Mittwoch, 30. März 2016

Osterbrunch am Garda See

Für einmal fällt mir das schreiben des Reiseberichts so richtig schwer.
Zu gigantisch sind die Eindrücke, die Strassem, die Kurven und so ziemlich alles was wir in den paar Tagen erlebt haben.

Aber der Reihe nach...

Donnerstag, 24.03.2016

Wir starten am Grün Donnerstag. Wer sich wohl diesen Namen ausgedacht hat. (Wers weis darf uns gerne aufklären).
Laut Plan wären wir seit 17:00 Uhr unterwegs Richtung Klosters. In Wahrheit ist es eine gute halbe Stunde später wie wir abfahren.
"Schatz lohsch mer no en Kafi use?"
Daher rührt wohl die Verspätung.
Wohlen, Bremgarten. Bei Birmensdorf gehts auf die Autobahn A3.
Der Rest ist schnell erzählt. Stau und dichter Kolonnenverkehr bis kurz vor den ersten der Walensee Tunnels. Danach wirds flüssiger.
Raststätte "Heidiland" kurzer Stop... Rauchzeichen... Pinkelpause.
Landquart, wir verlassen die Autobahn.. endlich.. je öfters wir in letzter Zeit kürzere Abschnitte auf der Autobahn unterwegs sind, um so mehr wächst die Abneigung für selbige.
Aber was muss das muss.. manchmal will man vorwärts kommen.

Wir sind unterwegs auf der Kantonsstrasse Richtung Klosters, vor uns ein roter Kombi mit "Mobility" Aufklebern. 60 Kmh innerorts, 60 Kmh ausserorts. Vielleicht klemmt das Gas Pedal.
Hinter Corinne wirds unruhig... ausscheren, Lichthupe, das volle Programm.
Ändert nichts. Der rote Kombi spurt links ein, eine Abzweigung, ohne Blinker. Ich könnte eigentlich rechts vorbei, tue es aber nicht und richtig, schon schwenkt der "Mobility" Fahrer wieder rechts rüber.
Über den Bergen geht der Mond auf.. eine grosse runde Scheibe... aha...
Noch Fragen?

Wir stehen 21:10 Uhr an der Reception des Hotels. "Ja, es gibt noch Abendessen, wenn Sie 21:30 am Tisch sitzen".
Das hatten wir doch schon mal.
Wir rennen aufs Zimmer, auspacken, umziehen. Wir rennen runter ins Stübli.
Es ist 21:28 Uhr.
Geschafft.


Das Essen ist hervorragend, das Zimmer auch. Zumindest das was wir in den knapp 10 Minuten bisher gesehen haben.
"Nei danke, kes Dessert, mer möge nömme"

Freitag, 25.03.2016

Das Frühstück ist wie das Abendessen, hervorragend.
Viertel nach Neun stehen wir vor dem Portal des Vereina Tunnels und sehen gerade noch wie ein Zug abfährt.
Schade zwar.. aber jä no.. der nächste kommt in 30 Minuten.
Diesmal sogar mit Wagen für unsere Käthen.


Gute zwanzig Minuten dauert die Fahrt durch den Tunnel.
Im Engadin scheint die Sonne.
Bei knapp 0 Grad.
Corinne wird wohl eine Stufe höher schalten an ihrer Griffheizung.
"He jo, söll sie doch.. Susi..."
Wir sind unterwegs Richtung Pontresina, Bernina Pass. 
Vorbei an Buhmanns Restaurant. Wo der wohl gerade wieder seine Nase in fremde Töpfe steckt?
Man sagt, sein Restaurant sei über ein ganzes Jahr ausgebucht. Wie oft er wohl noch selber kocht?

Bernina, es ist wieder mal saukalt. Meine Fingerspitzen machen sich schmerzhaft bemerkbar wie ich zum Foto Apparat greife.
Zum Glück lässt sich dieser auch mit Handschuhen bedienen.



Vorbei am Lago di Poschiavo, Campocologna, erreichen wir Stazzona. Mit jedem Höhenmeter den wir tiefer kommen, geht das Thermometer einen Sprung nach oben. Zwischenzeitlich sind es kuschlige 16 Grad.
Es geht hoch zum Passo dell'Aprica, 1176 MüM. Tolle Strasse, tolle Kurven, tolle Aussicht.
Kaum Verkehr. So kann es gerne weiter gehen.
Der Passo di Croce Domini, Goletto di Cadino und der Coletto Gaver stehen auf dem Program.
Wir biegen bei Breno links ab auf die Passstrasse.



"Passo di Croce Domine ciuso"
Das hingegen ist ziemlich sch.....

Wir fahren noch hoch soweit wie es geht.. aber kurz vor der Passhöhe ist Schluss, tiefer Winter.
"Jä no, mer hends probiert, chere mer halt om"



Ein Plan B muss her.
Wir fahren entlang des Lago d'Iseo... auch schön. Malerische Ausblicke. 


Angenehme Temperaturen.
Hässliche Tunnel durchfahrten.  Irgendwie kommen mir die Tunnels vor als seien die Arbeiten kurz vor Ende der Fertigstellung eingestellt worden.
Richtig hässliche dunkle Löcher.

Wir fahren nun über den Passo Tre Termini. Obwohl nur 701 MüM ein toller Moment. Abwechslungsreich wechseln sich enge Kehren und lang gezogenen Kurven ab.
An so ziemlich jeder Abzweigung sind wir am improvisieren.
Ponte Zanano, rechts, Sarezzo, links usw. Immer der Nase nach, immer in Richtung Garda See.
Und irgendwann ist er dann einfach da, taucht unvermittelt einfach so in unserem Blickfeld auf.
Und wie er da auftaucht, taucht mit ihm auch der Stau auf. Wir sind mitten drin.
Sind glücklicherweise aber schon ganz in der Nähe unserer Unterkunft, quasi schon im "Suchmodus".
Die Suche gestaltet sich schwierig. Nie ist ein Stau da wenn man in brauchen könnte.
So rauschen wir an der Villa Vittoria vorbei. Müssen umdrehen und stehen nun wirklich im Stau.
Wir erahnen wie es uns wohl ergangen wäre, wären wir die Route wie geplant gefahren.

Nach einigem suchen finden wir die Villa Vittoria, Passieren das grosse eiserne Tor und finden uns in einer anderen Welt wieder.



Die Villa Vittoria stammt aus dem späten 18. Jahrhundert, wurde umgebaut zu einem B&B.
Mit einem kleinen Park mit Pool steht sie direkt am See.
Im Zimmer erwartet uns ein Himmelbett und eine wunderbare Aussicht auf den See.


Wir ziehen uns kurz um,erkunden Gardone.
Noch herrscht hier Ruhe. Gardone ist quasi noch im Winterschlaf.
Viele Hotes, Restaurants und Bars haben geschlossen.
Eines hat geöffnet, direkt am See.
Wir entscheiden draussen zu essen.
Das Essen ist vorzüglich.


Wir lernen Gerry kennen.
Gerry ist Kanadier, isst gerne Peanuts, lebt zur Zeit noch in England,
hat sein Haus in der Nähe von Liverpool gerade verkauft weil seine Beziehung mit einer Engländerin in die Brüche ging.
Gerry reist alleine, war gerade in Venedig, Verona und reist weiter... wohin ist mir gerade entfallen.
Gerry erzählt uns einiges über seine Heimat Kanada, über die Beziehung zwischen Kanadiern und Amerikanern, über seine Heimat Kitchener in der Nähe von Ontario.
Auch über Amish People, über Deutsche Imigranten, über den Club Med und über so ziemlich alles was ihm gerade einfällt.
Gerry erzählt das alles in Englisch, was auf die Dauer ziemlich ermüdet.
Gerry würde gerne noch ins Restaurant, weil es da wärmer ist und weiter erzählen.
Wir erklären, das wir zwar gerne noch mit ihm plaudern würden, aber Müde seien und jetzt eher schlafen gehen würden.
Gerry erzählt uns noch von seinem Vater und seiner Mutter, die beide gestorben seien. Der Vater letztes Jahr.
Wir trinken noch ein Glas Wein mit Gerry, tauschen Adressen und versichern, sollten wir jemals nach Kanada kommen würden, sein Angebot an zu nehmen und ihn zu besuchen.



Samstag, 26.03.2016

Es ist sieben Uhr wie der Wecker klingelt. Mir kommt als erstes Gerry in den Sinn. Müde falle ich nochmals ins Kissen.
Acht Uhr, das Frühstück steht bereit. Wir geniessen es auf der Terasse, blinzeln in die Sonne.


Hier könnte man es locker auch ein paar Tage aushalten.
Aber nicht heute. Heute stehen knapp etwas über 300 Kilometer Kurven auf dem Programm.
Wir fahren zeitig los. Versuchen an der ersten Tankstelle die uns begegnet zu tanken, fahren weiter zur zweiten. Italien halt.
Kurz vor Gargnano biegen wir links ab hoch zum Lagi di Valvestino. Ab hier reiht sich eine Kurve an die andere. Einfach nur fantastisch.
So etwas habe ich noch nie erlebt.



Passo San Rocco
Passo del Cavalino della Fobbia
Sella Cavacca
Vorbei am Lago D'Idro
Hoch und runter, links und rechts.. wie bereits gesagt eine Kurve nach der anderen.
In Vestone fahren wir kurz auf der SPBS237. Es begegnen uns unzählige Motorräder.
Aber nur hier. Kaum sind wir auf der Passstrasse zum Passo di Marmentino sind wir wieder alleine unterwegs.
Alleine dieses Stück Strasse hätte die Reise zu einem Highlight werden lassen.



Zum zweiten Mal überqueren wir den Passo Tre Termini. Auch von dieser Seite ein Erlebniss.
Wir blicken hinunter auf den Lago D'Iseo, durchqueren die Ebene und Sarnico.
Schon geht es wieder hinauf. Diesmal zum San Fermo, 1067 MüM.
Auf der Passhöhe eine Gruppe junger Einheimischer.. allesamt mit Sumos der Marken KTM und Husqvarna unterwegs. Wir schauen das wir weg kommen.. möchten denen nicht unbedingt unterwegs begegnen.



Nun noch den Colle del Gallo, ebenso ein Erlebniss wie alle zuvor.
Passo del Crocetta
Colle di Zambla
Forcella di Valpiana


San Giovanni Bianco, es ist mal wieder ein Tankstopp fällig.
Mit Bedienung.
Das gabs früher bei uns auch. Mich hätte nicht überrascht wenn der Pompieri mir noch das Helm Visier geputzt hätte.
So rein Interessehalber kontrolliere ich den Luftdruck unserer Reifen. Das Ergebniss überrascht mich wenig.
2,2 in kaltem Zustand, steht die Nadel nun bei 2,6. Physikalisch erklärbar. Ich mache einen auf Erklärbär für Corinne.
Wieder durchqueren wir einen absolut hässlichen Tunnel. Es ist dunkel, es stinkt..... einfach nur grauselig.
Wir sind unterwegs zum Passo di San Marco, 1985 MüM.
Der Passo di San Marco wäre die kürzeste Verbindung vom Splügen via Veltlin ins Bergamaskische.
Wäre.... wegen zu geschlossen.
Wir halten auf einem Parkplatz, sprechen mit einem Einheimischen darüber ob der Pass wohl wirklich geschlossen sei. Er sei sich nicht sicher.... telefoniert und telefoniert und telefoniert.... und ist sich nun sicher, "Passo di San Marco  ciuso"
Er meint wir sollen doch über die Culmine San Pietro... erklärt uns den Weg dahin, sehr umfangreich, sehr wortreich, auf Italiensch.
Ich verstehe nicht wirklich viel, nicke dann und wann wenn ich denke es sei erforderlich. Weis längst das ich die Culmine San Pietro für den Fall der Fälle als Variante auf dem Navi gespeichert habe.
Vorbereitung ist schliesslich alles.

Wir verabschieden uns mit "Mille Grazie" und was sonnst noch so dazu gehört. Geniessen erneut den Tunnel.
Die Strasse zur Culmine San Pietro führt erst durch eine malerische Schlucht, schraubt sich dann aber über eine immer schmaler werdenden Strasse auf den Scheitelpunkt, auf 1243 MüM.
Auch dieser Pass, ein Erlebniss, traumhafte Aussichten.
Aber so langsam sind wir Müde, froh das wir das Ufer des Lago di Como erreichen.
Nach 7 1/2 Stunden erreichen wir unser Hotel am Ufer des Comer Sees.


Neu erbaut, modern, zweckmässig bis schön.
Die Ortschaft selber eher eine Entäuschung..... Ristorante am Lago, Fehlanzeige.


So setzen wir uns in eine Pizzeria, eine Empfehlung des Hotels.
Wir setzen uns draussen hin, werden ungläubig beäugt, trotzdem bedient.
Erst schleppend, zunehmend aber freundlicher wie die Kellner merken das es uns ernst ist mit draussen essen.
Im übrigens eine sehr gute Wahl, bzw Empfehlung. Die Pizzas in etwa so lecker wie Gross.



Sonntag, 27,03.2016

Das Frühstück war ok... wir unterwegs, Chiavenna, rechts Richtung Schweizer Grenze und Maloja.
Der Grenzposten scheint verwaist. Es ist vorstellbar das sich das aufgrund der Lage in Europa wohl bald ändern könnte.
Kurz nach dem Zoll erkenne ich vor uns in einiger Entfernung einen VW Bus der Kantonspolizei.
öääääähhh..... nä-ä oder? Der wird jetzt nicht vor uns den Maloja hoch fahren.
Wir sind ja jetzt nicht wirklich oft und viel über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterwegs.... aber so hinter einem Büssli durch die Kehren hoch zum Maloja? wüüüäääh.
Kurz vor Stampa, das Büssli mit den zwei Beamten zuvor mit gestrichenen 80 K/mh unterwegs wird langsamer. Ok... Höchstgeschwindigkeit signalisiert 80... kein Überholverbot, keine Sicherheitslinie... wämmer?
Corinne will auch, Seitenblick, Blinker und vorbei. Vielen Dank liebe Beamte, wir wissen das zu schätzen.
Wir geniessen die Fahrt hoch zum Maloja, sehen aus dem Augenwinkel ein weiteres Fahrzeug der Kapo Graubünden hinter einem Felsen..... alles im grünen Bereich.
Vorbei am Lej da Segl und dem Lej da Silvaplana  geht die Fahrt weiter, hoch zum Julier.


Zum ersten Mal seit ein Freitag friere ich mir wieder Fast die Klammern ab.

Auf der Passhöhe des Juliers machen wir ein paar Fotos, was fährt zu? Ein VW Bus der Kapo Graubünden... meine ich das nur, oder bemerke ich ein zuzwinkern des Fahrers?



Noch ist das Wetter wunderbar, wir geniessen die Fahrt hinunter nach Tiefencastel und hoch zur Lenzerheide. Hätten wir etwas mehr Zeit, Mäge wir hätten glatt mit Dir angestossen.
Aber wir wissen, das Wetter verschlechtert sich und noch sind wir zu weit von zu Hause.
In Coira nehmen wir die Auffahrt zur Autobahn.
Heftiger Wind empfängt uns auf der Autobahn. Mal von links, mal von vorne, mal von rechts.
Der Wind hört erst am Walensee auf uns zu nerven... beginnt aber kurz nach dem letzten Tunnel von vorne an.
Endlich, da vorne ist die Ausfahrt.... wir haben beschlossen via Sattelegg, Einsiedeln, Ratenpass und Äegerissee nach Hause zu fahren.


Auf der Sattelegg ist es wie schon vor ein paar Wochen arschkalt. Obwohl das Thermometer nur gerade zwei Grad Minus anzeigt habe ich das Gefühl so langsam von den Fingerspitzen an zu erfrieren.
In Schwyzerbrugg fährt mir ein roter Golf GTi mit Zuger Kontrollschildern vor die Nase, gibt Gas wie ein Îrrer... ich merke, er will spielen.
Er gibt Gas, verlangsamt, gibt Gas... Ich tue im den Gefallen und spiele mit, weis was er beabsichtigt.
Unterwegs steht seit ein paar Wochen eine mobile Radar Kontrollstation.
Ich spiele den unwissenden, überhole wie er wieder mal vom Gas geht, merke wie er wie erwartet Gas gibt. Drücke kurz ab um den Überholvorgang abzuschliessen, um dann mit genau der erlaubten Geschwindigkeit den Radar zu passieren.
Ja und was soll ich nun von Fahrern wie ihm denken.... sag Du es mir lieber Zuger... was wolltest Du? Was ging an diesem Sonntag durch Deinen Kopf?
Ich behaupte, all zu viel kann es nicht gewesen sein.

Langsam nähert sich unsere Reise dem Ende zu. Die eine oder andere Kurve zaubert noch mal ein Lächeln auf unsere Gesichter. Das erlebte geht noch mal durch unsere Köpfe, was wohl Gerry gerade irgendwem am erzählen ist?
Leicht beginnt es zu tröpfeln wie wir zuhause die unsere Käthen in die Garage stellen.

Insgesammt waren wir knapp 1200 Kilometer unterwegs.
Schön wars... sehr sehr schön.

Den Strecken Beschrieb mit den GPS Daten findet ihr hier









Sonntag, 13. März 2016

von Stuben am Arlberg übers Faschinajoch

Wars gestern noch Neblig scheint heute in Stuben am Arlberg die Sonne.
Gleich wirkt alles viel freundlicher. 


Wir geniessen unser Frühstück in der Skihütte Kohlerhaus. Eine gemütliche kleine Herberge. WC und Dusche auf dem Gang. Als Heizung muss ein Heizstrahler herhalten. 
Einfach aber sehr gemütlich. 

Wir holen unsere "Käthen" aus der Garage, blicken zurück auf das was gestern im Nebel verborgen lag. 



Noch ist es sehr kalt, die Strasse nass. Entsprechend vorsichtig sind wir in schattigen Passagen. 

Die Kette an der "Käthe" schlackert immer noch. Auf einem Parkplatz wird das Problem behoben. 
Ein Mitglied eines Vorarlberger MC's fragt nach ob wir Hilfe benötigen. 
Hilfe brauchen wir keine, für einen kurzen Schwatz sind wir aber jederzeit zu haben. 
Gelebte Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft unter Motorradfahrern. 
Leider keine Selbstverständlichkeit mehr. 

Vielen Dank!

Wir fahren weiter. 
"Schatz hesch alli Schruube guet azoge?"
Schrauben?
Radmutter?
Anziehen?
Ups!!! 
Meine Dämlichkeit ist heute konkurenzlos. 
Ich hole also nochmals das Werkzeug hervor, ziehe die Radmutter fest und stelle mir  den weiteren Verlauf des Tages vor, hätte Corinne statt von Schrauben übers Wetter gesprochen. 

Das Faschinajoch kennen wir noch vom letzten Jahr. 
Die Strasse trocken, kein Verkehr. Einfach herrlich. 



Wir geniessen die Fahrt ins Tal, biegen in Au links ab in Richtung Bregenzerwald. 
Über die Schnepfegg gehts nach Reuthe. 
Wieder mal steht ein Tankstopp an. 
Kurz nach der weiterfahrt nochmals ein Stopp. 
Meine Prinzessin muss kurz die Krone richten. 
Was muss das muss, gäll Schatz. 


Schwarzenberg, Bödele. 
"Einmal Cordonbleu mit Pommes bitte"


In der Ferne lockt schon der Stoos. 
Das nächste Etappenziel. 


Erstmal müssen wir durch Dornbirn und über den Zoll. 
"Nä-ä nüd zverzolle, danke adee"

Ich liebe die Strasse über den Stoos. Es wird wieder merklich kühler. 
Appenzell, Urnäsch, Schwägalp. Kein Mensch unterwegs. 
Nur wir beide. 



Leider ist es wieder bedeckt. Sofort ist es "gefühlt" merklich kühler. 
Das Navi zeigt zwei Werte welche nicht zu gefallen wissen. 
1.die Temperatur
2.die Kilometer bis nach Hause. 

Bütschwil, Hulftegg. In Uster gehts auf die Autobahn. 
Für heute reichts. 
Viertel nach fünf stehen wir in der Garage. 

Die "Käthen" erhalten das vereinbarte Wellness Program.

Samstag, 12. März 2016

Arlberg im März

Wir sitzen beim Nachtessen in Stuben. Der Murmele Salat mit warmen Pilzen und Speck, einfach herrlich. 

Aber der Reihe nach. 

Wir starten in Gränichen. Luft, Öl, alles kontrolliert, alles bestens. 
Die Kette an der Dicken schlackert etwas. Habe gestern noch eine dicke Lippe riskiert ich hätte sie erst noch gespannt. 
Jä no, passt scho. 

Gränichen, Muri. Über Land gehts nach Sihlbrugg, über den Kistenpass hoch zum Ratenpass. 




Es ist sch..... kalt. Obwohl das Thermometer plus zwei Grad anzeigt friert es mich "ad Chlämmerli". 

Wir fahren durch Einsiedeln. Mitten durchs Dorf. Über den Sihlsee und weiter über die Sattelegg. 

Autobahn bis zur Ausfahrt 14, Davos Vereina. 
Kurz nach der Abfahrt von der Autobahn drückt die Sonne durch. 
Wunderbares Wetter. 


Oberhalb Kloster fahren wir zur Verladestation "Vereina" Richtung Engadin. 

Die Überraschung ist gross. Anstelle des geschlossenen Wagens sollen wir direkt auf den Autozug. Angeblich ist die Verladerampe defekt. 
Klar... Wärs glaubt. 



Seltsames Gefühl, sitzend auf einem stehenden Motorrad mit achtzig durch den Tunnel. 

Sagliains, wir fahren vom Zug, 



Richtung Scoul. Strahlender Sonnenschein, plus acht Grad. Herrlich!


Leider bewölkt sich der Himmel je näher wir der Österreichischen Grenze kommen. 
Sofort sinken auch die Temperaturen. 
Bei Minus zwei Grad nehmen wir die Panoramastrasse Richtung Arlberg. 


Auf der Arlberg Passhöhe ist endgültig fertig lustig. 
Minus drei Grad und Nebel. 
Aber bis Stuben, unserem Nachtquartier sind es nur noch knapp drei Kilometer. 

In Stuben suchen wir unsere Unterkunft. 
Diese ist gut versteckt, mitten im Dorf. 
Das Zimmer ist klein, ungeheizt aber härzig. 
Duschen will heute niemand. 
Hunger, Durst, Schlafen. 
Für heute reichts. 




Dienstag, 8. März 2016

heisses für Kalte Tage

Nein, wir machen jetzt hier nicht Werbung für ein Heissgetränk. Es geht hier um Corinnes "Griffeltoaster" bzw um ihre neue Griffheizung.

Gerade in den kühleren Tagen, bei Fahrten am frühen Morgen, beklagt sie sich immer mal wieder über kalte Finger.
Mehrere Versuche mit entsprechenden Handschuhen, bringen leider nicht den gewünschten Erfolg.
Eine Griffheizung muss also her.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Lösungen zu verschiedenen Preisen.
Die von uns gewählte Lösung ist nicht die Preisgünstigste, bietet aber gegenüber anderen Varianten Vorteile.
Zum einen verbleiben die originalen Griffe, somit auch deren Dicke, zum anderen gibt es gerade beim Gasgriff keine störenden, mit drehenden Kabel, wie etwa auf dem folgenden Bild gezeigt.


Zugegeben, am Anfang ist die Skepsis gross. Beim von uns gewählten Produkt wird eine Heizpatrone in den Lenker geschoben und verklebt. Wird die Griffheizung eingeschaltet, muss also erst einmal das Lenker Ende aufgeheizt werden.



Die Frage also, reicht die Heizleistung der Patronen aus, bleiben die Finger warm, auch bei Temperaturen um die 0 Grad Celsius.

Die Webseite von Coolride verspricht genau das.


Dann mal los. Probieren wirs aus.

Wir haben uns fürs Deluxe Modell entschieden. Obwohl zuerst der Selbsteinbau im Raum steht, entscheiden wir die Heizung durch unseren Mechaniker Toni Gaberthuel von moto-racing.ch Winznau einbauen zu lassen. Corinnes "Luuszapfe soll eh in den Service, die Gelegenheit also günstig.

Toni macht sich also ans Werk.


Hinter der Lampenmaske des "Duke" bleibt nicht gerade viel Platz. Die Kabel und Komponenten finden gerade mal so Platz.




Die Heizpatronen kommen in die Lenker Enden, werden dort verklebt. Die Kabel werden im Lenker zur Mitte geführt.
In der Mitte des Lenkers werden die Kabel durch eine kleine 8 mm Bohrung nach aussen geführt.






Zuerst war die Rede davon die Leistungsanzeige im Cockpit anzubringen. Dazu hätte ein Schlitz gefräst werden müssen.
Toni hat eine bessere Idee, befestigt die Anzeige direkt an der Aufnahme der Lampenmaske. Perfekt!



Um die Heizleistung einzustellen gibt es einen mitgelieferten Drucktaster. Dieser wird auf der linken Seite, gut erreichbar für den Daumen, neben dem Griff befestigt.


Soweit alles gut, fehlt nur noch der Praxis Test. Hält das Produkt was es verspricht?

Ja, tut es. Und wie.

Wir sind Unterwegs in die Vogesen, Temperatur schlappe 4 Grad plus. Heizung auf Stufe 5, Finger sind warm, die Frisur sitzt.
Schon nach kurzer Zeit vermeldet Corinne das sie die Leistung nun auf  Stufe 3 herunter geregelt hat. Ich blicke auf die Temperatur Anzeige am Strassenrand. Plus 2 Grad.
Was ich höre gefällt mir, werde in meinen dicken Handschuhen schon beinahe etwas neidisch.

Später am Tag, mittlerweile Temperaturen von Minus 2 Grad. Stufe 4 der Heizpatronen reiche völlig aus meint Corinne.
Sie habe das Gefühl sie habe insgesamt viel wärmer als sonnst, dadurch das sie warme Finger habe.

Ziel erreicht, ich bin durchgefroren wie Fischstäbchen in der Kühl Vitrine, ziehe meine Handschuhe aus und fasse nach Corinnes Lenker... Tatsächlich.. super schön warm.

Demnächst wird wohl ein weiteres Motorrad eine Griffheizung erhalten.

Danke Toni für den Super Einbau.