Dienstag, 8. Dezember 2015

Nach der Saison ist vor der Saison. Ausblick auf 2016

Die Motorrad Saison 2015 ist schon bald Geschichte.

Zeit für einen kurzen Blick zurück.

- FMS Pässewettbewerb erfolgreich absolviert.
  (130 Pässe, Einwegstrecken zwischen dem 01. April und 30. November)
- Zwei Wochen Dolomiten, Österreich und Allgäu.
- viele schöne Ausfahrten in unserem herrlichen Land.
- Drei Mal wurden Reifen (zweimal an der Adventure, einmal am Duke) gewechselt.
- Zweimal war an beiden Motorrädern ein Service fällig.
- Ein Ausfall der Kupplung an meiner "Dicken".
- Eine defekte Birne am "Luuszapfe"

Insgesamt waren wir in diesem Jahr ca 16'000 Kilometer unterwegs und haben wohl über 230 Pässe und Pässchen befahren.


Ausblick auf die Saison 2016.

Den Pässewettbewerb der FMS 2016 werden wir wohl auslassen. (Sorry Herrmann)
Wie im letzten Jahr, möchten wir  auch 2016 einen grossen Teil unserer Ferien auf den Motorrädern verbringen.
Diesmal 3 Wochen vom 11.06 bis 02.07.
England, Schottland und Irland.
Meinen 50. Geburtstag am 23. Juni werde ich also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf einer Insel feiern. Vielleicht mit einem Schottischen Whiskey, einem Irischen Kilkeny oder einem Englischem Strongbow in der Hand


Die Normandie und mit ihr Frankreich streifen auf wir auf dem Heimweg.

Von Aarau aus gehts nach Amsterdam, von dort mit der Fähre nach Newcastle.
Einmal Schottland rings herum und runter nach Troon, mit der Fähre rüber nach Larne in Irland.


Einmal rund um Irland.
Via Rosslare in der Nähe von Wexford, dann mit der Fähre nach Fishguard in England


In England wollen wir runter bis "Lands End".
Bath, Exeter und Torquay stehen ebenso auf der Liste. Ich war da zwar schon während meines Sprachaufenthaltes. Für Corinne jedoch Neuland welches lohnt bereist zu werden.


Brighton werden wir auch noch "mitnehmen", bevor wir dann in Portsmouth die Fähre nach Frankreich nehmen.
Entlang der Küste von Cherbourg Richtung Le Havre werden wir den einen oder anderen Schauplatz des WWII besichtigen, ehe es dann Endgültig wieder Richtung Heimat geht.


Soweit stehen eigentlich die Eckdaten bereits fest.
Die Feinplanung wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.


Für Schottland stehen schon einige wenige Sehenswürdigkeiten in Form von Kirchen, Schlössern und anderem alten Gemäuer auf der Liste.
Einiges wird wohl noch dazu kommen.
Vielleicht ein Rugby Spiel da, der Besuch der Highland Games dort... was auch immer

Aber ehrlich gesagt wollen wir uns auch nicht all zu viel mit Besichtigungen aufhalten sondern uns mit fahren beschäftigen.









.... und wer weis... vielleicht hat ja der eine oder andere Leser grad einen Tip für uns auf Lager, was man unbedingt gesehen, bzw. befahren haben muss. Wir sind auf jeden Fall für jede Anregung und jedes Feeback dankbar. Und oder gerade auch Unterkünfte welche ihr kennt und empfehlen könnt.

Samstag, 5. Dezember 2015

Nikolaus Ausfahrt

Die verschiedensten Motorrad Werkstätten laden ein zu Guetzli und Glühwein. 
Es ist Adventszeit. 
Das Wetter neblig und trüb. 
Dennoch kein Grund auf eine kleine Ausfahrt zu verzichten. 
Wir wollen kurz bei Moto Mader reinschauen. 
Das 16er Modell der 690er Duke gefällt uns. Verfügt neu über nützliche Features wie Traktions Kontrolle, Kurven ABS, verschiedene Fahrmodi und vieles mehr. 
Dennoch, wieder landet Corinne beim "Biest", dem 1290er Duke. Quasi der grosse Bruder von ihrem Luuszapfe. 
Es wird Probegesessen. 

Wir sind gespannt auf die erweiterung der Modellreihe. In kürze soll die 1290 GT bei den Händlern stehen. Ob das was wird?

Im Bekleidungsshop von KTM treffen wir auf ein bekanntes Gesicht. 
KTM?
Keine Sorge, wir erzählens niemandem, das wir dich hier getroffen haben, wir schwörens. 

Noch ein kurzer Abstecher in eine Weinhandlung, wir brauchen ein Geburtstagsgeschenk. 
Hoffentlich bleibt, was jetzt an hochprozentigem aufs Heck der Dicken geschnallt wird, auch bis zuhause in der Flasche. 
Und wenn nicht, die Kriega Packtaschen sind zu 100% dicht. Heisst, wenn nichts rein läuft, so sollte ja auch nichts rauslaufen. 

Wir fahren Richtung Saalhöhe. Als Kind konnte man dort oben im Dezember jeweils Ski fahren. 
Heutzutage fährt man im Dezember Motorrad. 
Der Nebel reisst wie erhoft auf, die Sonne drückt durch. 


Immer wieder fasziniert uns der Blick auf blauen Himmel und Nebelmeer. 
So auch heute. 



Leider bleibt uns wenig Zeit. Wir wollen weiter zum "Samichlaus Event" bei meinem "Mech", Moto Racing Gaberthuel in Winznau. 

So tauchen wir wieder ein ins graue nass, auf der Strasse nach Kienberg. 
Doch nur kurz, schon sind wir wieder draussen und die tiefstehende Sonne scheint uns ins Gesicht. 


Einmal mehr wird uns bewusst wie toll doch unser Hobby ist. 

Bei Toni gibts Glühwein, Wienerli und Brot und vor allem feine hausgemachte Wiehnachtsguezli. 

Corinnes Luuszapfe kriegt endlich eine neu Birne. 
Wir findens ausserordentlich, das diese auch gleich vor Ort montiert, das Leuchtweitenmessgerät herangekarrt und alles sauber eingestellt wird. 
Klar, keine grosse Sache. Aber man muss erstmal wollen. 
Und hier in Winznau will man. Auch heute am "Samichlaus Apero" und obwohl die Bude voll ist. 

Wir lernen nette Leute kennen. Bei kurzweiligen Gesprächen über.... ja was wohl.... Motorräder wirds schon bald wieder Zeit für den Heimweg. 

Sonntag, 8. November 2015

Haute Savoie.... oder die Geschichte mit dem Licht, der Fotokamera und dem defekten Handguard

Freitag, 06.11.2015

Ich fahre mit den Kollegen der Motocrew an die Abdankung eines leider Verstorbenen Kameraden.
Wir sind an die 40 Motorräder, quasi das letzte Geleit.
Ein trauriger Moment.
Seine Sätze wie "alles Fahrbar" werden uns immer in Erinnerung bleiben.

Gegen 17:00 Uhr bin ich wieder zuhause. Rechtzeitig um die letzten Vorbereitungen für unsere Weekend Tour ins Französische Departement Haute Savoie zu treffen.
Motorräder tanken, Öl und Luft kontrollieren.
Ich bin gerade fertig, da kommt auch Corinne nach Hause.

Wie geplant starten wir um 18:30 Uhr. Fahren los, voller Vorfreude auf eine schöne Tour.
Kaum aus der Garage gefahren, fällt mir auf das Corinne kein Licht hat an ihrem "Luuszapfe".
Mist....
An der Tankstelle kurz vor unserem Wohnort, demontiere ich die Lampenmaske am Duke.
Bin ziemlich genervt.
Wie kriegt man dieses ****teil blos runter.
HaPe, ein gemeinsamer Freund fährt zu, leistet Hilfe. Eine passende Birne hat aber auch er nicht.
Wo jetzt um diese Zeit einen Ersatz herkriegen?
Keine Chance.
Wir entscheiden das Corinne nun halt mit Volllicht fährt.
Die Leuchtweite wird auf ein Minimum herunter gedreht um die entgegenkommenden Fahrzeuge nicht übermässig zu blenden.
"da gaht scho soo"

Die Übung hat uns mehr wie eine Stunde Zeit gekostet.
Aber was solls, Villeneuve, wir kommen. Um das Licht kümmern wir uns morgen.
21:30, wir treffen im Hotel "la Porte" in Villeneuve ein.
Das Restaurant hat bis 23:00 Uhr "warme Küche". Wir sind dankbar und lassen uns eine Lasagne schmecken. Witzeln darüber ob es nun "öööö oder ünnne Biere" heisst.
Kollegen raten aus der Ferne via Facebook zu "trois Biere", was wir dann auch tun.
Klappt hervorragend.



Samstag, 07.11.2015

Villeneuve




Das Frühstück im "la Porte" ist ok, mehr aber auch nicht. Wir Googeln nach einer Motorrad Werkstätte.
Zu weit weg. Wir lassens, hat ja gestern gut funktioniert. Fährt halt Corinne eine Weekend lang mit Volllicht.
Die Motorräder aus der Garage geholt, Gepäck aufgeschnallt, alles bereit zum losfahren, lasse ich die Sony zu Boden fallen.
Optisch gesehen hat sie den Sturz gut überstanden.

Los gehts bei strahlend blauem Himmel in Richtung Evian am linken Genferseeufer.
In Evian gehts hoch in Richtung Chevenoz und rein ins Val d' Abondance.
Mit dem Col du Corbier steht der erste Pass auf der Route an.
"Route Barrè" heisst es am Eingang der Ortschaft Bonnevaux.
Wir versuchens trotzdem. Vielleicht gibt es ja für uns trotzdem ein kleines Schlupfloch.
Auf der Passhöhe ist sie dann da die "Barrè". An der kommen wir vorbei, kein Problem. Die Spuren links an der Absperrung verraten das wir nicht die ersten sind.
Ein paar Kurven später ist dann aber Schluss. Ein Absperrgitter versperrt den Weg. Aber auch da wäre ein weiter kommen nicht unmöglich.
Aber ich glaube die Franzosen kennen ihre Pappenheimer. Unmittelbar nach der Absperrung versperren zwei Sandhügel mitten auf der Strasse den Weg.

Ich will ein paar Fotos der Absperrung machen. Es bleibt beim wollen.
Beim fallen lassen der Sony heute morgen, habe ich das Objektiv geschrottet. Nichts geht mehr.
So sehr sich die kleine Kamera auch Mühe gibt das Motiv scharf zu stellen, sie scheitert kläglich.
Blöd... das bedeutet für den Rest der Tour für jedes Foto die Handschuhe aus zu ziehen um mit dem Iphone zu föttelen.
"höööömmmm" ganz ruhig bleiben



Wir drehen um, fahren zurück über die Passhöhe nach Bonnevaux und fahren über den "La Forclaz"


Keine schlechte Entscheidung. Die Strasse macht mächtig Spass. Natürlich sehe ich gerade jetzt gefühlte 100 Motive die ich gerne geknippst hätte. Aber jedesmal Handschuhe aus? "Nei danke, löööhmers"

Bei "Le Jotty" biegen wir wieder auf die geplante Route ein. Sind unterwegs zum "Col de Jambaz".
Dieser hat keine Wintersperre. Die Sonne steht tief, blendet. Entsprechend drosseln wir das Tempo.
Der nächste Pass wäre der "Col de Ramaz". Unterwegs ein traumhafter Ausblick auf den "Mont Blanc". Aber die Sony verweigert weiterhin ihren Dienst.

"Route Barrè", zum zweiten Mal heute. Auch hier fahren wir trotzdem hoch zur Passhöhe.
Was solls, macht auch so Spass. 


Fahren wir halt den gleichen Weg wieder zurück.
Sind jetzt jedoch wenig zuversichtlich dass das einfach nur Pech ist und die anderen Pässe wie der "Col de Joux Plane" nicht auch geschlossen sind.

Wir ändern spontan die Route und nehmen den direkten Weg nach Cluses, haben beim "Col de la Colombiere" mehr Glück. Bereits in Cluses ein Schild, "Col de la Colombiere ouvert"



Die Strasse über den Pass und runter nach "Saint Jean de Sixt" ist herrlich. Die Aussicht wunderbar.
Wir nehmen den "Col des Aravis" in Angriff.
Sind für einmal nicht alleine unterwegs. Französische Motorradfahrer fallen uns durch ihre halsbrecherischen Überholmanöver auf. Überholen an den unmöglichsten Orten um danach auf ihren "Zwiebackfräsen" vor der nächsten Kurve im Weg zu stehen.

Megeve... wieder der Blick zum "Mont Blanc" einfach traumhaft. 



Ich gebe nicht auf, versuche nochmals mit der Sony ein Foto zu schiessen.
Siehe da, die kleine tut wozu sie gebaut wurde, als sei nie etwas gewesen.



So langsam sind wir Müde.
Es beginnen die wohlbekannten berüchtigten letzten 40 Kilometer.
Diese ziehen sich für gewöhnlich wie Kaugummi in die Länge. 
Nicht so heute.
Wir fahren auf die D1205 Richtung Chamonix. Während einer Baustelle wir noch ein wenig unsere Geduld geprüft, dann aber haben wir freie Fahrt. Autobahnen und Schnellstrasse sind meist eher langweilig. Aber diese Strecke macht richtig Spass.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind wir in Chamonix. Diesmal ein anderes Hotel. 





Im Frühling waren wir in der Nähe einer Techno Disco... "bum bum bum bum bum"... bis morgens um fünf Uhr.
Heute Nacht wirds ein Rock Konzert sein, aber das wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Das Hotel Zimmer gefällt uns, ist sehr zentral gelegen, ein paar Schritte und es stehen zwei Biere auf dem Tisch.
Wieder die Frage "öööö oder ünnnne" auch der Zusatz "grande" bringt uns in dieser Frage nicht weiter. 
Wieder wissen einige unserer Freunde im Facebook ganz genau wie es gehen müsste, aber eben, aus der Ferne schlaue Ratschläge geben statt mit kommen.



Die gewählte Pizza macht satt. Das ist das einzige was ich dazu sagen möchte.
Das "Creme Brülllee" macht dagegen Freude.
Es ist noch nicht acht Uhr wie wir hundemüde unter die Decke kriechen. So langsam mach ich mir Sorgen. Früher war das ganz anders, ich schwörs.

Sonntag, 08.11.2015

Das Hardrock Konzert in der Nähe unseres Hotels hat unseren Schlaf nur wenig gestört. Wir versuchen noch dahinter zu kommen in welche Schublade man diesen Musikstil packen könnte, geben aber auf.
Das Frühstück ist toll. Das Personal sehr freundlich, ja fast fröhlich. Aha, wenn wir raus sind, dann schliessen die hier für drei Wochen, haben also Ferien bevor dann der Weihnachts Trubel beginnt.
Deswegen die Fröhlichkeit.
Wir packen einmal mehr unsere sieben Sachen. Im packen haben wir ja inzwischen Routine.
Die Sony funktioniert übrigens tatsächlich wieder tadellos. Schwein gehabt.
Via "Argentiere" und "Valorcine" gehts zurück in die Schweiz, über den "Col de la Forclaz" hinunter nach Martigny.





In Martigny nehmen wir die Autobahn Richtung Aigle. Wollen mal sehen ob der "Les Agites" noch geöffnet ist.
Eigentlich ist er es nicht. Da aber zahlreiche "Wadtländer, Walliser und Berner" anderslautende Zeichen ignorieren, tun wir es auch und verlassen das Wallis quasi durch die Hintertüre.

Wieder geniessen wir traumhafte Ausblicke. Diesmal über den Genfersee. Das Wetter ist ja aber auch traumhaft. 18 Grad schon den ganzen Tag. Kein Gedanke daran das in wenigen Wochen schon die Adventszeit beginnt.




In "La Léecherette" biegen wir in die Passstrasse des "Col des Mosses" ein. In "Chateau D'Oex ist wieder einmal ein Tankstopp fällig.
Am Noten Automat vertippe ich mich bei der Wahl der Säule und spendiere einem Unbekannten der nach uns an diese Tankstelle kommen wird für 10 Franken Diesel.

Auf dem Navi wähle ich für den Heimweg einen kleinen Umweg über "Abläntschen/Mittelberg" und den Jaun Pass aus.
Bin überrascht das es bereits in Rougemont den Berg hoch gehen soll. Scheint plausibel, probieren wirs aus. Umdrehen können wir allemal.

Die Strasse wird ein ums andere Mal abenteuerlicher. Eine Fahrverbotstafel sehe ich nirgends.
Bald stehen wir auf der Krete. "La Forcla" steht auf einem Wegweiser. 
"Hm... da goht aber zemmil nedsi"


Ich entschliesse mich zuerst mal zu Fuss den Weg zu erkunden. Steil, aber alles Fahrbar.
An der steilsten Stelle sind die Furchen mit Teer ausgegossen worden. Das dürfte unseren Gummis genügend halt geben.
Wir sind mutig und versuchens.... laaangsam... gaaaanz langsam gehts hinunter.
Es wird steiler, steiniger. Wieder gehe ich zu Fuss voran.
Doch... das müsste gehen.


Wir fahren weiter... mehr und mehr kommen wir ins rutschen.. der Asphalt welcher vorhin noch geholfen hat ist weg. An seiner Stelle liegt nun loses Geröll.
Es wird noch steiler und ausgesetzter.
sch*****... auf was für ein Abenteuer haben wir uns denn da eingelassen.



Ich fahre, so man das überhaupt noch fahren nennen kann voraus. Corinne ist hinter mir.
Ich kann sie nicht sehen, nur hören, auf dem Funk. Und ich höre das sie gestürzt ist, höre aber auch das sie nichts ab bekommen hat.
Im Gegensatz zu ihrem "Luuszapfe" dieser liegt auf der Seite und lässt ein "Ohr" hängen, sprich der linke Handguard hats erwischt.
Easy... das ist nur ein Plastik Anbau Teil.
Bei Corinne mach ich mir mehr Sorgen. Hat sie den Sturz wirklich so Problemlos überstanden?
Auch wenn im Schritt Tempo unterwegs, da kann immer mal was passieren.
Aber an dieser Stelle seis wieder mal erwähnt. Wer bei der Schutzbekleidung spart, spart am Ende  am falschen Ende und riskiert seine Gesundheit.

Corinnes "Latitude" von "KliM" hat seinen Dienst getan und schützt sie vor Schmerzen und vor Verletzungen.
(gibts bei mmd-adventures)

Haben wir zuviel gewagt? Wenn wir uns entschliessen kehrt zu machen, kommen wir da allenfalls wieder hoch?



Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wir entscheiden uns für Talwärts, wissen das da unten irgendwann die Passtrasse kommen wird.
Aber erstmal ist fertig mit fahren... wir schieben, bzw rutschen den Weg hinunter.
Sobald ich die Vorderbremse los lasse, mag das Hinterrad alleine die 240 Kilo der "Dicken" nicht mehr bremsen und rutscht. Mit der Vorderbremse zusammen geht es.
Wieder einigermassen festen Boden unter den Rädern, lasse ich die "Dicke" stehen, laufe wieder den Weg hoch um anschliessend den "Lusszapfe" runter zu rutschen.

Wieder gehe ich ein Stück voraus, denke es wir besser, um nach der nächsten Kehre wieder vor einer Kante zu stehen.
Auch hier erscheint mir ein runter fahren zu heikel. Es fehlt der Auslauf um das rutschende Gefährt wieder sinnvoll zu verlangsamen.
Es wird wohl Fahrer geben die sowas mit einer Hand auf dem Rücken fahren würden. Wir gehören nicht dazu. Auch die nächsten beiden steileren Stücke entscheiden wir uns für den "schiebemodus".

Endlich wird die Strecke besser, wir können uns wieder fahrender weise vorwärts bewegen. Und irgendwann ist sie auch da, die Passstrasse.
Geschaft!!!
Puuhh!!!

Auch hier sehe ich kein Fahrverbot. Nur ein Wegweiser zur Alp "La Forcla"
Egal, wir sind durch.
Das Motorrad fühlt sich nach dieser extra Tour viel vertrauter an. Ein Gefühl das ich aus Offroad Trainnings her schon kenne. Für Corinne ist es neu.
Wir lassen es hoch zum Jaun ziemlich krachen.
"Echli dore löfte"
Wir sind ehrlich gesagt ziemlich nass geschwitzt.
Auf dem Jaun gibts erstmal eine Pause und etwas zu trinken. 
Das erlebte wird besprochen.. mit jedem Mal wir der Weg steiler, der Schotter tiefer und der Abhang noch überhängender.
Die Fotos enttäuschen, bzw täuschen. Sie täuschen darüber wie steil und rutschig das ganze tatsächlich war.
Aber egal.. wir habens erlebt, sind etwas stolz und etwas geniert. Stolz darüber den Weg bewältigt zu haben. Geniert, das wir dämlich genug waren ihn zu fahren.

In Thun nehmen wir die Autobahn. Dichter Kolonnen Verkehr bis fast vor die Haustüre.
Auch wenn sich unser Abenteuer auf dem Wanderweg gefährlich liest, dies war und ist wohl der wirklich gefährlichste Teil unserer Ausfahrt.

18:30 Uhr, wir sind wohlbehalten wieder zuhause.




Mittwoch, 4. November 2015

Das Alpen Karussell.. oder die etwas andere Reparatur unterwegs

Voll verpennt und keine Möglichkeit jemandem die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Gestern durften wir in einer Exclusiv Premiere den neuen James Bond "Spectre" geniessen.
Den Wecker heute Morgen erfolgreich ignoriert, ist es zwischenzeitlich halb zehn Uhr.
Kaltstart!!
Raus aus den Federn, Kriega's packen, Kafi runter stürzen und los geht es.
Elf Uhr sitzen wir auf den "Zicken", fahren los.
Einen Plan haben wir keinen.

Die Pässe des FMS Pässewettbewerbs haben wir alle im Kasten. So geht es ziellos erstmal über den Rütihof in Gränichen, von da Richtung Pfaffnau, Melchnau, Eriswil.
Spontan entscheiden wir uns für die Chalberweid, ein FMS Pass.
Dieser führt von Eriswil nach Hofstatt.
Links oder rechts?
Rechts.... Luthern, Luthern Bad. Tolle Kurvenreiche Strecke..... aber.... Sackgasse.
Also zurück in Richtung Hofstatt.
Unterwegs erscheint ein Abzweiger ziemlich einladend. Über die "Egg" landen wir in Hergiswil bei Willisau.
Willisau? Das ist zu einfach. Wir wollen neue Wege entdecken und landen wieder in einer Sackgasse.


Schön alle mal, aber eben eine Sackgasse. Also doch in Richtung Willisau weiter.
So langsam entwickelt sich dennoch so etwas wie eine mögliche Route vor dem geistigen Auge.
Diesen Frühling sind wir über den "Holzwegen" Richtung "Glaubenberg gefahren.
Das wär doch was. Der hat uns damals sehr viel Freude gemacht.

Leider ist es auch heute bedeckt. Der Wetterbericht meldet Hochnebel. Dieser soll sich zwar gegen Nachmittag auflösen, aber trau schau wem?
An Stelle der "normalen" Route Richtung Glaubenberg, biegen wir rechts ab, über die kleine Emme.
Der Nebel lichtet sich nach wenigen Metern,wir fahren der Sonne entgegen.
Ein Hochgenuss.



Im Hintergrund winken bereits Eiger Mönch und Jungfrau


Vom Holzwegen gehts durch Romoos und Doppelschwand hinunter nach Entlebuch.
Einmal quer durchs Dorf , wir sind auf der Strasse hinauf zum Glaubenberg.
Auf dem Glaubenberg herrscht Hochbetrieb. Jeder der irgendwie kann ist heute dem Hochnebel entflohen.

Uns brauchts nicht auch noch... wir halten nicht.
Oder doch.... aber etwas unterhalb der Passhöhe. Der Ausblick ist unwiderstehlich.





Wenige Kehren vor Sarnen tauchen wir wieder unter die Nebeldecke.
Was von oben sooo schön aussieht, ist von unten gesehen öd und grau und vor allem kühl.
Sehr kühl.

Der Verkehr über den Brünig hält sich in Grenzen, es geht flüssig voran.
Überraschenderweise aber liegt auch Meiringen unter einer Hochnebel Decke.

Und nun?
Grimsel oder Susten?
Seltsam, für einmal, so völlig ohne geplante Route unterwegs zu sein.
Wir entscheiden uns für rechts, also Grimsel.
Zwei, drei Kurven später, Sonne und Föhn.
Die Temperatur steigt sprunghaft von 5 Grad auf 19,5 Grad.
Corinne argwöhnt, ihr "Luuszapfe" hätte ein technisches Problem, ja hätte ihr gar unter dem Hintern zu brennen begonnen.
Feuer? Dem ist nicht so.

Die Passtrasse gehört uns. Einzig Corinne klebt ein  Lotus "Elise" am Hintern.
Hartnäckig zwar, aber ein par Kehren später hat sie ihn abgeschüttelt.
Mich stören unterwegs Wassertropfen an meinem linken Rückspiegel. Frage mich wie die dahin kommen, verkneife mir aber daran rum zu wischen.


Mittlerweile ist es sechzehn Uhr. 
"e Kaffi wär ned schlächt"

Wir quatschen kurz mit der Wirtin, erfahren das der Hund zwischenzeitlich gestorben sei, sie einen neuen habe, sie ihre Operation gut überstanden habe und wieder gehe wie ein junges Reh.

Stimmt.


Übernachten können wir hier leider nicht.
Den Hotel Betrieb hat sie bereits eingestellt, da jederzeit Schnee fallen könne.
Sie wisse uns jedoch ein gutes Hotel, unten im Goms.
Das erste welches sie uns nennt, ist "ausgebucht".
Das zweite sei auch gut, wir sollen doch da mal anklopfen.

Wir klopfen an und es wird uns aufgetan.
Mit einem Smartphone und der App von Booking.ch ist das anklopfen deutlich einfacher geworden.
Zimmer für zwei mit Gemeinschaftsbad.
Passt.

Die Ortschaften Obergesteln, Ulrichen und Münster wirken wie ausgestorben.
Alles dicht. Auch das erste uns empfohlene Hotel in Münster.
Also nicht ausgebucht sondern schlicht und einfach wegen zu geschlossen.

Wir erreichen "unser" Hotel Blinnenhorn in Reckingen Geschinen.
Hübsches Zimmer mit Bad! und Garage für die "Zicken".
Gefällt uns.
Vom Balkon aus eine hübsche Aussicht.


Unterwegs scheinen wir jemanden übersehen zu haben.
"sorry Priska und Oli, kei Absecht, i schwöre"


Das Abendessen ist lecker.
Viele Einheimische, welche nach dem Besuch der Kirche noch auf einen Schlummi an die Bar kommen. Es ist Allerheiligen.
Wir sind gegen neun Uhr reif fürs Bett.

01. November, Sonntag, halb neun Uhr. 



Wir lassen uns das Frühstück schmecken.
Markus und Nadja melden sich per Whats Up und Facebook, wollen wissen wo wir sind und ob man sich unterwegs trifft.
Sie würden in Kürze Richtung Grimsel abfahren.

Wir wollen über den Nufenen Richtung Lukmanier und Oberalp. Andermatt wird als Treffpunkt vereinbart.

Wir trinken noch einen Kafi auf der Sonnen Terasse. Haben keine Eile.



Packen, zahlen und los.
Die Wirtin entschuldigt sich, ihr Mann habe uns das falsche Zimmer gegeben.
Sollten wir das nächste Mal kommen, so würde unser Zimmer dann mehr kosten.
Wieder mal Schwein gehabt.

Los gehts... ich habe immer noch Wasser Tropfen auf dem Spiegel.
"Scho no komisch"

Der Nufenen ist der Hammer.
Wir geniessen in vollen Zügen.
Oben angekommen erwartet uns ein herrliches Panorama.



Vorsichtig nehmen wir die Talfahrt in Angriff. Wir wurden vorgängig gewarnt es hätte Schattenstellen welche vereist seien.
Sie sind es... und wie.
Wie auf rohen Eier rollen wir talwärts.

In Airolo nehmen wir die Autobahn bis Biasca.
Auf der Strasse in Richtung Lukmanier fällt mir ein "lusches" Gefühl beim kuppeln auf.
Täuscht mich das oder greife ich beim betätigen der Kupplung immer mehr ins leere?

Nööö... täuscht leider nicht. Meine Kupplung ist mehr und mehr am Arsch.
Noch ein zwei Mal kuppeln und nichts geht mehr!

Okay... schalten ohne zu kuppeln geht, klar, ... aber anhalten,... danach wieder anfahren? Ohne Kupplung?
Erstmal fahren, schalten, rauf, runter.... etwas Gefühl und es funktioniert.
Übers anhalten brauche ich mir vorerst noch keine Gedanken zu machen. Wir sind noch weit entfernt von der Passhöhe. Rotlichter hat es hoffentlich keine.
Vielleicht erledigt sich das Problem unterwegs von alleine.

Nä-ä, es erledigt sich nichts... ich rolle im "Neutral" in einen freien Parkplatz und schalte erstmal den Motor aus.
Notfalls werde ich wohl im "Neutral" losrollen können, dann direkt in den dritten oder gar vierten Gang schalten.
Aber komme ich so noch nach Hause?

Wir werden sehen.
Neutral, Motor starten, Kupplung bzw was davon übrig ist, ziehen und los.
Bis Diesentis kein Problem, die Abzweigung in Richtung Oberalp ist frei, kann ohne anzuhalten durch.
Alles gut.
Doch da, ein Rotlicht, ich bin im zweiten Gang, finde den "Neutral" nicht, falle durch in den ersten Gang, ziehe die Kupplung, greife ins leere, falle in den ersten, Hinterrad blockiert und aus. Buummm!

Und nun? Wie fahre ich wieder los?
Motor an, Neutral, Grün, Gas, zweiten Gang rein, Buumm, noch mehr Gas und auf dem Hinterrad weg... puuuuhh geschaft, ich fahre.

Bis Andermatt und dort vors Restaurant Spycher, gibts glücklicherweise keine Rotlichter und keine Wheelies mehr.
Zuerst mal etwas trinken und überlegen.
Mir fällt als erstes Marc von MMD Adventures ein. Wenn einer Rat weis, dann er.
Marc weis auch Rat, auch wenn mir seine Schadensdiagnose aus der Ferne nicht wirklich gefällt.
Es sei wohl der Kupplungs Mitnehmer Zylinder. Das sei eine bekannte Schwachstelle bei der 990er Adventure und er habe bereits vier solcher Dinger geschrottet.
Vielleicht könnte Olivenöl, direkt ins Gefäss oben beim Kupplungshebel, etwas bringen, aber mehr wie zwei drei mal kuppeln werde wohl kaum drin liegen.

Ok....
"Fröilein, e Pizza Margherita, es Coki und es paar Deziliter Oliveöl.... nei es mues e keis extra vergine sie"
"Was? Vör uf Pizza, s Öl?
"Nä-ä, da esch vör de Töff"

Zwischenzeitlich sind Kusi und Nadja ebenfalls in Andermatt eingetroffen.


Wir kriegen die bestellten Pizzen, die "Dicke" das Olivenöl


Beim genaueren hinsehen ist auch klar, dass das auf meinem linken Rückspiegel mitnichten Wasser sondern Hydrauliköl ist.
Genau das welches jetzt in der Kupplung fehlt.

Super Tipp Marc..... das Olivenöl bringts, meine "Dicke" lässt sich wieder wunderbar schalten.
Dennoch, wir entscheiden uns nun für den direktesten Heimweg, Göschenen, Amsteg und auf der Autobahn nach Hause.

Unterwegs machen wir noch einen Abstecher auf den Hügelzug oberhalb von Frauenthal, geniessen den tollen Sonnenuntergang.
So viel Zeit muss sein, Olivenöl habe ich ja noch genügend dabei.


Corinnes "Luuszapfe" hat inzwischen 20'000 Kilometer auf der Uhr.