Montag, 26. September 2016

Gast Blog.... heute, Swizzlybiker

Wir sind viel unterwegs. Wer viel unterwegs ist, lernt zwangsläufig auch viele andere Biker kennen.
Der eine oder andere darunter schreibt wie wir einen Blog.

Einen davon möchten wir heute vorstellen.
Andreas aus Matten bei Interlaken, im Internet als Swizzlybiker unterwegs.
Andreas hat die Schweizerische Tourismusfachschule in Siders absolviert, darf sich somit Dipl. Tourismusfachmann HF schimpfen.
Auf seinem Blog finden die verschiedensten Themen Eingang.
So auch das absolvieren eines Schrauberkurses.

aber lest selber.......


Sonntag, 11. September 2016

Auf Umwegen zur Villa Morissolina oder die Lust am Genuss

Es soll ein Genuss sein, ein unvergesslicher Abend mit einem sensationellen Nachtessen. Wir müssen da unbedingt mal dabei gewesen sein, sonnst hätte man etwas verpasst, so sagt man.
Den einen oder anderen Bericht in unserem Stammforum, dem Dampfrad, haben wir schon gelesen über die Villa, alle begeistert vom gebotenen.
Der Termin passt Ein oder zwei mögliche Routen im Kopf. Wir sind angemeldet.
Aus zeitlichen Gründen fahren alle Teilnehmer getrennt.
Wir bereits am Freitag 14:00 Uhr. Am Morgen noch ein Meeting in der Firma, los gehts.

Vom Wynental gehts über den Schürberg ins Seetal. Vorbei am Türlersee nach Sihlbrugg und hoch zum Hirzel.
Weiter auf einer uns neuen Route, mit Blick auf den Zürichsee nach Bieberbrugg und Einsiedeln.
Die Sattelegg gehört uns. Das Auto mit Anhänger vor uns, biegt bereits nach der ersten Kurve rechts ab.
"Danke schöön"

Die Sattelegg macht auch auf der Talfahrt Spass. Bisher war ich Talwärts eher zögerlich unterwegs.
Seit ich andere Reifen ausgewählt habe, fühle ich mich wohler..
Bei Corinne das selbe... auch sie ist schon seit geraumer Zeit auf neuen Sohlen unterwegs.
Wir sind zügig unterwegs.
Bis Bad Ragaz befahren wir die Autobahn, durchfahren das Städtchen, findens schön und denken an Stephan. Etwas mehr Zeit und wir hätten uns gemeldet, in einem der hübschen Cafe etwas zusammen getrunken. 
Versprochen, irgendwann klappt es.

In Vätis machen wir halt, müssen die Bewilligung für den Kunkelspass lösen.
Durst haben wir sowieso. 
Ein Facebook Post, ein Bild und Stephan meldet sich.
"Sooooryyyy, ich weis as mer vor dire Töre doregfahre send. Nei, kei Stress, nor kei Zyt"

Es geht hoch zum Kunkelspass. Unterhalb der Passhöhe beginnt ein Stück Naturstrasse.
Mir gefällts, Corinne nicht so sehr.



Bei Tamins nehmen wir wieder für ein kurzes Stück die Autobahn. Verlassen diese in Thusis.
Mehr Verkehr als erwartet, gehts vorbei am Stausee bei Marmorera und Bivio.
Der Julier.
Wir überholen noch zwei Autos und sind unvermittelt alleine unterwegs.
"Glöck muesch ha"
Wir sind hier auch schon mal hinter mehreren Wohnmobilen her gefahren, ohne Chance auf überholen und ohne Chance auf Kurvenfieber.

Heute passts. Und wie.
Wir lassens krachen, immer mit dem nötigen Respekt und einem Auge auf dem Tacho, aber ohne Rücksicht auf das runde schwarze auf den Felgen.

Kurz vor St. Moritz ist ein Tankstopp fällig. Einmal mehr hat eine Tankfüllung grad mal für etwas knapp unter 300 Kilometer gereicht. Die Dicke säuft wie ein Loch.

Das Hotel Berninahaus erreichen wir noch bei Tageslicht um 19:30 Uhr. Erhalten ein super "schnüssligs" Zimmer, haben Durst und Hunger.



Es wir eine Kürbiscreme Suppe, ein kleines und ein grosses Cordon Bleu bestellt. Das kleine gar nicht so klein, das grosse gar nicht mal so gross.
Der Kartoffelsalat wird durch Fritten ersetzt, das Bier durch einen halben Malanser abgelöst.
Das Essen ist hervorragend. Der Kellner, er gehört zur Gruppe der "Soo" Kellner, ist aufmerksam und speditiv. Sehr nett und freundlich.
Wir amüsieren uns jedoch über das wiederholte "Soo", wenn immer er etwas an einen Tisch bringt.
Auch unsere Rechnung wir durch ein solches "Soo, ihre Rechnung" begleitet auf den Tisch gebracht.

Samstag, 10.09.2016

Wir haben schlecht geschlafen. Daran Schuld? Na ich natürlich.
Corinne hätte eigentlich schon gut geschlafen, aber dadurch das ich unruhig gewesen sei, sei sie eben immer wieder aufgewacht.
Wir lassens Frühstück Buffet Buffet sein. Ein, zwei Cafe und wir sin unterwegs zur Bernina Passhöhe.
Es hat uns sehr sehr gut gefallen im Berninahaus.

Zwei Reisecars stehen uns ein wenig im Weg, sind aber bald Geschichte.
Es geht hinunter nach Tirano, Italien.
In Tirano biegen wir links ab Richtung Bormio.
Im Zick-Zack Kurs geht es durch schmale Gässchen, ich glaube es ist "Mazzo di Valtelina", hoch zum Passo Mortirolo.
Die Passstrasse ist schmal, kurvenreich, einfach herrlich.



Zwischen durch eröffnet sich ein herrlicher Ausblick ins Tal.



Etliche Velo Fahrer kämpfen sich die steile Strasse hoch. Respekt vor dieser Leistung.



Mit 20% Gefälle geht es hinunter nach Monno, weiter Richtung Edolo und zum Aprica.
Kein besonders spannender Pass, aber doch einig schöne Kurven hinunter ins Tal.

Es ist warm, die Strecke eher langweilig. Wir erkämpfen uns den Weg an den Lago di Como.
In Varenna lösen wir ein Ticket für die Fähre nach Menaggio.
Chaos Pur.
Erst soll ich auf die Fähre fahren, dann wieder zurück.
"Hey das Teil esch öber 210 Kilo, da chunnt ned vo allei weder die Rampe ufe"
Ein Autofahrer verwechselt wohl Vorwärts mit Rückwärtsgang und fährt trotz lautem Rufen einem Italienischen Biker ins Motorrad.
"Das glaubsch nor wenns säuber gseh hesch"

Wir sind auf der Fähre. Es hätten wohl noch gut vier Autos Platz. Umso unverständlicher das Chaos von vorhin.

Von Mennagio gehts Richtung Lugano, vorbei an See, Palmen und malerischen Dörfchen. Wunderschön.
In Lugano kommen wir wieder erwarten gut durchs "Dorf".
In Ponte Tresa ist es heiss, die Schlange vor dem Zoll lang. Dennoch, es geht wieder erwarten zügig vorwärts. Mit dem üblichen Kopfnicken werden wir nach Italien "gewunken".
Auf der "ss394" zuckeln wir langsam Richtung Laveno.
Unsere Geduld schwindet langsam. Es ist halb fünf, wir sind seit halb zehn unterwegs. Auf den letzten Drücker erreichen wir die Fähre nach Intra.
"cool, het grad no glängt"


Wir haben keine Lust auf Sonnendeck, bleiben im Schatten. 

In Intra biegen wir rechts weg, entlang des Lago Maggiore. Ich bin etwas angespannt. Der Abzweiger zur Villa sei etwas versteckt, sagt man, man müsse aufpassen das man ihn finde, sagt man.
In Cannero Riviera lacht mich schon von weitem ein Wegweiser Richtung Viggiona Trarego an.
Alles easy also. Auch mein Navi meint "hier links bitte"

Schnell gewinnen wir an höhe. Tolle Aussicht über den See. 
Einmal links, halb Rechts, vier Kehren, Tordurchfahrt rosa Haus, wir stehen vor der Villa Morissolina.

Das Gepäck bleibt mal noch auf den Motorrädern. Handschuhe weg, Helm weg, Jacke weg.
Röbi, Ursula und Meke sowie seine Eltern sind schon da.
Michel und Tami treffen kurz nach uns ein.
Thomas, der Chef der Villa serviert uns ein Notfall Bier. Cool, Thomas weis um die wichtigen Dinge im Leben.
Zisch und weg, der erste Schluck ist immer der beste.


Langsam klappts auch mit dem sprechen wieder. Staubige Kehlen sind nicht mehr so trocken.
Wer wie lange, wo durch gefahren, wieso, weshalb und sowieso. Informationen werden ausgetauscht.
Bier nach bestellt. Corinne bezieht schon mal Zimmer, will aus den Motorrad Klamotten und unter die Dusche. Ich mag mich noch nicht aufraffen.
Irgendwann ist es zehn vor sieben. Sieben Uhr gibts Nachtessen.
"etz muesch aber seckle hey"
Ich bin zwei Minuten nach sieben, geputzt und gestriegelt am Tisch.
Die Show beginnt.
Der 1. von 8 Gängen wird serviert.
Hervorragend, überraschend, verzückend, gehaltvoll, aromatisch und was noch alles an Ausdrücken treffender wären. 
Schlicht weg der Hammer was Thomas da aus der Küche zaubert. Gang für Gang ein tolles Erlebniss.
Leider vergesse ich vor Begeisterung mir die Einzelheiten zu merken.
Vielleicht liefert die irgendwann jemand nach.

(Nachtrag, Montag, 12.09.2016)
Merci Michel



Wir geniessen, plaudern, trinken, Die ersten melden sich ab, gehen schlafen.
Röbi und ich bleiben, geniessen den feinen Grappa.
Irgendwann meldet sich auch Röbi ab.
Ich sitze noch mit Thomas und einem Österreichischen Pärchen am Tisch.
Wir erinnern uns, uns bei der ersten Fähre, der Chaos Fähre gesehen zu haben. Mir ist ihr Alfa Oldtimer aufgefallen, ihnen wohl unsere beiden österreichischen Motorräder.
Irgendwann sind nur noch Thomas und ich übrig.
Halb vier Uhr liege ich im Bett.




Sonntag 11.09.2016


Genau so toll wie das Nachtessen schmeckt auch das Frühstück. Einzig der Kaffee fällt etwas aus dem Rahmen.
Während dem Frühstück werden die Pläne für die Rückfahrt vom vorigen Abend wieder aufgenommen und vertieft.
Wir fahren also mit Ursi un Röbi via Lukmanier, Oberalp, Furka und Grimsel nach Hause.
Aber zuvor geniessen wir noch das Frühstück.

Es ist nach Zehn Uhr wie wir starten.
Villa Morissolina, es hat uns sehr gut gefallen. Wir kommen wieder.


Ich habe den Lead, fahre voraus.
Der Tunnel, Umfahrung Locarno macht uns zu schaffen. In der Mitte sind es kuschlige 35 Grad warm.
"danke, benn bedient met Wärmi"

Bellinzona bis Biasca gehts auf die Autobahn.
Ohne "Kurvenzuparkierer" über den Lukmanier nach Disentis.
"Fröilein, zwöi halbi Cola, e dreier Cola und en halbe Mineral met Zitroneschnetz"

Oberalp, Furka, Grimsel. Viel Verkehr, viele Motorradfahrer. Einige haben Kurvenradar.
Entweder sehen die um Kurven oder sie sind erleuchtet.
Vielleicht aber auch einfach Lebensmüde.

Am der Fahrt zum Grimsel werden wir kurz aufgehalten. Die Feuerwehr ist am aufräumen eines Unfalls vom Vormittag.
Wir machen uns jeder unsere Gedanken, im wissen das uns dann spätestens am Montag Freunde, gewollt oder ungewollt mit den Details versorgen werden.


Nach dem Brünig hängen wir noch den Glaubenbielen an. Super schön. Kurve an Kurve, wenig Verkehr..
Via Holzwegen fahren wir nach Wollhusen, Wilisau, Dagmersellen.
Jetzt noch ein kurzes Stück Autobahn und wir sind zuhause.
Röbi und Ursi ziehen winkend an uns vorbei. Ich denke der Heimweg der beiden dürfte rund 40 Minuten länger sein.
Wir sind jedenfalls punkt 19:00 Uhr Zuhause. Lassen den Tag bei einem Fondue auf dem Balkon ausklingen.

Die Tour war ein tolles High Light. Einige Passagen etwas mühsam und zehrend.
Der Heimweg war der Hammer.
Beide Unterkünfte, das Berninahaus am Freitag, die Villa Morissolina am Samstag sind vorbehaltlos zu empfehlen

Die GPX Datei zur Tour gibts hier.

Sonntag, 4. September 2016

das Dutzend unterwegs nach Chamonix oder die Geschichte mit dem separaten Bezahlen

Freitag kurz nach fünf Uhr.
Die Raketen sind betankt, Öl ist aufgefüllt, der Reifendruck kontrolliert. 
Wir sind startklar.
Dieses Wochenende gehts in Richtung Haute Savoie Frankreich.
Geplant sind 600 Kilometer kreuz und quer mit Mitgliedern der Facebook Gruppe "Motorradfahrer Ü-40"



Heute sind wir erst mal noch im vertrauten Zweier Team unterwegs. Tante Käthe vorne, den kleinen Herzog im Schlepp.
Wir nehmen die Autobahn, wollen heute noch bis Montreux.
Bis Bern quälen wir uns durch den obligaten Stau. Nach Bern Richtung Fribourg lässt der Stau nach und wir beginnen die Fahrt zu geniessen, freuen uns auf die bevorstehenden zwei Tage mit Freunden. 

Schlag 19 Uhr erreichen wir Montreux.
"was? deux Parking? mon dieux? isch abe nur eine", tönts an der Reception des Hotels, mitten in der Stadt, unweit vom Casino.
"aber isch werde finden ein Solution für sie, un instant s'il vous plaît"
Tatsächlich, er findet eine Solution. Die zwei Raketen stehen in der Garage und wir im Zimmer.
Gefühlte 30 Grad, im Schatten. Die Pfunzel an der Decke spendet nur wenig Licht.
Ich weiss jetzt schon, ich werde schlecht schlafen.
Egal, duschen, umziehen und ab ins "Dorf". 
Huunger, Durscht. 
Wieder einmal.

Wir geniessen den kurzen Spaziergang an der Promenade in Montreux.
Knapp erwischen wir die letzten zwei Plätze in einer Pizzeria, direkt am See.
"Exgüse moi Madame, schö war ein petite peux schnäller, gsehsch au oder?"



Die Pizza ist fantastisch, das Bier schön kühl.


All zu Alt werden wir heute aber nicht mehr. Obwohl nah am vereinbarten Treffpunkt, müssen wir zeitig aus den Federn, soll das mit dem Frühstück klappen.

Im Zimmer ist es immer noch heiss. I
Ich schlafe schlecht, der Wecker klingelt zu früh.
"jä no, was sölls, de haut uf und ad Arbeit"

Wir sind Punkt acht Uhr am Treffpunkt, Autogrill Restaurant im Einkaufscenter Rennaz.
Nach und nach treffen unsere Freunde aus der halben Schweiz ein. Teilweise wurde in Lesyn, Villeneuve und sonnst wo übernachtet. Zwei reisen direkt aus Baden an. 
"hey mir schaffets denn nöd uf die nüni gäll, händ no problem gha underwägs"
Astrid ruft an, rapportiert die offensichtliche Verspätung.
Egal, noch ein Kafe mehr hat schon Platz.
Diese werden übrigens von Autogrill offeriert. Vielen Dank an dieser Stelle.

Zwischenzeitlich sind wir komplett, beginnen mit dem Briefing. Ich markiere den Tour Guide, fahre vorneweg, Mathias macht den "Tail End Charlie", fährt am Schluss.
Ich erkläre das "Marshall System", die Art wie wir fahren wollen damit wir möglichst unkompliziert alle Fahrerinnen ans Ziel in Chamonix bringen.
09:30 Uhr fahren wir los, sind nach dem ersten Kreisel Richtung Französische Grenze nur noch zu fünft. Wir warten kurz, der Rest der Gruppe kommt angefahren, aufgehalten durch ein Wohnmobil.
Weiter gehts.
Bei Saint Gingolph passieren wir die Landesgrenze, aufgereiht wie an einer Perlenschnur.
Wir sind nun in "Frooonkreisch"


In Evian die erste Probe aufs Exempel ob unser Plan funktioniert und wir alle durch die unzähligen Abzweigungen und Kreisel ohne Verlust ans Ziel bringen.
Ich plaziere die 1. Fahrerinn hinter mir am Strassenrand. Sie weist den folgenden den Weg, reiht sich vor unserem "Tail End Charlie" Mathias wieder ein.
Perfekt, Corinne meldet per Funk, "alle da"!
Oberhalb Bernex, die ersten Kurven, meeega.
In Bonnevaux gehts hoch zum Col du Corbier, 1230 MüM. Ein erstes Mal gebe ich Zeichen, "Strecke frei".
Ab jetzt darf überholt werden. Wer möchte. Andy möchte und donnert noch vor der ersten Kurve an mir vorbei. Recht so, so hat jeder seinen Spass.
Auf der Passhöhe warten wir auf die langsameren, sammeln den Trupp wieder ein.

Es folgt nun eine Abwechslungsreiche Strecke durch Wälder, abgelöst durch malerische Dörfchen.
In Mégevette biegen wir links ab auf die Passtrasse zum "Col de la Ramaz".
Mir begegnen einige auffällig Lackierte Fahrzeuge. Noch auffalender, die Fahrzeuge haben unübersehbar Startnummern auf der Kühlerhaube. Noch auffälliger, Fahrer und Beifahrer tragen Helm.
Auf halber Strecke werden wir aufgehalten, wir sollen nicht unfreiwillig Teilnehmer der Rally Mont Blanc-Morzine werden.
Während die einen darüber diskutieren was nun geschehen soll, suchen andere passende Bäume.
Ich lerne, die Gruppe braucht mehr Pausen als ich es mir gewohnt bin.
Die Sperrung dauert uns zu lang.
Wir drehen um, beschliessen eine Alternative Strecke zum "Col de la Joux Verte und dem "Col de Joux Plane" zu suchen.
Laut meinem Navi gibt es in "Taninges" via "Avonnex" eine Verbindung zur D38 welche zum "Col de la Joux Verte" führt.
Ich sehe vor mir vier Rally Fahrzeuge. Sie fahren in die gleiche Richtung, sehe am Strassenrand ein Schild welches die Fahrer auffordert den Helm aus zu ziehen.
Hmmmm... die sind scheinbar auf einer Verbindungsetappe zur nächsten Wertungsprüfung.
Wo könnte die statt finden wenn nicht auf dem "Joux Verte" oder dem "Joux Plane"?
Mir kommt das ganze "gspässig" vor, habe wenig Bock drauf mit meinen zwölf Schäfchen im Schlepp in einer halben Stunde wieder umdrehen zu müssen.
Astrid muss eh tanken. Sie schafft etwas wenig über 150 Kilometer mit einer Tankfüllung. Ist heute bereits auf der Anreise mit trocknem Tank stehen geblieben. Übrigens der Grund für ihre Verspätung. Andy musste erst mal den Pannendienst spielen.

An der Tankstelle orientiere ich kurz wies weiter geht.


Für "Süessli" ist der Mist "Garettlet", er hat keinen Bock auf Rally.

Wir lassen "Joux Verte" und "Joux Plane" links liegen, biegen in "Taninges" rechts ab und nehmen den direkten Weg nach "Cluses".
Ich werde am Montag sehen wie richtig ich gelegen habe mit meinem Verdacht.
Laut Internet führt die Rally Mont Blanc genau über "unsere" Pässe.
Jaaa... hätte Mann sehen können, hätte Mann nach "Rally Mont Blanc" gegoogelt. Sorry Ladies.

Dafür treffen wir nun Zeitig in "Cluses" ein. Mittagessen im "Marysam".
Diverse Grundnahrungsmittel in Form von Salaten, Spaghettis und Hamburgern wechseln gegen Euros den Besitzer.
Das ganze speditiv und ohne Murren, jeder bezahlt was er konsumiert hat.
Wir werden das auch noch anders erleben.
(Jean -Pierre, danke für den Tipp mit dem "Marysam")


Es geht hoch nach "Nancy Sur Cluses". Kurvenreiche Strecke war gefragt, Kurvenreiche Strecke haben wir bekommen.


In der letzten Ortschaft vor dem "Col de la Colombiere" lasse ich die Gruppe ziehen. Jeder soll sein Tempo fahren.
Auf der Passhöhe sehe ich zufriedene Begeisterte Gesichter. Schön, so soll es doch sein.

Das selbe in "La Clusaz". Ich verzichte darauf die Gruppe vor der Ortschaft zu sammeln. Stelle mich für ein Mal selber an den Strassenrand, in der Meinung das es besser ist für "La Clusaz" wenn wir nicht alle zwölf im Pulk durchs Dorf fahren.
Ja, für "La Clusaz" ists besser, nicht aber für uns. Obwohl diverse Wegweiser genau das tun wofür Wegweiser gedacht wären, nämlich den Weg weisen, in unserem Fall zum "Col des Aravis", erwischen etwa die Hälfte die Sackgasse zum "Lac des Confins".
Der Rest trifft sich auf der Passhöhe.



Suchaktionen bleiben erfolglos, SMS werden empfangen und beantwortet, Anrufe aufgrund mangelndem Empfang abgebrochen.
Aber Dank Briefing am Morgen für den Fall der Fälle finden alle wieder zusammen.
Erfahrungsberichte erwecken den Anschein, der Abstecher zum "Lac des Confins" sei unbedingt zu empfehlen.

In "Megeve" vertue ich mich mit den Ausfahrten in einem Kreisel. Fahre mitten in ein Verkehrsberuhigtes Zentrum, zeige der Gruppe zwar das Sportzentrum von Megeve, aber auch zwei Französische Streifenpolizisten nebst blau weissen BMW Abfangjägern.
Kritische Blicke nachwerfend lassen sie uns jedoch unbehelligt durchs Quartier rödeln.

Wir fahren hinunter ins Tal der "L'Arve" und nehmen die N205 Richtung Tunnel Du Mont Blanc.
Sind 15 Minuten später am Ortseingang von Chamonix. Zwei letzte Kreisel, zwei letzte Male Strecken Posten stellen für heute und wir stehen aber so etwas von genau vor dem Hotel Eingang.
Noch genauer geht gar nicht.


Sofort werden wir freundlich empfangen, Gepäckwagen werden heran gefahren. Wenn der "Concierge" gekonnt hätte, ich glaube er hätte uns auch die Mopeds aufs Zimmer gebracht. Das nenne ich mal einen Empfang. Hervorragend!
Das für den Moment erst mal der ganze Hotel Eingang zugestellt ist, scheint niemanden zu stören.

Die Zimmerverteilung gestaltet sich etwas schwieriger als erwartet. Nicht alle Änderungen von letzter Woche scheinen den Weg via Booking.ch an die Reception gefunden zu haben.
Es fehlt ein Einzel- oder Doppelzimmer oder was auch immer, je nach Betrachtungsweise. Es werden Lösungen gesucht und Lösungen gefunden. Einzelzimmer Bewohnerin geht zu Doppelzimmerbewohnerin und Corinne und ich in ein Einzelzimmer mit grossem Bett.
Passt.

Die Motorräder müssen aber irgendwie noch weg. Auch hier wird nach Lösungen gesucht, wir aber erstmal zum Apero geschickt. Man wolle sich zuerst einen Überblick verschaffen und dann orientieren.
Auch gut. Durst ist eh vorhanden. Gepäck wird in Stockwerke verbracht.



Der dritte Stock wird dabei vergessen. "Egal, chunnt scho vöre".
Zum Apero gibts Häppchen, offeriert vom Haus, die Getränke bezahlt Mathias.

"Vele Dank Mäthu" !!!


Nach dem bekämpfen des gröbsten Dursts wird gebadet, geduscht, frisiert, hoch gesteckt, geföhnt, geschminkt und was sonnst noch immer.

Das Endresultat lässt sich sehen, wir sind Ready fürs Dorf und fürs Dinner"









Wir werden freundlich bedient. Das Essen schmeckt toll. Was gewünscht wird wird in der richtigen Form am richtigen Platz abgestellt. Man könnte den Service als Reibungslos und Cool bezeichnen.
Könnte....
Beim Bezahlen gehts los.
"Chöö wööö päijee sil vous plää"

Der Kellner rennt, der Zettel kommt. Sammelrechnung über alles.
"nä-ää, so hämmer da ned gmeint, mer möchte einzel zahle"
"hääää? was?  ils veulent payer individuellement??"
"est impossible".

Mein Französisch ist zu schlecht um alles im Detail zu verstehen was gesprochen wird. Aber ich überschaue den Ernst der Lage.
Der ansonsten zuvor nette Kellner vergeigt sich gerade sein Trinkgeld!

Die Tonlagen werden gehässiger, das Kopfschütteln heftiger, beiderseits.
Nööö, wir sollen ihm nicht sagen was wir gehabt hätten wir sollen ihm sagen was kostet was wir gehabt hätten. Er würde dann zusammen rechnen.
öööh Hallo? Schlieeefts?
Wieder wird wie schon einige Male an diesem Wochenende nach Lösungen gesucht. Zum ersten Mal werden jedoch nur unbefriedigende gefunden.
Da teilweise sehr grosse Unterschiede in der Art und Höhe der Konsumentationen bestehen, ist teilen des gesamten Rechnugsbetrages durch Anzahl Personen keine Option.
Immerhin wäre oben an der Bar das einzelne bezahlen möglich.

Eine Lösung also?

Oh ja und was für eine.
Das Fröilein an der Kasse scheint in der Lage den Tisch zu splitten. Denkste!!
Auf die Frage was der erste in unserer Gruppe konsumiert hat, erstellt sie einen neuen Bon, krizelt den Buchsteben A auf diesen Bon.
Nein, er könne jetzt noch nicht bezahlen, er solle sich den Buchstaben merken, sind alle durch, fange alles nochmals von vorne an und er könne dann bezahlen.
So sei sie sicher, das alles bezahlt werde, am Ende nicht noch Beträge offen seien, welche dann der letzte nicht begleichen wolle, die anderen aber bereits abgehauen seien.
So stellen wir uns also in eine Reihe. Bis ich an der Reihe bin sind wir beim Buchstaben H.
Sie nickt bei jedem Artikel meiner Bestellung, tippt in ihre Kasse.
Den Bon welchen sie raus lässt, bekomme ich noch nicht zu sehen.
Alle durch, alles scheint zu stimmen, wir dürfen bezahlen.
Buchstabe H, ich bin dran, Bon, Betrag.... "öh was ist Consumation divers 17 Euro"? 
"Wie ein Risotto? Ich hatte kein Risotto! Und wieso dööö Coca? Ich hatte nur eines.... so so une Error?"
Ich muss warten, das Spiel beginnt von vorne. Erst muss geklärt werden woher die wundersame Vermehrung der 3 Risottos her kommt. Ursprünglich warens mal zwei.
Das Risotto wird bei mir gestrichen, das zweite Cola bleibt. Ich mag nicht mehr labern wegen einer Cola.
Adjööö tschüsss....das La Caleche ist ein wunderbar dekoriertes Restaurant mit einer wunderbaren Zwiebelsuppe und einem sehr leckeren Hauptgang.... und trotzdem werdet ihr mich nie mehr als Gast sehen. Wohl auch nicht den Rest der Gruppe.... aber aufgrund der sehr hohen Auslastung während der Saison werdet ihr das verschmerzen können auf diese Art, ansonsten zufriedene Gäste zu vertreiben.
Ebe wie gseit, Adjööö tschüss La Caleche, ihr habts vergeigt.

An stelle des Fotos eines zufriedenen Gastes vom Restaurant, hier zwei Impressionen aus Chamonix.



Im Hotel stehe ich nichts böses erahnend neben Mathias im Lift, als mich wie aus dem Nichts heraus etwas anspringt. Ein wildes Tier? Ein Überfall? Nur zu denke ich, bin ja nicht alleine, Mathias hilf!!
Aber der ist erstmal genau so paff.
Wie wir dann erkennen, wer uns da anspringt, wächst die Erkenntnis das nichts mehr wie früher ist, früher alles besser war und man als Mann nicht mehr sicher ist vor übergriffen in elektrischen horizontalen Beförderungsmitteln.

Das Frühstücks Buffet gefällt. Das gestrig Erlebte wird noch einmal eingehend analisiert und durch diskutiert. Wohl um von der Attacke im Lift ab zu lenken.

Zimmer werden bezahlt, Gepäck auf Motorräder geschnallt. Alles Reibungslos.
Das Hotel verdient meiner Meinung nach Bestnoten was Preis Leistung betrifft.


Wir nehmen den "Col des Montets" in Angriff. Dieser bringt uns nach "Vallorcine" und über die Grenze und somit in unser Heimatland.
Apropo Heimatland.... " Heimatland.. werom esch da nor 60 Km/h erlaubt.. 80 gieng da emel au"!

Unterwegs zum "Col de la Forclaz" lasse ich die Gruppe wieder von der Leine, in der Meinung es sei klar Abgesprochen das man sich auf der Passhöhe wieder sammelt und anschliessend zusammen hinunter nach "Martigny" fährt.
Zumindest war das den ganzen gestrigen Tag so usus... aber heute scheinen wir uns irgendwie missverstanden zu haben. Zwei aus der Gruppe fehlen. Da unterwegs keine Möglichkeit zum "falsch" Fahren bestanden kommen wir auf zwei mögliche Schlüsse. Entweder ist es zweien vertleidet mit uns, oder wir finden sie unterwegs irgendwo wartend.

Hinunter ins Tal treffen wir auf einen MG Club aus Frankreich. Süessli beschliesst spontan den Rest der Tour eventuell auf vier Rädern zu beenden, wäre denn der Besitzer ebenfalls einverstanden.
Er ist es nicht, aber für ein Probesitzen reichts alle Mal.


Der Rest formiert sich fürs obligate Gruppen Foto wo jedoch wie gesagt zwei fehlen.



"Champex au Lac" sowie der "Col du Planches" sind die nächsten Pässe auf unserem Programm.
Nach dem überholen der diversen MG's hinunter nach Martigny treffen wir unsere zwei "Vorfahrer" wieder.
"Es gaht wieder opsi, chönd weder frei fahre"
Für einmal, lasse ich es auch mal brennen den Berg hoch. Wie mir berichtet wird hätte ich aus jeder Kurve heraus einen schwarzen Strich hinterlassen.
In Champex au Lac würde ich gerne mein Lieblings Restaurant direkt am See ansteuern.
Es bleibt beim wollen. In Champex au Lac findet gerade ein Bergrennen statt.
"Route barre" wird mir mitgeteilt. Aber nur bis am eis".
Ok, Pause
"Fröilein d Glace Charte bitteee"

Wir geniessen den Halt in Champex, im Wissen das heute das Wetter noch umschlagen wird und wir nass werden. Noch scheint die Sonne, wir sind bestens gelaunt.

Cool, Streckenposten, Hindernisse entsprechend abgepolstert fürs Rennen am Nachmittag. Wir könnens krachen lassen ins Tal.
Unten angekommen ist mal wieder ein Tankstopp nötig.
Via den "Col du Planches" gehts zum zweiten Mal am heutigen Tal nach Martigny hinunter, diesmal auf der anderen Seite der Stadt.
Weiter gehts über die Autobahn nach Aigle und Yvorne.
"Les Agites" in unsere Richtung geöffnet zur vollen Stunde bis zur halben Stunde die Richtung wieder wechselt und wir warten müssen.
Ich fahre 14:26 Uhr in den Tunnel mit einem etwas mulmigen Gefühl. Hoffentlich begegnet mir auf der anderen Seite kein Frühstarter.

Nööö die haben alle brav gewartet. Wir sind ja auch nicht zu überhören. 


Nach dem Tunnel kurze Pause, rauchen, Aussicht geniessen, bevors über die Militärstrasse Richtung "Col des Mosses" Passtrasse geht, vorbei am Stausee, dem "Lac de L'Hongrin"

In Rougemont verarscht mich zum zweiten Mal mein Karten Material mit der Anfahrt zum "Abläntschen/Mittelberg"
" Meega lässig wenn zwölf Chläpf is Nirvana scheksch und vor eme Chalet quasi uf ere Briefmarke muesch wände loh"
Jä no, do muiesch dore

Ich entscheide mich in Zukunft beim Thema "Abländschen" nicht mehr meinem Navi zu vertrauen sondern nur noch den Weg zu fahren den ich auch kenne.





Leider habe ich euch unterschätzt Ladies. Ich dachte ich hätte mehr Zeit um meinen Foto Apparat richtig einzustellen, da kommt ihr bereits ums Eck.
Sorry.. wir holen das mit den Bildli nach.. eventuell am Gardasee.

Unterhalb des "Abländschen" machen wir Station im Restaurant "Zytbödeli". Mir gefällts hier unglaublich gut.
Die Wirtin ist so meega freundlich, hier fühlt man sich einfach gut aufgehoben.
Wir belegen die ganze Terasse mit Beschlag.
Regenkleider wollen ausgepackt, Sommerjacken eingepackt, umgepackt, wetterfest gemacht oder was auch immer.
Zwischenzeitlich ist der prophezeite Wetterumschwung Tatsache.
Wir verzichten auf den "Gurnigel".
Verabschieden uns bereits hier von einander. Ich mache zwar noch den Leithammel bis "Bulle" bzw bis zur Autobahn Einfahrt, danach fährt jedoch jeder für sich nach Hause.

"Meitlene und Giele... das esch es Hennegeils Weekend gsie... danke allne wo debie gsie send und met gueter Luune dezue bietreit händ das es use cho esch wies use cho esch... met öich gang i jeder Zyt gärn weder uf d Gass... nor bem Lift fahre ben i könftig es bez vorsechtiger gä Bea".

Zum Abschluss noch ein paar Bilder von unterwegs von Mathias:










































Wer gerne möchte kann sich hier die GPX Dateien für sein Navi herunterladen.
hier gehts zu den Dateien

Bitte beachtet das ihr die GPX Dateien auf eigene Gefahr hin verwendet.
Ich lehne jede Haftung ab.