"
Corinne fährt für einmal ungewohnter weise vor mir.
"nä-ä, ergendwie ned so rechtig. Aso scho-oo aber nome schwach. Aso eigentli ned".
Aha, das ist mal ein klare Aussage. Damit kann ich etwas anfangen.
Zumindest wie ich auf der Passhöhe anhalte und meiner "Zicke" mal tief in die Augen sehe.
Ausser Standlicht brennt da nicht mehr viel.
Die Ersatzbirne welche sonnst meist dabei ist, liegt zu Hause beim anderen Zeugs was mit ans Nordkap kommt.
Bedeutet also, Dani fährt die nächste Zeit mit Volllicht.

Wir folgen der Passstrasse hinunter bis nach Rongie. Ein kleines Dorf vor Loderio an dem wir normalerweise ziemlich achtlos vorbei fahren.
Nicht heute.
Heute geht es links den Berg hoch nach Dandrio im Valle di Blenio.
Spricht man mit einem Einwohner aus dem Valle di Blenio, so spricht man mit einem Bleniser.
Einen anzutreffen ist etwas schwieriger. Angeblich gibt es noch gut 180 Bleniser.
Einige von ihnen trifft man im Sommer eventuell im Ristoro Alpino Furbeda.


Das Ristoro Alpino sei mal die Dorfschule gewesen.
Die Wirtin zeigt uns die Zimmer. Gut zehn Personen können hier übernachten, einmal sechs, einmal vier in einem Zimmer.


Wir geniessen etwas kühles zu trinken und einen Teller mit Spezialitäten, Käse und Fleisch aus der Gegend .
Die Wirtin hat übrigens sehr sehr Freude an uns Pässewettbewerb Teilnehmern.


Nach dieser Stärkung zieht es uns weiter, wie wir gekommen sind auf der selben Strasse wieder hinunter und weiter Richtung San Bernardino.

Noch einmal vorbei an dem kleinen Stausee....


obwohl.... so klein scheint die Staumauer nicht von unten gesehen


In der Nähe von Bellinzona kurzer Tankstopp.
Die "Dicke" hat sichs wieder üppig gegeben heute.

Die Passstrasse hoch zum San Bernardino gefällt uns aussergewöhnlich gut. Müssen leider erkennen das wir diese viel zu wenig befahren.

Die Passhöhe liegt auf 2067 M.ü.M.
San-Bernardino kommt eigentlich von Sankt Bernhardin. Der Pass hiess zuvor "Mons avium" oder Vogelberg.
Im 15. Jahrhundert wurde zu Ehren des heiligen Bernhardin von Siena eine Kapelle erbaut, der Pass seither San Bernardino genannt.
Wie bei vielen anderen nutzten auch diesen Übergang bereits die Römer, jedoch weiter östlich der heutigen Passstrasse, am Fuss des Piz Uccello, zu Deutsch Vogelhorn.
1967 wurde der Strassentunnel für den Verkehr eröffnet. Für uns Motorradfahrer jedoch weit weniger attraktiv.


Wenige Kilometer trennen uns noch von unserer heutigen Unterkunft in Splügen.
Aber erst geht es über zahlreiche enge Kehren hinunter.
"Rein Posteriur" oder eben Hinterrhein, einer der Quellflüsse des Rheins.
Splügen ist dabei die grösste Ortschaft im Tal des Hinterrhein.
Wakkerpreis 1995 für beispielhaften Schutz des Ortsbildes, ein kleines Skigebiet und die Burg Splügen des Freiherren von Vaz.
Wir sind am Zielort, haben aber nur noch Augen für die für uns wichtigen Dinge.
Bier, Zimmer, Dusche, Bier, Speisekarte.
Bei ersterem sind wir gerade, als eine blaue "GO" um die Ecke kommt. Fahrer und Beifahrerin aus der Gegend von Karlsruhe.
Man findet sich "simpatic"
Bestellt Bier und Essen, plaudert über dies und das und 990er Adventure im besonderen und schnell ist es halb zwölf.
"dorma bain"... normalerweise wären wir schon längstens im Bett.

Freitag

Nach dem Frühstück geniessen wir zusammen mit unseren neuen Bekannten das tolle Wetter, die Morgensonne, den frischen Kaffee und nicht zuletzt das tolle Panorama.


Für die beiden geht es weiter via Splügenpass runter in die Toskana, für uns gehts zum nächsten Garagisten.
Licht muss her.
Er hätte Birnen, wenn es denn eine H7 sei, das sei vermutlich eine H7 und solche hätte er schon, aber da müsse man wohl das halbe Motorrad auseinander nehmen.
Müsse man nicht und ich würde es selber machen ich bräuchte nur eine solche H7.
So eine habe er.
BRING SIE!
Er bringt, sie passt.


Auf dem Splügen geraten wir in einen Schwarm von "irgendwas". Keine Ahnung was für Viecher das sind, aber es ist hässlich.
Innert Kürze sind unsere Motorradanzüge und unsere Bikes übersät mit den Resten der Viecher.

Dafür entschädigt einmal mehr das Panorama.


Die Fahrt hinunter nach Chiavenna ist dann nicht ganz so entspannt wie gehofft. Der Verkehr hat etwas zugenommen, bzw es gibt wenige Stellen an denen Überholen möglich scheint.
Egal, wir haben Zeit und auf die Art auch Gelegenheit die Gegend etwas zu betrachten.

In Chiavenna gibts dann erst Mal einen Kaffee. Ziemlich viel los an dieser Kreuzung. Hier trennt sich der Verkehr, die einen Richtung Splügen, die anderen hinunter Richtung Comer See, der Rest Richtung Maloja und der Schweiz.

Wir also Richtung Maloja. Kein Mensch auf der Strasse. Ein Lastwagen, wird aber Ausgangs Linkskurve easy überholt.
Super, alle Kurven frei.

Ich müsse auch mal wieder auf ein Foto... wie war das noch mal mit dem in den sauren Apfel beissen?
Ich beisse und stelle mich vors Panorama.
Quasi das Massiv vor dem Massiv.


Weiter gehts, vorbei am Silvaplana, Richtung Julier. Auch auf diesem gibts ein Foto für den Pässewettbewerb.

Auf diesem Foto ist für einmal der Hintergrund beinahe spannender als der Vordergrund.
Knapp 19 PS mit Anhänger.


Vom Julier via der Lenzerheide und Chur, vorbei an Flims und Laax nach Ilanz.
Von Ilanz  hinein ins Val Lumnezia. Es ist einmal mehr der Pässewettbewerb der uns auf diese wunderbare Route führt.
Tolle Kurven, wunderbare Ausblicke, ein ums andere Mal. Am Ende steht Puzzatsch.



Hier ist Endstation... zu mindest für den motorisierten Zweirad Verkehr.
Wir fahren also zurück nach Lumbrein.
Hier werden wir übernachten. Finden ein hübsches Zimmer vor, entgegen der Reservation mit Dusche und WC anstelle der Etagen Dusche.

Abendessen auf der Terrasse, inklusive Sonnenuntergang.
Eine Kollegin meldet sich via Facebook, möchte sich uns anschliessen.
Cool, wir verabreden uns für den morgigen Tag. Sie wird ca 9 Uhr bei uns im Hotel eintreffen.

Samstag

Wir haben wunderbar geschlafen. Geniessen das Frühstück auf der Terrasse des Hotels.




Verena ist auch bereits eingetroffen.

Zusammen fahren wieder ins Tal. Kurz vor Ilanz biegt links die Strasse weg Richtung Luven.
Die Strasse wird immer enger hinauf zum Cuolm Sura. Ein Ausblick hinunter ins Tal. Traumhaft.



Einmal mehr, wir werden nicht Müde es zu betonen. Auch diesen Flecken hätten wir ohne den Pässewettbewerb kaum entdeckt.

Durch die Ruinaulta geht es Richtung Bonaduz.
Ruinaulta ist zusammengesetzt aus den beiden rätoromanischen Wörtern Ruina für Geröllhalde und aulta, für hoch.
Ëntstanden durch den Flimser Bergsturz vor über 10'000 Jahren als sich der Vorderrhein einen Weg durch die Gesteinsmassen des Flimserstein und dem Piz Grisch frass.



Für uns gehts nach einem kurzen Tankstopp weiter Richtung Albula.
Das Fröilein legt sich dabei ganz schön ins Zeug. Ohne dabei auf die nötigen Sicherheitsreserven zu verzichten.


Zu schade um gleich wieder ins Tal zu fahren. So viel Zeit muss sein.


Hinunter, vorbei am Restaurant des Herrn Buhmann, geht es weiter Richtung St. Moritz.
Wir haben jedoch den Bernina als Ziel.
Wieder sind wir beinahe alleine unterwegs. Ich hätte bei diesem Hammer Wetter viel mehr Verkehr erwartet.

Einmal Lago Bianco mit und einmal ohne Fröilein



Unterwegs begegnen uns zwei sonderbare Fahrzeuge.... ich kann es mir nicht verkneifen sie am nächsten Rotlicht zu fotografieren.



Später erklärt mir das deutsche Magazin "Auto Bild" das es sich dabei um 2 Geely GC9 handelt.
China will damit anscheinend den europäischen Markt erobern.
Die beiden Fahrer findens nur bedingt lustig. Ich bin froh wirds gerade wieder grün.
"Und tschüss"

Wir passieren die Grenze zu Italien und fahren Richtung Stelvio, bzw Umbrail.
Dieser beginnt im Italienischen Bormio und endet im Schweizerischen Santa Maria im Val Müstair, unserem heutigen Tagesziel.

Die Passtrecke hoch zum Umbrail ist genau nach unserem Geschmack. Enge Kurven mit genügend Geraden um zu überholen.
Wir haben riesigen Spass.

In Santa Maria angekommen trinken wir noch etwas zusammen, danach verlässt uns Verena wieder. Sie fährt heute noch nach Hause, muss leider morgen Sonntag arbeiten.

"es het mega Spass gmacht met der Verena. Gärn weder emol"

Wir sitzen auf der Terrasse des Hotels, lernen Steffu und Sepp aus dem Berner Oberland kennen.
Sie fahren in die Dolomiten und machen hier einen Zwischenstopp.
Das eine oder andere Bier, den einen mehr oder weniger lustigen Spruch betreffend KTM. Bald ist es Zeit fürs Bett.

Sonntag

Einmal mehr ein tolles Zimmer. Sehr nette Wirtin und ein tolles Frühstück. Hier könnte man es aushalten.



Aber für uns geht es heute nach Hause. Die vier Tage schon beinahe wieder rum.
Für mich, egal wie lang oder wie kurz eine solche Ausfahrt ist, ist immer auch ein wenig Wehmut mit im Spiel. Aber noch liegt ja der ganze Tag vor uns.

Es ist merklich wärmer geworden. Bereits jetzt um 09:00 Uhr schon beinahe 20 Grad.

Wir fahren über den Ofenpass hinunter nach Zernez. 
"eimol volltanke und Schiebe botze bitte".
Noch mehr Viecher machen sich auf dem Windschild der "Dicken" breit.
Ein hässliches Bild. Das eine oder andere wird wohl nächstens noch dazu kommen.

Auf der Strasse zum Flüela ist reger Betrieb. Für einmal macht überholen wenig Sinn. So schalten wir einen Gang zurück und geniessen die Aussicht.
Unterhalb der Passhöhe treffen wir auf den Arm des Gesetzes.... viele Arme.. sehr viele Arme... und sie scheinen alle ziemlich beschäftigt.
Uns lassen sie unbehelligt.
Via Davos Wolfgang, Klosters gehts nach Küblis.
Mit jedem Meter den wir tiefer kommen steigt das Thermometer. Bald stehen 30 Grad auf der Anzeige.
Prompt verpasse ich den nächsten Wegpunkt auf unserer Tour. Partnun.
Es vergehen einige Minuten bevor ich merke das da noch was gewesen wäre.
Wir drehen um, erwischen jetzt den richtigen Abzweiger hoch Richtung Sankt Antönien.
Eine Traumstrasse, eine Kurve nach der anderen, genau im richtigen Abstand mit dem genau richtigen Radius. Wir kommen ins gleiten, man könnte es auch surfen nennen.
Motorradfahrer wissen wohl was ich meine.

Kurz vor dem Ziel des Pässewettbewerbs halten wir beim Restaurant Sulzfluh, da das Alpenrösli geschlossen hat.
Durst und ein wenig in die Berge schauen.





Zugegeben... etwas komisch mutet es uns schon an, wir hier mit unseren Motorrädern unter all den Wanderern. So sind wir froh als unvermittelt zwei "einheimische EXC Käthen" auftauchen. Noch besser, kurz darauf hören wir das brummen einer GS.
Tatsächlich taucht alsbald eine GS ums Eck auf.
Koni, wie sich der Fahrer vorstellt. Er kennt uns und unsere Touren aus dem Internet. Ich habe leider keine Ahnung wer ER ist. Ein seltsames Gefühl.

Die Einladung zu Kaffee müssen wir leider ausschlagen wir haben noch einen ziemlichen Heimweg.
Und sind zu dem noch mit Hansruedi verabredet unterwegs.
(Koni, bitte melde Dich doch mal .... und sorry das wir keine Zeit mehr für einen Kafi hatten).

Wir machen uns also auf die Socken.
Luzisteig sammeln wir im vorbei weg ein. Auch dies eine Pässewettbewerb Wegmarke.
Richtung Walensee wird die Hitze quälend.
34 Grad. Zum Glück gibt es etwas Schatten entlang des Walensees und hinauf auf den Kerenzerberg.
Wir treffen Hansruedi, sitzen bei ihm zu Hause im schattigen Garten.
Herrlich
"Danke schön Hansruedi."

Obwohl es auf dem Klausenpass etwas kühler ist, man sieht es Corinne an, wir sind langsam am Punkt wo es genug ist, haben aber noch knappe 100 Kilometer vor uns.



Und ja, meist schreiben wir davon, wie schön und toll das Reisen, unsere Ausfahrten sind.
Sind sie ja auch, unbestritten.
Aber es gibt auch die Momente die weniger toll sind, wo dir einfach nur der Arsch weh tut. Die Strecke langweilig ist, der Verkehr zu dicht, das Wetter zu heiss, zu nass, zu kalt oder was auch immer, ist.
Diese Momente gibt es eben auch... die wo du tatsächlich in den sauren Apfel beissen musst.
"stuair morder"

Heute ist wieder so ein Moment. Wir beissen in den sauren Apfel und erdulden die restlichen Kilometer bis nach Hause.

Ich freue mich auf eine tolle Pizza von unserem Lieblings Pizza Kurier.
Mir läuft jetzt schon beinahe das Wasser im Munde zusammen.

aber noch einmal heisst es heute "stuair morder".
Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Hier wie üblich der Link zur GPX Datei zum downloaden.

Montag, April 17, 2017

Kurvenfieber in den Vogesen

Ostern steht vor der Tür.
Zusätzlich zu den Osterfeiertagen haben wir den Donnerstag frei genommen. Wollen dies und das erledigen, vielleicht in die Stadt, gemütlich den einen oder anderen Kaffee geniessen. Kurz, einfach ein wenig chillen.
Und Handschuhe, unbedingt noch Handschuhe probieren.
Warme Winterhandschuhe habe ich zwar, ein paar dünnere für wärmere Tage fehlt mir aber noch.
Also los nach Unterentfelden und schauen was die dortige Auslage her gibt.
Kurz sollen sie sein die neuen. Somit ist die Auswahl schon mal auf 50% geschrumpft.
Es wird hin und her probiert.
"Dä do? Nä-ä ned guet"
"de ander det hende gseht no guet us dä chönnt öppis sie"
"nä-ä, au ned"
Irgendwann werde ich doch noch fündig. Passt wunderbar.
"oder doch no en Nummere chliener?"
"Nei, esch guet"
An die Kasse und zahlen.

Wie geplant sitzen wir in der Stadt in einem Strassencafe. Geniessen die wärmende Sonne.
In Gedanken bereits auf der Tour in die Vogesen.
29 Pässe sollens werden. Dazu noch ein paar auf dem Heimweg welche für den Pässewettbewerb zählen.



Ich bin wie meistens wach bevor der Wecker klingelt. Keine Ahnung weshalb. Soll wohl am Alter liegen habe ich mir sagen lassen.
Ich würde mich wundern, müsste ich nicht wie üblich noch irgendwas suchen was doch eigentlich an seinem Platz liegen müsste.
Heute ist es ein Strom mehrfach Stecker samt Adapter für Frankreich.
Ich befürchte das liegt bereits an den Saagen umwobenen Trollen der nordischen Mythologie.
Laut dieser seien Trolle ähnlich wie Hexen und Feen verantwortlich für ansonsten unerklärbare Phänomene.
Und was bitte ist ein plötzlich verschwundener Mehrfachstecker anderes als ein unerklärbares Phänomen?
Ich war mir sicher der hätte zwingend in der Packtasche liegen sollen.
Liegt er aber nicht.
Im Büro also umstecken und den dadurch frei gewordenen Stecker in die Tasche.
Problem gelöst, Dani zufrieden.
Aber das mit den Trollen gibt mir zu denken. Noch nicht mal gestartet zu unserer Nordkap Tour und die treiben bereits ihr Unwesen?
Aber es soll noch besser kommen.

Mittlerweile alles zusammen gesucht und gepackt, die Taschen auf den "Zicken" fest geschnallt, ich will die neuen, gestern gekauften Handschuhe anziehen, habe ich den Eindruck die seien nicht beide gleich gross.
Der eine linke ist eindeutig grösser wie der andere linke.
Zwei linke Handschuhe? In zwei verschiedenen Grössen?
Ööööh ok.
Mehr sage ich nicht dazu.

Via A1 und später der A3 gehts Richtung Basel, weiter über die Grenze, vorbei am Euro Airport.
Ziemlich genau eine Stunde dreissig Minuten später sind wir in Thann.
Da hat es ein kleines Kaffee, einen freien Parkplatz. Eigentlich Ideal.
Finden auch die 3 Französischen Motorrad Polizisten mit ihren Beamers. Wir entscheiden spontan uns ein anderes Lokal zu suchen, grüssen freundlich und werden zurück gegrüsst.



Kafi und Gepfeli, passt wunderbar. Schade das sich die Sonne nicht zeigt. So ist es ziemlich frisch.
Nach kurzer Pause dränge ich zum Aufbruch. 330 Kilometer liegen vor uns, über 90% davon auf schmalen Strässchen.
Mitten in Thann geht es erst durch die Quartiere und anschliessend durch ein Waldstück bevor wir die Passtrasse zum "Col du Hundsruck" erreichen. Es folgt der "Col du Schirm".

Wir sind im Tal der "Doller", passieren "Sewen" und fahren hoch in Richtung "Ballon d'Alsace".
Eine wunderbare, malerische Passtrasse.
Wir haben diese für uns alleine.
Noch vor erreichen der Passhöhe des "Ballon d'Alsace" biegen wir jedoch links ab und befahren die D465. Ich sehe aus dem Augenwinkel wie weiter unten auf der Passtrasse ein Motorrad am Strassenrand liegt.
Wir biegen entsprechend vorsichtig um die Kurve. Anscheinend ist alles soweit ok. Wir bekommen Zeichen das sie ohne unsere Hilfe klar kommen.
Wir fahren weiter zum "Pas du Roche du Cerf". Nicht ohne uns über das gesehen auszutauschen.
Möglicherweise haben wir genau das richtige Wetter erwischt. Wir beginnen zu erahnen was unter Umständen bei schönerem Wetter auf diesen Strassen los sein könnte.
"Col du Ballon de Servance",
"Col des Croix-Servance",
"Col du Menil",
"Col du Brabant",
"Col de la Croix de Moinats",
"Col de Sapois"


Wir sind nun endgültig im "Pass Strassen Modus".
Rauf, runter, kreuz und quer. Wir beginnen die Orientierung zu verlieren wo genau wir eigentlich sind.
Sind irgendwann jedoch auf der Orts Durchfahrt von "Gerardmer" Den Ort kennen wir noch von einer früheren Tour. Damals wurde hier noch eifrig Ski gefahren.
Wir entschliessen uns zu einem spontanen Abstecher an den See.



Noch scheint uns es sei gerade Zwischen Saison. Der Winter zwar vorbei, der Frühling aber doch noch nicht ganz da. Die meisten Geschäfte sind noch geschlossen.
"Col du Surceneux",
"Col de Mandray",
"Col des Raids",
"Col d'Hermanpaire",
"Col d'Urbeis",
"Col de Fouchy",
uns folgt ein Sportbike, verliert aber nach kurzer Zeit den Anschluss.

Immer wieder eröffnen sich uns wunderbare Ausblicke. Oft sind wie aber auch in langen dunklen Waldstücken unterwegs welche nur ab und zu einen Blick hinaus erlauben.


So langsam sind wir müde. Mit dem "Col de Jaut de Ribeauville", "Col de Freland", und nicht zuletzt mit dem "Col du Wettstein", liegen noch ein par Leckerbissen vor uns.
Auf letzterem begegnen uns die 3 Motorrad Polizisten von heute Morgen wieder, haben aber gerade ein paar nicht sehr glücklich dreinschauende "Kunden" in Arbeit.
Zu Schnell, zu laut, eventuell beides gleichzeitig? Keine Ahnung.
Ein paar Kurven später wünschte ich mir einen der drei in der Nähe.
In einer Rechtskurve, ich fahre spät in die Kurve, (hinterschneiden der Kurve), sehe ich einen Fahrradfahrer entgegenkommen, sehe wie ein Autofahrer diesen noch in der Kurve überholen will.
Normalerweise könnten wir nun problemlos etwas nach rechts Platz machen.
Aber da taucht genau in dem Moment ein Fussgänger am rechten Fahrbahn Rand auf.
"Sorry ... aber mindeschtens eim vo üch schliefts zemmli"
Ist ja ok, man soll mit allem rechnen, aber irgendwann ist auch mal gut.
Der Fussgänger gehört zu einem Auto welches einige Meter hinter der Kurve steht.
Bremsen, zielen, Lücke suchen.
Passt.
Aber viel spatzig war da nicht mehr.

Wieder einmal wird uns bewusst das hinter einer Kurve das Unheil lauern kann.

In Mittlach suchen wir unsere Pension, das "Les Rondins de la Fecht".
Ein Blockhaus mitten im nichts.
Einfach herrlich. genau so haben wir uns das vorgestellt.




Irgend etwas fehlt da noch.
Ah ja, genau.


Zum "Znacht" gibt es ganze Forellen.
Alle Pensions Gäste sitzen zusammen an einem grossen Tisch.
Es wird gegessen, getrunken, erzählt.
Später als geplant machen wir uns auf ins Bett.

Der Sonntag Morgen ist schöner als befürchtet. Die Chancen stehen gut das es trocken weiter geht.
Zuerst geniessen wir aber das Frühstück.
Packen unsere sieben Sachen zusammen.
Es ist unklar ob die "Route du Crete" bereits offen sei oder nicht.
Wir werden sehen.

Bereits wenige Minuten von unserer Pension, in Sondernach, beginnt die Passtrasse zum " Col du Platzerwasel".
Keine Ahnung wer auf solche Namen kommt. Wir haben aber beim Nachtessen gelernt das das Gebiet wo wir uns befinden früher zu Deutschland gehört habe, nach dem 1. Weltkrieg dann aber Frankreich zugesprochen wurde.
Kurz nach dem "Col d'Hahnenbrunnen" biegen wir ein auf die "Route du Cretes" in Richtung "Le Markstein".
Von hier wäre es einen Katzensprung zum "Col du Grand Ballon".
Wir haben aber andere Pläne.
Nach der Passhöhe vom "Le Markstein" gehts hinunter an den "Lac de Kruth" und auf die D13.
Weiter auf den "Col de Bramont".
Eine tolle kurvenreiche Strasse. So gut wie kein Verkehr.
Viel Spass.
So viel Spass, das wir prompt den Abzweiger auf der Passhöhe verpassen. Ein Stück zurück und rechts abgebogen, führt uns eine schmale Strasse zum "Col de la Vierge pres la Bresse" und weiter zum "Col du Bockloch". Wieder einer dieser Namen.


Die Strasse hats in sich. Schlagloch an Schlagloch, Krater an Krater. Teilweise gehts mit 30 durch den Wald.
Hätte man sich eventuell sparen können.
"Col du Page" und "Col de Bussang" und wir sind wieder in der Nähe des "Le Markstein" bzw. des "Col du Grand Ballon".
In "Geishouse" führt ein Fahrweg hoch zum Grand Ballon.
Noch mehr Schlaglöcher, noch mehr Krater.


Auf der "Route du Cretes" angekommen, zwei KTM Fahrer. Sie fahren die Strecke hinunter wo wir eben hinauf gekommen sind. Viel Spass.





Mit dem "Col Amic", "Col du Silberloch" und dem "Col de Herrenfluh" stehen die letzten 3 Pässe in den Vogesen auf dem Programm.
Wir kommen bestimmt bald wieder.

Die Rückreise in die Schweiz führ uns über Land, vorbei an herrlich gelb leuchtenden Rapsfelder. Durch kleine hübsche Örtchen.
In der Nähe von "Montreux-Château" passieren wir den ....



Vor ein paar Jahren waren auf diesem mit einem Schiff unterwegs.
Sollten wir unbedingt bald wieder einmal machen.

Bei Boncourt passieren wir die Grenze zur Schweiz.
Entschliessen uns spontan für einen Kafi Halt.


"non, pas de croissant fourré aux noisettes"
Wieso?
Ganz einfach weil wir nicht wissen was "Nussgipfel" auf Französisch heisst.
"Tüpisch Schulfranzösisch"
Ich wüsste dafür was Wandtafel, Kreide und vieles unbedingt wissenswertes heissen würde.
Wir bekommen die letzten zwei "Croissant".

Nun sind ein Paar Pässe des FMS Pässewettbewerbs dran. Liegen ja quasi am Weg.
"Montagne des Saules"
"Grenchenberg"
"Weissenstein"
"Balmberg"


"Bättlerchuchi"
"Schwengimatt"




 Noch einmal an diesem Tag schauen wir gegen den Himmel. Es sieht nach Regen aus. Schnell nach Hause also.
In Oensingen geht es auf die Autobahn. Trocken erreichen wir die heimische Garage
Zu Hause angekommen gibt es das obligate Feierabend Bier.
Für einmal aus der Büchse. Dieses haben wir auf der ganzen Tour durch die Vogesen "gerüttelt".
Entsprechend vorsichtig sind wir beim öffnen.
Kühl genug ist es alle mal.

 Den Sonntag verbringen wir mit "brunchen" und Motorrad putzen.
Nach dem Motto, "wers dreckig macht darfs putzen"

Hier gibt es die Strecke in der Übersicht.