Sonntag, 20. November 2016

Mit dem Dampfrad bei den Glasbläsern in Hergiswil

Dampfrad ist ein Motorrad Internet Forum.  Man trifft hier Gleichgesinnte.
Findet Tips und Rat zu beinahe allen Themen rund ums Motorrad. 

Heute steht wieder einmal ein gemeinsamer Ausflug auf der Agenda. 
Nach einem Besuch im Polizeimuseum, einer Bierbrauerei im letzten Jahr, geht es heute in die "Glasi Hergiswil".

Schalen, Platzteller, Vasen. Meine Mutter hat einige Artikel aus der "Glasi".
Ich erinnere mich auch den Namen Niederer öfters gehört zu haben in diesem Zusammenhang. 

Wir machen uns also auf den Weg, haben keine klare Vorstellung, freuen uns einfach, ein paar Freunde wieder zu sehen. 
Unterwegs fragen wir uns, weshalb wir den PW unseren Bikes vorgezogen haben. 
Eigentlich wär das Wetter gar nicht so schlecht, wir seit rund drei Wochen nicht mehr auf dem Hobel gesessen. 
Entzug. 

Wir sind pünktlich, treffen die anderen vor dem Eingang der Glashütte Hergiswil. 
5 Franken Eintritt. Dafür gibt es einen Rundgang mit Multimedia Schau über Glas, seine Entdeckung, Fertigung und über die Glasi. 
Wir lernen und staunen. Ägypter, Könige, Adel. Alle seien sie begeistert gewesen von Glas. 
Ganze Wälder seien abgeholzt worden um die Öfen in den Glashütten einzuheizen. 
1817, die Gebrüder Siegwart gründen die Glasi in Hergiswil, produzieren Gläser, Schüsseln, Labor und medizinische Artikel aus Glas. 
Scheinen irgendwann aber Entwicklungen, Neuerungen und Modernisierung zu verpassen, die Glasi steht vor dem Ende. 
1975 gründet Roberto Niederer die Aktien Gesellschaft "Hergiswiler Glas AG".

Der Rundgang durch das Museum ist kurzweilig gestaltet. Die Rekonstruktion von ganzen Büro und Wohnräumen geben Einblicke in vergangene Zeiten. 

Wir verlassen den Museumsteil und stehen unvermittelt in der Produktionshalle mit dem Glasofen und den Glasbläsern. 


Es ist Warm, wie wir erklärt bekommen 26 Grad, im Sommer aber auch öfters um die 48 Grad. 


Glas wird an den Glaspfeifen aus dem Ofen geholt, geblasen, geformt. Unförmige glühende Tropfen erhalten ihre bekannten Formen. 


Vor meinem geistigen Auge sehe ich sie im Wohnzimmer oder auf dem Esstisch meiner Eltern. 
Jahreszeit gerecht werden Engel aus Glas gegossen. 4 Leute für einen kleinen Gläsernen Engel. 


Corinne versucht es auch. Darf nach einer Einweisung eines Glasbläsers ihre eigene kleine Glaskugel blasen. 



Und tatsächlich, eine kleine runde und durchsichtige Glaskugel entsteht. 



Wir sind begeistert. Die Kugel wird zuhause einen Ehrenplatz erhalten. 

Weiter geht der Rundgang. Wir stehen vor dem Glas Labyrinth. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. 


Obwohl vorsichtig, laufen wir gegen Glas, geraten auf Irrwege, in Sackgassen. 



Irgendwann gelingt es uns den Ausgang zu finden. 
Echt cool. Wir haben viel Spass. 
Ein kurzer Stop im Glasi Shop, wir sitzen beim Bier im Restaurant. Die eine oder andere Geschichte der Saison wird ausgetauscht, einige News, alte Witze aufgefrischt, so machts Spass. 

Petra, vielen Dank fürs organisieren. 


Montag, 24. Oktober 2016

Unterwegs an den Gardasee im Spätherbst


Freitag, 21. Oktober 2016

Heute wollen wir mit einigen Mitgliedern der Facebook Gruppe Motorradfahrer Ü-40 auf eine Tour an den Gardasee.

Die Idee zu dieser Tour entstand als wir vor kurzer Zeit zusammen in Richtung Chamonix unterwegs waren.
Um die Gruppe klein und Übersichtlich zu halten habe ich bewusst nur einige bekannte Gesichter dazu eingeladen. Ich hoffe es fühlt sich niemand "betüpft" durch diese Entscheidung.

Mathias ist schon gestern nach Davos angereist. Die anderen treffen wir im Cafe Bäckerei Weber.
Wir schaffen es knapp vor kurz zur vereinbarten Zeit. Das obwohl wir mit 500 Metern die kürzeste Anreise haben.
Es gibt Kafi und Gepfeli. Beat übernimmt die Rechnung, in der Meinung es gäbe einen Einstand zu bezahlen.
"Danke Beat, aber wie scho gseit, ichaufe chan mer sech do ned"
Alle sind einigermassen aufgewärmt, wir beschliessen uns auf den Weg zu machen. Auf ein grosses Briefing wird verzichtet.
Einmal links, einmal rechts und wir sind auf der Passtrasse Richtung Flüela. Bei Corinne und mir zum dritten Mal diese Woche.
Es ist kalt, noch kälter als die vorherigen beiden Male. Aber trocken.
Erst nach der Kapelle ist die Fahrbahn leicht feucht vom Nebel. Also wohl auch wieder leicht gefroren. Entsprechend vorsichtig gehts hoch zur Passhöhe. Das Restaurant hat längst geschlossen, der Parkplatz leer.
Ich lege einen kurzen Halt ein, frage nach dem Befinden, frage ob das Tempo ok sei.
Hansruedi sei leicht ins rutschen gekommen. Eventuell auch wegen seinem 5 Jahre alten Hinterreifen.
Eigentlich haben wir genügend Platz, könnten die Motorräder schön in eine Reihe abstellen, ein tolles Foto machen. Aber irgendwie klappt das noch nicht so.


Der kleine Schottensee auf dem Flüela gleicht einem Spiegel. Beinahe sieht es aus als sei da ein Loch.


Seit der Eröffnung des Vereina Tunnels 1999 wird der Flüela im Winter geschlossen. Der Verein "Pro Flüela" setzt sich jedoch für einen Winterdienst, eine Offenhaltung der Passtrasse ein.
Zumindest auf der Davoser Seite gibt es seit 2004 wieder einen Winterdienst. BMW nutzt die Strasse für "Testfahrten".
Wir halten uns nur kurz auf der Passhöhe auf. Wir haben ja noch einiges vor Heute.
Auch der Ofenpass ist anfänglich trocken. Auf halber Strecke feucht, weiter oben dann wieder trocken. So bestimmt die Beschaffenheit des Untergrundes unser Tempo.

Der Ofenpass erhielt seinen Namen durch den Abbau von Eisenerz. Noch heute sind an verschiedenen Orten Reste der gemauerten Hochöfen sichtbar.
Die Passstrasse führt teilweise durch das Gebiet des Schweizer National Park. Im Juli 2005 wurde hier der Braunbär JJ2 alias "Lumpaz" gesehen.
20 Schafe, ein Kalb gehen mutmasslich auf sein Konto. "Lumpaz" verschwand im Herbst 2005. Es wird vermutet das er einem Wilderer zum Opfer fiel. 


In Santa Maria Val Müstair biegen wir rechts ab Richtung Umbrail. Ein tolles geschlängel an Kurven und kurzen geraden dazwischen. Auf Italienisch heisst der Umbrail im übrigen Giogo di Santa Maria.
Mit 2501 MüM. ist der Umbrail der höchste Strassenpass der Schweiz.
Seit dem Beitritt der Schweiz zum Schengen Abkommen 2008 wird die Grenstation nicht mehr besetzt. Somit entfiel auch die frühere Nachtsperre von 22.00 bis 06:00 Uhr.


Wir verzichten auf den kurzen Abstecher auf den Stelvion nehmen den Abzweiger hinunter nach Bormio. Leider stellen wir in Bormio fest das der Gavia den wir ursprünglich befahren wollten, bereits geschlossen sei. Zumindest weisst ein entsprechendes Schild deutlich sichtbar darauf hin.
Soll man dem Schild trauen?
Vielleicht ist der Gavia ja gar nicht so zu wie es den Anschein macht.
Auf früheren Touren haben wir jedoch festgestellt das wenn Italiener oder Franzosen einen Pass als "wegen zu geschlossen" ausschildern, ihnen damit durchaus Ernst ist.
Mehr wie einmal haben wirs versucht und standen am Ende vor meterhohen Kieshaufen mitten auf der Strasse.
Der Gavia wäre für uns die ideale Verbindung zwischen Bormio auf der einen und Ponte di Legno auf der anderen Seite. Von da wollten wir dan weiter Richtung "Crocce Domini".

Ich habe eine alternative zur Hand. Der "Mortirolo" bzw. "Passo della Foppa", etwas südwestlich vom Gavia, bringt uns ebenfalls über den Berg.
Ich entscheide mich für die Anfahrt durch Tovo di Sant Agata. Es gäbe noch zwei andere, mir gefällt diese am besten.
Mitten durch das kleine Örtchen, durch schmale Kopfstein gepflasterte Gässchen gehts auf die eigentliche Passstrasse.
Die Passtrasse zum Mortirolo hat wohl wie zahlreiche andere in dieser Gegend eine Militärische Vergangenheit. Noch im April 1945 kam es hier zu Schlachten zwischen Partisanen und der Deutschen Wehrmacht.



Alle par Jahre führt der "Giro d'Italia" über den Mortirolo. Etwas unterhalb der Passhöhe steht ein denkmal für den verstorbenen Radrennfahrer Marco Pantani.
Wir folgen auf der Passhöhe der Kammstrasse zum "Passo di Guspessa". Wenn schon denn schon.
Das Strässchen ist extrem ausgesetzt, bietet einen herrlichen Ausblick ins Tal und Tirano auf der einen Seite, Edolo dann auf der anderen Seite.
Hinunter ins Tal, nach Edolo begenen uns Esel, Hüner, mitten auf dem Strässchen.
In "Ponte di Legno" lgen wir eine Pause ein. Es werden Kaffes getrunken, Handy Toasts bestellt und auch gegessen, Colas über den Tisch verteilt und so weiter.
Beim bezahlen zuckt der Besitzer des Cafes jedesmal zusammen, erscheinen doch anstelle von Münzen, grössere Noten aus den Geldbörsen.

Es folgt nun ein etwas langweiligerses Stück hinunter nach Breno, dem Ausgangspunkt für einige tolle Pässe. Noch kurz tanken, Öl auffüllen bei Corinnes "Luuszapfe" und meiner "Dicken", ein zwei Sprüche betreffend letzterem kontern und es geht weiter.

Passo di Croce Domini


Coletto di Cadino, Goletto Gaver, vorbei am Giogo del Maniva geht es hinunter an den Lago D'Idro.
Wir schlagen ein zügiges Tempo an, geniessen die gewundenen Strassen und Strässchen.
Das Wetter ist kühl und zunehmend bewölkter. Die Strassen jedoch trocken.
Der Passo dell' Ampola ist der nächste Übergang auf unserer Route Richtung Lago di Garda. Wir durchfahren Riva del Garda. Erstmals heute stecken wir hinter Reisebussen und Personenwagen in einer langen Kolonne fest. Müde erreichen wir gegen 17 Uhr unser Hotel in Limone sul Garda.
Wir erregen Aufmerksamkeit wie wir vor der "Villa Elite" zufahren, unsere Bikes parkieren.
Für einmal klappts mit dem "in Reihe" parkieren. Nur Beat tanzt mal wieder etwas aus der Reihe.
Es scheint als würden wir bereits erwartet. Wir haben noch die Helme auf dem Kopf wie der Hotelier uns anspricht.
Wir sollen für den Chek Inn ins Hauptgebäude kommen, danach unsere Motorräder samt Gepäck vors Nebengebäude fahren und da parkieren.
Gesagt getan. Das Nebengeäude ist ca 100 Meter weiter unten, vom Hauptgebäude entfernt. Der Parkplatz gesichert durch ein Massives elektrisches Eisentor.
Super, das passt. Die gebuchten Zimmer sind toll. Einzig für Mathias und Hansruedi die sich eines der Zimmer teilen ist schade das das mit den Einzelbetten nicht wie bestellt geklappt hat.
Am Ende gibt es eine Lösung in Form eines Sofas welches zu einem Bett umgebaut werden kann.
Alle zufrieden.
Kurz unter die Dusche, umziehen und es geht zum Feierabend Bier ins Hauptgebäude.
Derweil Hansruedi und Margot den Job der Boxencrew übernehmen und Ketten fetten.
Viiielen Dank euch zwei.
Zum Essen geht es ins Dorf hinunter. Weit hinunter, schon beinahe zu weit.
Wir erwischen eine falsche Gegend, stehen plötzlich am Ufer des Sees. Nichts von Promenda, kein restaurant.
Also wieder zurück.
Diesmal erwischen wir die richtige Gasse, finden die Promenade, auch einige Restaurants welche um die Jahreszeit noch geöffnet haben.
Wir entscheiden uns nach Bauchgefühl. Pizzas, Steaks, Fisch. Es findet jeder etwas. Alles in allem keine Offenbarung, aber auch nicht dramatisch schlecht.
Das Bezahlen klappt Reibungslos, jeder einzeln, kein Vergleich mit Chamonix.
Gegen zehn Uhr ist Zimmer verlesen und wohl bald auch Lichter löschen.

Samstag, 22.Oktober, 2016

08:00 Frühstück. Schinken, Salami, Käse, Früchte, Müsli, sogar Sekt steht bereit. Wir lassen es uns schmecken. Brechen gegen halb Zehn Uhr auf. Erstmal ist wieder tanken angesagt.
Wir bleiben bis Gargnano ein kurzes Stück auf der Strasse entlang dem Garda See.
Zur Verwunderung aller, biege ich noch vor der offiziellen Verzweigung zur SP9 rechts ab. Vorbei am Friedhof gehts durch eine steile, schmale Gasse durchs Dorf. Der eine oder andere überlegt sich wohl ob ich wirklich wisse was ich da tue. Ich weiss. Bin ja nicht zum ersten Mal hier.

Nun auf der Sp9 geht es von einer Kurve zur anderen durch den "Parco Dell' Alto Garda Bresciano"
Mehrere Stunden Kurven an Kurven liegen vor uns. Wir lassen es krachen.
"Passo San Rocco, "Passo del Cavallino della Fobbia", "Sella Cavacca". Wieder vorbei am "Lago D'Idro", diesmal an seinem unteren Ende. "Passo di Mammentino" und "Passo Tre Termini". Die Strasse geht zum ersten Mal am heutigen Tag eine Strecke lang gerade.
Wir sind nun am "Lago D'Iseo", fahren durch Paratico und weiter Richtung "San Fermo", sind nun in der Provinz Bergamo. "Colle del Gallo", weiter geht die Kurvenhaz, Kurve folgt auf Kurve, beinahe wie Karussel fahren.
"Passo del Crocetta", Colle di Zambla", "Forcella di Valpiana" und runter nach San Giovanni Bianco im Val Brembana.
Am Strassenrand werden Maroni gebraten, in grossen Trommeln über dem offenen Feuer.
Anhalten, Maroni kaufen oder weiter fahren? Wir fahren weiter, sind zu sehr im Kurvenfieber als das wir Augen für solche Dinge hätten.
Und dennoch, in Brembana ist dann doch ein Halt nötig, tanken, trinken und sonnst noch was... was war das noch... ah genau Toiletten werden in ausgehandelter Reihenfolge aufgesucht.
Ich glaube mich lügen meine Augen an. Stehen doch tatsächlich einige an der Glace Theke an.
"Danke, i han eigentli chüel gnueg, vör mech bitte es "Hot Panini".

Nach kurzer Rast gehts weiter. Der "San Marco steht an. Mit knapp 2000 MüM der höchste und zugleich der letzte Pass am heutigen Tag.
Mit zunehmender Höhe gewinnt der Nebel überhand.




Wie schon früher auf der Tour ist jetzt Vorsicht angebracht. Einige Stellen sind gefährlich vereist. Aussicht gibt es heute keine zu bestaunen.
Wir halten uns entsprechend kurz auf dem Pass auf, machen uns wieder auf die Böcke und nehmen die Talfahrt in Angriff.
Die Talsohle erreichen wir in Morbegno. Von hier ist es nicht mehr weit zu unserem Hotel in Colico am Lago di Como.

Cooles kleines Hotel mitten im Städtchen Colico. Unsere Bikes kommen in eine Art Halle, abgeschlossen durch eine Schranke. Hansruedi macht sich wieder ans fetten von Ketten, wird entsprechend verdankt und zum Team Mechaniker befördert.

Kurze Dusche und ab zum Apero. Wir erhalten vom Hotel einen Tip fürs Nachtessen.






Etwas versteckt in einer Seitengasse, ein Österreicher bedient und empfiehlt aus seiner Speisekarte. Flanksteaks, Pfeffersteaks.
Einer bestellt Gemüse, nötigt am Ende seine Kollegen zu dessem Verzehr.
"Sooo ned Beat, das Grüenzüg chasch säuber chafle, de Mathias und ich send doch keini Chüngle"


Das Flanksteak schmecht hervorragend, sogar die Sauce Bernaise schmeckt toll. Etwas mehr davon wär aber "not so bad".
Am Nebentisch hat der Verein der ungeküssten Tussen, Regionalabteilung Colico grad sein Jahrestreffen. In dem kleinen Beizli wird es ziemlich laut.
"Hä? Was hesch gseit?" wird zur oft verwendeten redewendung.

Zahlen auch hier kein Problem, es wird "gesplitet" das es eine wahre Freude ist. Der "Chef" offeriert die Kaffis. Herzlichen Dank.

Bettenbezug um 22 Uhr.

Sonntag, 22. Oktober, 2016

Ich höre noch vor dem Frühstück eine Yamaha am Zimmer vorbei fahren. Da scheint einer unserer "Buddies" ziemlich Aktiv. Beim Frühstück stellt sich heraus das die Yamsel auch schon bepackt auf ihren Besitzer wartet.
" Ey Hansruedi... kei Stress gä... esch mer egal was dini Wätter App prophezeit... und wenn de Horat persönlich usem Moutithal aglüte hätt, i gnüss etz zersch de Zmorge"



Viertel nach Neun sind wir unterwegs in Richtung Maloja und somit auf dem Heimweg. Es geht zügig bei "diesigem" Wetter nach Chiavenna.
Unterwegs eine Veranstaltung in einem Dörfchen.. irgendwas mit Pferden. Die Frage taucht auf "wieviele Italiener benötigt man für ein Verkehrschaos"
Zwei reichen völlig aus, einer der fährt und einer der winkt. Der der winkt winkt dem der fährt, er solle fahren und der der fahren sollte fährt nicht.
Nun beginnen der "Winker" und der "Fahrer" zu parlieren. Das Auto steht dabei quer auf der Fahrbahn. Erstmal geht gar nichts mehr.

Irgendwann scheint der "Fahrer" den "Winker" und dessen Aufgabe bzw Anliegen zu verstehen und fährt. Erstmals beinahe in einen Pfosten am Strassenrand, aber immerhin, es bewegt sich etwas.

Uns droht derweil Regen, eventuell schlimmeres. Aber erst auf dem Maloja beginnt es zu "fieserln". Hält uns aber nicht vom Käffele auf de Passhöhe ab.
Hansruedi behauptet, er hätte schwarze Striche in den Kurven gesehen, die stammen eindeutig von mir. Ich halte nichts von solchen Gerüchten.

Via den Julier gehts nach Bivio, über die Lenzerheide nach Chur. Hier wird sich die Gruppe trennen.
Erst gehen wir aber noch gemeinsam Essen. Cordonbleus, Suppen, wir haben keine Eile.
Richtung Zürich wird es regnen, aber wer will schon Richtung Zürich?
OK, Margot, Beat, Hansruedi und Verena wollen.
"Sälbertschuld... möchet doch"

Im Restaurant begegnen wir Petra. Sie kenen wir aus dem Motorrad Forum Dampfrad
Sie waren am Geburtstag von Holger in der Villa Morissolina.

Holger, auf diesem Weg noch herzliche Glückwünsche zu Deinem Geburtstag.

Wir verabschieden uns, einzig Mathias entscheidet sich mit uns in Richtung Oberalp zu fahren.
Die anderen wie bereits erwähnt, nehmen die Autobahn in Richtung Zürich.

Tschüss zusammen... es hat unglaublich Spass gemacht mit euch zusammen.
Beat, darfst jederzeit gerne wieder mitkommen.. aber bitte lass das mit dem Gemüse.

Zu dritt fahren wir durchs Safiental nach Ilanz. Matthu "guidet". Dunkle Wolken in Richtung Oberalppass... gibts da oben was auf den Deckel? Wir werden sehen.
Die Fahrt zieht sich. Nach wie vor finde ich den Oberalp als eher langweilig.
Auf dem Pass ist es wieder so richtig kalt


Mathias wird uns in Göschenen verlassen. Nimmt die Autobahn nach Hause.
Corinne und ich entschliessen uns für den Susten. Haben noch immer nicht genug.
Die Passtrasse entpuppt sich im oberen Drittel als heikel.. wie sagt man so schön... überfrierende Nässe.



Wird wohl nicht mehr lange dauern und der Pass wird geschlossen. Die Leitplanken sind schon demontiert, am Tunnel die Sschliessung vorbereitet.
In Meiringen suchen wir uns ein Hotel. Uns scheint die weitere Heimfahrt mit granatiertem Regen zu weit, zu nass, zu kalt.
In Brienz werden wir fündig, kriegen mit der Hotelcard ein Zimmer zum halben Preis mit Frühstück.
Nach wie vor finde ich die Hotelcard eine tolle Sache.
Schöner Balkon mit Blick auf den See. Tolle Älpler Macronen. Nette Wirtsleute.


Erneut gehen wir früh schlafen.

Montag, 24. Oktober, 2016

Wir geniessen unseren letzten Ferientag, schlafen für unsere Tourenverhältnisse schon beinahe aus.
Beim Frühstück lesen wir das alle unsere Kollegen auf der Heimfahrt Regenb erwischt haben.
Nicht so wir. Der Wetterbericht sagt heute einen Sonnetag voraus.
Wir fahren nach Interlaken. Sind da mit Andreas verabredet. Wir kenen ihn vom Pässewettbewerb der FMS.
Käffele und gspröchle. Schnell ist es 12 Uhr. Res muss weiter, wir auch.
Entlang dem Thunersee fahren wir bis zum Abzweiger Sigriswil. Über die "Meiersmaad", "Schallenberg", "Blapbach" gehts zur "Lüderenalp"





"Fritzenfluh", "Chalberweid", ja Hermann, Du hast Recht, mit all diesen Pässen die wir in diesem Jahr gefahren sind, hätte es locker zu Gold gereicht, mit einer geringen Anstrengung wären entgegen meiner Befürchtung Anfangs Jahr auch "alle 130" drinn gelegen.

Um 16 Uhr sind wir zuhause. Vor allem anderen kriegen unsere Bikes eine Wellness Behandlung vom feinsten.
Mit ausgiebig "Spüli" und Wasser wird der ganze Dreck und Salz der vergangen Tage abgewaschen.
Erst danach geniessen wir ein feines Fondue und lassen bei einem Bierchen die Tour noch einmal Revue passieren.

Am Ende sinds wohl lnapp 2000 Kilometer die da zusammengekommen sind. Manche im Regen, die Mehrheit bei freundlichem bis schönem Wetter. Teilweise wars angenehm Temperiert, teilweise wars ziemlich kalt.
Immer aber hat es meeega Spass gemacht.
Danke an Stefan und Andreas, welche wir unterwegs getroffen haben.
Danke an Mathias, Hansruedi, Beat, Margot und Verena für die tolle Begleitung.
Es war ein riesen Spass mit euch.

Auch diese Strecke könnt ihr euch gerne anschauen, bzw als GPX Datei für euer Navi downloaden.
Denkt daran, ihr verwendet die Datei auf eigene Gefahr.

hier gehts zum Streckenbeschrieb

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Dolomiten im Oktober

Dienstag, 18. Oktober, 2016

Der Wecker klingelt früh, sehr früh. Wie immer vor längeren Touren habe ich schlecht geschlafen.
Sehr schlecht. Corinne dafür wie ein Murmeltier.
Sie ist längst in Töff Kleidern wie ich ins Badezimmer tapse.
Vielleicht hilft eine kalte Dusche.
Ich halte den grossen Zeh unters kalte Wasser.
" löhmer da met chalt Dusche, halb-warm duets au"

Im letzten Moment findet noch ein Ladekabel fürs Telefon den Weg in die Tasche. Ein Kaffee und wir stehen in der Tiefgarage.
Gepäck fest zurren, los gehts in Richtung Winznau.
Corinne war die Woche bei unserem Mechaniker, um die Feder am Seitenständer zu tauschen.
Diese hat im Juni in Schottland den Geist aufgegeben, wurde damals behelfsmässig mit Kabelbindern repariert.
Sie hat kaum den Heimweg hinter sich gebracht, wie auch auch die neue Feder bricht.
Material- oder Konstruktionsfehler?
Also nochmals in die Werkstatt, eine neue Feder ausfassen.
Ebenfalls wechselt eine Flasche Öl den Besitzer.

Noch mal einen Kaffee später, sind wir endgültig unterwegs. Vorbei an Hallwyler- und Baldeggersee nach Gisikon und übers  Michelskreuz. Ein kleiner Übergang zwischen Gisikon und Meierskappel.
Auf der A4 fahren wir bis Eingangs Brunnen, verlassen die Autobahn um ins Moutathal zu gelangen.
Hier sind die bekannten "Wätterschmöcker" zu Hause.
Was sie uns wohl für eine Prognose stellen würden, würden wir sie denn befragen?
Für den Moment brauchen wir keinen "Wetterschmöcker".
Es seicht, das merken wir auch ohne fremde Hilfe.

Am Eingang zum Bisisthal biegt die Passtrasse ab Richtung Pragelpass. Bisisthal, wie treffend. Ich weis nicht wann wir zum letzten Mal bei trockenem Wetter über den Pragelpass gefahren sind.
Der Pragelpass verbindet das Moutathal mit Glarus, vorbei am schönen Löntalersee.
Darf nur an Wochentagen befahren werden. Das Fahrverbot beginnt unterhalb der Passhöhe für eine Strecke von ca 1 Kilometer. Ab hier besteht  eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 Km/h.





Bei Ziegelbrücke fahren wir auf die A3 in Richtung Chur, entscheiden uns gegen die Kantonsstrasse über den Kerenzerberg. Teilweise trocknet es ab. Trotzdem, wir wollen zügig vorwärts kommen. Wollen in Bad Ragaz einen Zwischenstopp einlegen.
Wir sind mit Stefan verabredet. Schon des öfteren sind wir bei ihm vorbeigerauscht. Heute passt es endlich mal.
Nach einer guten Stunde dränge ich zur Weiterfahrt. Vorbei am "Socka Hitch" gehts Richtung Klosters und Davos.
Übrigens, der "Socka Hitch" ist ein richtiges Original. Wer nach ihm Googelt findet unzählige Links.
Stellvertretend nachfolgend einer der Links.

Socka Hitch

Es wird merklich kühler, je höher wir kommen. Die Strasse jedoch ist trocken. Noch!!
Eingangs Davos Dorf biegen wir links ab auf die Flüela Passstrasse. Bald werden wir wissen ob unser Vorhaben klappen kann.

Erstmal ist die Strasse trocken. Vorbei an der Talstation zur Pischa, einem der Davoser Skigebiete gehts immer weiter hoch. Verkehr hats keinen, wir sind alleine unterwegs.
Nach der Tschuggen Kapelle wirds feucht.
Corinne meldet sich, sie habe das Gefühl es sei gefroren, sie könne  das spüren wenn sie einen Fuss auf den Boden halte.
"Sensore im Steffel oder was?"
Aber tatsächlich, auch mir rutscht das Hinterrad weg.
"patschifig... alles guat.. etz eifach es betz vorsichtig"

Wir überqueren die Passhöhe. Sofort verbessert sich der Untergrund.. einige wenige Kehren und die Strasse ist wieder trocken.



Ja, das Wetter wird ebenfalls mit jedem Meter besser. Trotz kalten Fingern, wir haben richtig Spass.
In Zernez sehen wir Touristen an der Sonne sitzen.
"Sölles doch"
Mir wärs zu kalt.
Der Ofenpass ist herrlich zu befahren. Kein Auto, kein WoMo, kein Bus, kein gar nichts.
Nur wir zwei.


Mit klammen Fingern, ein zwei Fotos gemacht und weiter gehts ins Val Müstair.
Seit 2009 auch eine gleichnamige politische Gemeinde. Damals fusionierten die vorher selbständigen Gemeinden Fuldera, Lü, Müstair, Santa Maria Val Müstair, Tschierv und Valchava.
Trotz ca 1600 Einwohner empfinde ich diese Gegend jedesmal als sehr abgelegen und speziell.
Ich würde gar wetten, erst vor zwei Jahren wurde hier der letzte Missionar gefressen.

Wir überqueren die Landesgrenze, sind jetzt im Vinschgau, Südtirol. Auf der SS41 gehts Talwärts, mitten hinein in die Obsternte. Entsprechend häufig gibt es "Mini Traktörlis" zu überholen.
Erstmals braucht es Geduld. Der Verkehr ist ziemlich dicht.
Ebenfalls "dicht" scheint mir der Fahrer der roten Yamsel der uns entgegen kommt. Wir sehen ab und zu idiotische Überhol Manöver. Haben selber auch schon eines gewagt, wo wir hinter her gedacht haben, na ja... warten auf eine bessere Gelegenheit wär die schlauere Idee gewesen.
Aber das gesehene ist nicht zu überbieten. Zwischen Motorrad und Scania hat kaum mehr als zwei Handbreit gepasst. Mit Seiten Koffern häts geknallt.

Mittlerweile ist es 14 Grad. Angenehm, schon beinahe kuschelig warm. Noch immer geht mir das Überhol Manöver durch den Kopf.

Ich weis, manchmal brauchts Geduld, tolle Kurven und man zuckelt hinter einem Lastwagen, einem WoMo oder was auch immer her. Gerade dann, wenn mal eine übersichtliche Stelle käme, Gegenverkehr. Reichts noch? Besser auf die nächste Stelle warten?
Was wenn mal die Maschine muckst?
Du bist am überholen, bist dir die "normale" Leistung deiner Maschine gewohnt, kalkulierst diese auch ein und auf einmal streikt der Ofen?
Stell dir vor wie deine Verwandschaft dann genau an dieser Stelle einen Blumenstrauss deponiert. Vielleicht einen Gedenkstein mit deinem Namen setzt.

Wir verlassen die SS41, durchqueren Laatsch und erreichen Mals.
Mals ist eine Marktgemeinde an der Reschenpassstrasse, liegt auf 1051 MüM.
Etwa 5000 Einwohner in Mals sprechen deutsch. der Rest (3%) italienisch und ladinisch (0,08%).
Zur Gemeinde Mals gehören Mals, Burgeis, Laatsch, Matsch, Planeil, Plawenn, Schleis, Schlinig, Tartsch und Ulten-Alsack.

Wir haben mit dem Hotel Tyrol voll ins schwarze getroffen.
Super toller Empfang und ein ebenso tolles Zimmer.
Die Küche des Hotels macht zwar gerade Betriebsferien, unsere Gastgeberin empfiehlt uns aber ein lokal in der Nähe zum Hotel.
Wir hören auf sie und bereuen es nicht. Das Essen war der Hammer.






Nach einer famosen Pizza, einem feinen Dessert und einem Schlummertrunk "tröttelen" wir zufrieden in Richtung Hotel.
Die Kirchturm Uhr schlägt grad neun Uhr.

Mittwoch, 19, Oktober, 2016

06:30 Uhr...Tagwache. Wie immer wenn wir Ferien haben, klingelt uns der Wecker ziemlich zeitig aus den Federn.
Wir lassen uns das Frühstück schmecken. Auch hier, das Hotel Tyrol ist ein absoluter Glücksgriff.
Es ist alles da was das Herz bewegt. Man(n) wollte man könnte mehr essen. Frau auch.
09:30 Uhr ... wir fahren los Richtung Meran und Bozen.

Schon während der Planung der Tour im Basecamp ist mir dieser Strassenbautechnische Wahnsinn aufgefallen. In der Realität gehts gefühlte viermal rechts "zrengeltome".


Autobahn? Zahlstelle? Schranke? Rot Licht?
"Schatz hesch ned gseh as Rot esch?"
Nein, Schatz hat nicht gesehen das Rot ist und steht jetzt wie der Esel am Berg vor der geschlossenen Zahlstelle.
Logischerweise sehen jetzt auch einige Automobilisten nicht das diese geschlossen ist, stellen sich hinten an.
Dies wiederum ergibt ein kleineres Chaos welches die Zahlstellen Betreiberin dazu veranlasst, diese Spur nun zu öffnen.
"Gaht doch, weiss ned was Du hesch"

5 Kilometer oder 2 Euro 80 später, wir stehen wieder vor einer Zahlstelle.
"Het sech ja voll glohnt, zersch Händsche weg zums Ticket näh, denn weder Händsche alegge zum Fahre um weder Händsche abzieh zum zahle. So hesch glie Wondi Tööpe"

Die Tankuhr steht auf fünf vor zwölf. Wir tanken, quatschen mit dem Tankwart. Er erzählt uns was von Winter und Elefanten treffen.
Muss ich mal Googeln wenn zu Hause.

Direkt nach der Tankstelle in Blumau beginnt der Dolomiten Kurvenspass. Auf der SP24 gehts den Berg hoch nach Völs am Schlern.
Gewundene Strassen, einmal hoch, dann wieder runter. Durch kleinere und grössere Ortschaften mit lustigen Namen wie Runggaditsch gehts Richtung Wolkenstein in Gröden


Wolkenstein hat ca 2700 Einwohner. Von früheren Touren her wissen wir aber das sich diese Zahl während der Saison löcke verdreifacht.
Im Gegenzug zu Mals sind hier rund 90% der Bevölkerung ladinisch sprechend. Nur ca 5 % sprechen italienisch und ebenfalls 5% deutsch.
Das Zentrum liegt auf ca 1563 MüM.

Kurz nach der Ortschaft trennt sich die Passstrasse. Links Gröder Joch, rechts Sella Joch.




Wir fahren rechts Richtung Sella Joch. Die Gegend wirkt wie ausgestorben. Ausser uns scheint kein Mensch unterwegs.
Umso besser.
Sella, Pordoi, vorbei am Col di Lana.

Der Col di Lana war im 1. Weltkrieg zwischen Österreichern und Italienern heftig umkämpft.
12 Italienische Infanterie- und 14 Alpini Kompanien versuchten zwischen 1915 und 1916 den 2462 Meter hohen Col di Lana zu erstürmen.
278 Italiener kamen alleine durch Lawinen ums Leben.
Ein Italienischer Leutnant entwarf einen Plan für einen Tunnel durch den Berg.
Österreichische Artilleriebeobachter am Pordoijoch entdeckten die Arbeiten unterhalb des Gipfels.

Die Österreicher ihrerseits begannen einen Gegenstollen zu graben um den Italienischen Stollen zu sprengen.
Der Versuch am 5. April 1916 scheiterte trotz dem Einsatz von 5 Tonnen Sprengstoff.
In der Nacht vom 17. auf den 18. April erreichten die Kämpfe mit der Sprengung des Gipfels ihren Höhepunkt.
Österreich musste den Berg darauf aufgeben.

Heute ist vom Col di Lana im Nebel nicht viel zu sehen. Überhaupt haben wir wieder eher besch.... Wetterverhältnisse. Nass, kalt.

In Selva di Cadore machen wir halt in der "Speck Stube". Eine gute Wahl. Es gibt einen kleinen heissen Snack. Genau das richtige jetzt.


Von Selva di Cadore gehts frisch gestärkt über die Forcella Staulanza hinunter nach Dont im Val di Zoldo.
Hier besteht die Wahl zwischen dem etwas unbekannteren Passo Cibiana und dem bekannteren Passo Duran für welchen wir uns vorgängig entschieden haben.
Auch über den Duran sind wir alleine unterwegs. Die Strasse ist trocken, wenig Laub, wir können erneut unbeschwert geniessen.

Forcella Aurine,


Passo Cereda, Passo Cereda, Passo Rolle und der Passo Valles folgen.
Leider machen Fotos bei diesem Wetter wenig Sinn.
Über den Passo San Pellegrino erreichen wir das ausgestorbene Vigo di Fassa. Wir sind Müde, Hungrig, durch gefroren und meine Tankuhr schlägt auch schon wieder Alarm.
Im "Carpe Diem" haben wir ein Doppelzimmer.
Genutzt haben wir den Tag tatsächlich.
Der Empfang im "Carpe Diem ist sehr Freundlich.
Wir hätten einen schlechten Tag erwischt. Nööö, finden wir eigentlich nicht.
Für uns passt es so.
Die Küche des Hotels hat bereits Betriebsferien oder ist schlicht nicht vorhanden, so genau haben wir das nicht verstanden.
Hier wird vornehmlich Italienisch gesprochen.
Wir kriegen den Tipp ins benachbarte Pozza di Fasso zum Essen zu gehen.
Zum "Gehen" seien es nur ca 900 Meter, er werde uns gerne einen Tisch reservieren.
Ja gerne.
Die 900 Meter stellen sich beim runter gehen nach Pozza di Fasso als ca 1, 3 Kilometer heraus.
Nicht das das ein Problem wäre, aber das Gefälle ist erheblich.
Im Restaurant entscheiden wir uns für das Alpenrind, welches sich als Rinder Filet entpuppt.
Schmeckt vorzüglich, auch die Beilagen sind hervorragend.
Anschliessend tragen wir das Alpenrind wieder den Berg rauf, witzeln darüber, das das Tier, Lebend oder Tod, zuerst den Berg herunter gekommen sei unm diesen nun wieder zu erklimmen.
Es beginnt zu regnen.

Egal, wir sind ja bald im trockenen.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Erneut dürfen wir ein tolles Frühstück geniessen.
Das Wetter nach wie vor bescheiden.
Die Webcam vom Stilfserjoch zeigt eine schneebedeckte Strasse.
Wir sind wenig begeistert.


Wir satteln unsere Motorräder, stehen an der Tanke, wie ich zwei Motorräder den Berg hoch fahren sehe.
Für uns eine kleine Sensation. Etwas später sehen wir, das es zwei Zürcher unterwegs zum Karrerpass sind.
Während wir rechts weg zum Passo Nigra fahren, nehmen die beiden den etwas direkteren Weg Richtung Bozen.
Hat es vorher auf dem Karrerpass zu schneien begonnen, reisst nun der Himmel auf und die Sonne lacht uns entgegen.


Unterhalb St. Zyprian dann vollends Sonnenschein und blauer Himmel.
Warum nicht bereits gestern so?



Tschüss Dolomiten. Wir kommen wieder.

Zum zweiten Mal diese Woche, diesmal in umgekehrter Richtung gehts vorbei an Meran Richtung Ofenpass durchs Vinschgau.
Bei einem kurzen Kaffi Halt bei angenehmen 15 Grad, studieren wir noch einmal die Bedingungen auf dem Stilfserjoch.
Bereits zeigt die Webcam schneefreie Strassen.
Wir wollens also wagen. Umdrehen können wir immer noch.

Schon kurz nach Prad, nach den ersten Kehren wirds bereits wieder kühler. Die Strasse jedoch ist trocken.
Vor dem Hotel des ehemaligen Italienischen Ski Star Gustavo Töni machen wir einen kurzen Stopp.
Geniessen das Panorama.
Bei unserer letzten Fahrt übers Stilfserjoch blieb uns dieser Anblick leider verwehrt.
Damals wars Neblig und Nass.



Die Fahrt auf den Pass verläuft Ereignis und Emotionslos. Kein Verkehr, die Strassen bis fast zuoberst trocken und schneefrei.
Ich kann dem Hype um den Stelvio nicht viel abgewinnen. Klar, die Strasse ist spektakulär in den Berg gebaut.
Mit 2757 MüM ist der Stelvio neben dem Col de L'Iseran der zweithöchste asphaltierte Alpenpass.
Trotzdem... vom fahrerischen her ist er nichts berauschendes.. mit unseren KTM's stellt er erst recht keine Herausforderung dar.


Das Wetter auf dem Stelvio ist Traumhaft. Mit Minus vier Grad aber empfindlich kalt.
Wir geniessen einen kurzen Moment die Sonne und das Panorama.
Via den Umbrail geht es anschliessend hinunter nach Bormio. Rechts gleich wieder den Berg hoch und über den Passo di Foscagno ins Zollfreigebiet von Livigno.


In Livigno wird voll getankt. Der Liter zu 0.90 Euro.
Trepalle, ein Ortsteil von Livigno behauptet von sich, es sei der höchste dauerhaft bewohnte Ort Europas. Der Schweizer Weiler Juf in der Gemeinde Avers im Kanton Graubünden hat diesen Titel aber wohl eher verdient.

Trepalle, 1907 bis 2250 MüM
Juf 2126 MüM
An sich ein Wiederspruch zu Gunsten von Trepalle, Juf bildet jedoch eine geschlossene Gemeinde bei welcher der Kern, Amtsgebäude, Kirche als Referenzpunkt gewertet wird.

Im Falle von Trepalle befindet sich der eigentliche Kern aber über 200 Meter tiefer.


Über die Forclaz di Livigno wechseln wir ins Puschlav. Auf dem Pass verläuft die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer.
Wir biegen rechts ab auf die Passtrasse über den Bernina. Fahren vorbei an Pontresiona und Samedan Richtung Zernez. Frieren uns beinahe den Arsch ab und sind froh wenn wir bald in Davos eintreffen.
Nur noch einmal kurz über den Flüela Pass.
Im Gegensatz zum Dienstag ist die Strasse heute trocken.
Gegen 17 Uhr erreichen wir unser Hotel in Davos Dorf.
Einmal mehr sind wir Hungrig, Müde, durch gefroren.

Wir zücken kurz das i-Phone und landen in "Angelos Bistro" in Davos Dorf. Das Wirte Ehepaar empfängt uns herzlich. Wir kriegen eine wärmende Gemüsesuppe mit heimischen Pfifferlingen und ein wunderbares Gordonbleu.

Wir sind rundum zufrieden.
Morgen Freitag werden wir hier in Davos auf unsere Freunde, Margot, Beat, Verena, Hansruedi und Mathias treffen.
Mit ihnen zusammen gehts für 3 Tag über diverse Pässe runter an den Garda See. Von dort quer durch die Berge an den Lago di Como und via Maloja und Julier zurück nach Chur.


Wie üblich könnt ihr hier den GPX Track downloaden.

hier gehts zur Strecke