Sonntag, 27. September 2015

die Ü40 Jura Tour

Irgendwann diesen Frühling entstand die Idee zu dieser Tour, innerhalb der Facebook Gruppe "Motorradfahrer CH Ü40"
Die Tour leiten solle doch ich.
Mehrmals wurde verschoben. Einmal sogar in Egerkingen, dem Startpunkt zur Tour.
Ein heftiges Gewitter zog über uns. Einige wurden damals ziemlich nass..... andere sollen auch am Nachmittag um zwei noch im Restaurant am selben Tisch gesehen worden sein, an dem sie um 08 Uhr morgens Platz genommen haben.
Das ist jedoch eine andere Geschichte.

Für den Juli geplant, wird sie also heute, Ende September durchgeführt.

Wir treffen uns ab 08 Uhr im Autogrill Hotel Egerkingen. Der Treffpunkt schien mir Ideal, liegt er doch am zentralen Autobahnkreuz Härkingen.
Einige wenige haben sich am Vorabend noch kurzfristig abgemeldet, so sind wir 17 Personen, verteilt auf 14 Motorräder.

Viele sehen sich zum ersten Mal im "real life", andere kennen sich bereits von anderen Gelegenheiten.
Ich versuche mir Namen zu merken, im Wissen dass das zum scheitern verurteilt ist.


Alle sind pünktlich. Kafi Gipfeli und schon stehen wir vor den "Mopeds", machen uns startklar.



Ich erkläre kurz was wir vorhaben und wie das in etwa ablaufen soll.

Paul Flü wird einstimmig zum Schlussmann ernannt, wobei die eine Stimme von seiner Partnerin kommt.
In Egerkingen gehts über die Santelhöchi nach Langenbruck, weiter über den oberen Hauenstein und weiter Richtung Waldenburg.

Reigoldswil, Bretzwil, Nunningen sind die nächsten Wegpunkte. Wir kommen erstaunlich gut voran.
Sind alsbald am Abzweiger zum Meltingerberg.
Die Strasse wird zum Strässchen, es geht bergan.

Ich versuche mir vorzustellen ob das nach dem Geschmack der Teilnehmer ist, oder ob sich bereits jetzt Unbehagen bei den Fahrer der grösseren Motorrädern breit macht.
Bei der Planung kennt man die Teilnehmer einer Tour meist nicht, so weiss man auch nichts von deren Können, Vorlieben oder Abneigungen solchen Strassen gegenüber.

Naja, ich werds schon bald erfahren. Via Passwang gehts zum Schelten Pass und rechts weg zum "Beizli" auf dem Erzberg.




Das Personal ist auf Zack, gut vorbereitet. Noch einmal an diesem Tag Kafi Gepfeli. Kurz in die Runde gefragt, es scheint alles zu passen. Ausser dem Wetter. Die Sonne ist bisher nur zu erwarten.

Der Zettel mit dem Mittagessen macht die Runde. Planung ist alles. Zur Wahl stehen Cordon Bleu mit Pommes, Bratwurst Rösti Zwiebelsauce oder Salatschüssel.
10 mal Cordon Bleu, 3 mal Bratwurst Rösti, der Rest kriegt Salat.

Die Bestellung wird ans Restaurant übermittelt, nochmals die Ankunfts Zeit besprochen und natürlich übers Wetter geredet.
In Magglingen ist es ebenfalls neblig. "Jä nu, was wottsch, emmerhin seichts nöd"

Nach Zeitplan gehts weiter, den Scheltenpass hinunter nach Mervelier und rauf zum Parturage Derierre. Einer meiner Lieblingspässe im Jura.

In Moutier stösst noch eine Fahrerin zu unserer Gruppe, sie kommt von Biel Benken und der Weg nach Egerkingen schien wenig sinnvoll.
Ich weiss nun ebenfalls das Biel Benken in der Nähe von Terrwil liegt und nicht ....öööö löhmers

Via Les Ecorcheresses gehts nach Berlincourt und Glovelier.


Durchzählen an der Bahnschranke, alle da.

Über Umwege gehts hoch zum Les Rangieres.
In Sainte Ursanne links runter, durch den Wald, vorbei an der alten Bahnstation nach Montmelon Dessus.
In der Nähe von Sceut kommen wir wieder auf breitere Strassen.

Wir peilen Tavannes an. Erreichen dieses über Lajoux, Bellelay und Le Fuet.
In Tavannes wird getankt, geraucht und auf Urs gewartet. Er raucht erst und tankt dann.
Ich dränge zum Aufbruch, die Cordon Bleus warten. Wär doch schade um die Säuli, wären sie vergebens... ööööö löööhmers.

Über den Pierre Pertuis gehts Richtung Biel, bzw Ilfingen oder Orvin wie es im französischen heisst.
Von da an der Sportschule Magglingen vorbei. Wir erreichen das Bergrestaurant Hohmatt mit ca zwanzig Minuten Verspätung.


Da von der Sonne immer noch nicht viel zu sehen ist, warten die Säulis drinnen auf uns.
Das Essen ist lecker, der Service klappt.
Nur Urs muss draussen bleiben....


Kriegt aber am Ende auch ein Cordon Bleu.
Die Mittagspause dauert länger wie geplant. Ist aber endlich egal. Ich habe Abkürzungen eingeplant.

Urs ist ungewöhnlich früh bereit bei seinem Motorrad, jedoch ohne Schlüssel. Dieser würde wohl länger gesucht, hätte ihn nicht zufällig jemand gefunden und an sich genommen.

Wieder dränge ich zum Aufbruch. Es wartet noch einiges auf uns. Der Chasseral, Col des Pontin.
Auf unseren Fahrplan haben wir inzwischen gut eineinhalb Stunden Verspätung.
Auf dem Chasseral das obligate Fotoshooting.
Zugegeben, das müssen wir bei Gelegenheit noch etwas üben.
Aber für den Anfang passt es.


Ich frage mich wie weit man von hier oben wohl sehen würde, würde denn das Wetter mal passen. Bisher war es mir noch nie vergönnt, klare Weitsicht zu haben.


Wir machen uns wegen der herrschenden Biese "zügig" auf die Weiterfahrt in Richtung St. Imier und weiter zum Mont Croisin.
Auf Grund der doch schon vorgerückten Stunde, entscheide ich mich, den Mont Soleil auszulassen.
Ich Glaube, niemand wird mir deswegen böse sein.

Über Mont Tramelan erreichen wir Tramelan, später erneut Tavannes. Nun ist der Rest daran mit tanken.


Von zwei Fahrerinnen verabschieden wir uns bereits hier, sie werden uns unterwegs verlassen und direkt nach Hause fahren.
Über Malleray und Sorvilier gehts nach Court und da auf einem schmalen Strässchen Richtung Gänsbrunnen.

Nach Welschenrohr gehts hoch auf die Schmiedenmatt, bzw. Bättlerchuchi.
Ich schaffe etwas Abstand zur Gruppe und spiele den Papparazzo.
Stellvertretend für die Gruppe einige Action Bilder der Fahrer.






Nach diesem Fotoshooting gehts runter nach Niederbipp, wir sind nun endgültig auf den letzten Kilometern.
Fünf Minuten nach sechs Uhr treffen wir wieder an unserem Ausgangspunkt ein.
Geplant gewesen wäre halb sechs, aber so passts auch.

Wir gehen nochmals ins Restaurant und plaudern über die eine oder andere Begebenheit von unterwegs.

Vielen Dank euch allen, es hat riesigen Spass gemacht.
















Sonntag, 6. September 2015

Von Klosters über die Ibergeregg zum Ace Cafe und nach Hause

Wir sind heil zurück.
Es war heiss, kalt, trocken, nass.
Die Sonne hat schien, es hat geregnet, geschneit.
Mal war die Sicht klar, mal waren wir in stockdickem Nebel unterwegs.
4000 Kilometer, über 60 Pässe, unzählige Tankstopps.
10 mal das Hotel gewechselt, einmal den Hinterreifen.


Der letzte Reisetag beginnt gemütlich. Wir geniessen das feine Frühstück. 
Auch das werden wir wohl schon morgen vermissen. 
Es sieht aus als ob wir trocken nach Hause kommen könnten. 



Wir verlassen das Tal und fahren auf die Autobahn auf. 
Schon regnet es. Uns ists egal. 
Wir wissen, wir sind gut ausgerüstet. 
(Danke MMD Adventures, danke Marc für Deine Geduld und Deine Beratung.)

In Wollerau verlassen wir die Autobahn in Richtung Einsiedeln und dem Sihlsee. 
Wir wollen über die Ibergeregg. 
Ausser uns sind noch drei Lichtensteiner Motorradfahrer unterwegs. 



Der Regen hat aufgehört. Wir geniessen die letzten 75 Kilometer. 
Ändern spontan die Route und schauen noch kurz im Ace Cafe in Rothenburg vorbei. 
Kaum fünf Monate offen und schon ein fester Bestandteil in der Szene. 



Aber alles herauszögern nutzt nichts. Unsere Tour ist nun definitiv zu Ende, die Zicken in der Garage. 

Es war meega toll. 

Wir werden wohl schon bald wieder starten. 


Samstag, 5. September 2015

Splügen, Maloja, Julier, Albula, Bernina, Umbrail, Ofen, Flüela,Wolfgang

Wir haben in Monte Spluga in einer kleinen Pension übernachtet.
Ein kleines urchiges Zimmer. 
Corinnes Kissen ist steinhart. Ein Kissen als ob man den Kopf auf eine Treppenstufe legen würde. 
Ich überrede sie zum tauschen. 
Mir macht es heute nichts mehr aus. 
Ich hätte auch gleich auf der Treppe schlafen können. 

Wir sind früh auf. Früher als die Wirtin. Wir beruhigen sie. Kein Stress, wir sind nicht auf der Flucht. 



Nach dem Frühstück gehts los, hinunter ins Tal nach Chiavennea. 
Beinahe 20 Grad. Angenehm warm. 
Das letzte Mal an diesem Tag. 

Beim Kreisel links, hoch zum Bernina. 
Bis jetzt haben wir Glück, kein Verkehr und trockene Strassen. 

Auf dem Bernina ist es kühl, sehr kühl. 
Ich trage Sommerhandschuhe. 


Weiter gehts zum Julier. Noch zwei Grad kühler aber trocken. 
Hinunter ins Tal, vorbei an Bicio und dem Hotel Post. Hier haben wir im letzten Sommer halt gemacht. 

Albula. Kalt, es schneit. 
Kurz ein Foto für den FMS Pässewettbewerb und schnell weg hier. 


Bernina, ebenfalls kalt aber trocken. 
Fotos und weg. 
Hinunter ins Tal, da wos warm ist. 


Umbrail, die Strasse ist wieder frei. Wir waren erst nicht sicher, da sie länger wegen eines Erdrutsches gesperrt war. 
Vor einer Woche waren wir schon einmal hier. Kamen damals vom Stilfser Joch. 

Auch hier, nur ein kurzer Fotohalt und tschüss. 


Corinne macht mal wieder das Nummern Girl. 

Auf dem Ofen Pass ist Buchstäblich der Ofen aus. 
"Zweimal Gulaschsuppe und es Coci bitte".
Die Gulaschsuppe ist gelöffelt vor die Cola getrunken. 
Gestärkt gehts weiter zum Flüela. 

Temperatur Rekord auf dieser Tour im umgekehrten Sinne. Minus 0,5 Grad.
Es schneit.  
In den Dolomiten wars zeitweilig Plus 36 Grad. 


S Fröilein het chalti Chlämmerli. 
Der Job eines Tourenfahrers ist hart, aber irgendwer muss ihn ja machen. 

Richtung Davos wirds wärmer, aber auch nässer. 
Es schifft so ziemlich. 
Noch zwei kehren und wir sind in Klosters. 
Der Mann an der Reception erinnert sich an uns. 
Letztes Jahr wie sie da waren hats doch auch geregnet oder?
Hat es, ja, kalt wars damals auch. 
Trotzdem schön wieder hier zu sein. 


Unser Zimmer im dritten, der Whirlpool im vierten Stock. 
Wir lassen es tüchtig sprudeln. 
Zum Znacht gibt es Raclette. 
Deutsche Gäste welche den Duft von warmem Käse nicht mögen, rümpfen die Nase und verlassen das Restaurant. 
"Die Schweizer und ihr Fondüüü".
Das ist ein Raclette!!
"Tschü-üss, schönen Abend noch".
Wir sind nun fast alleine im Restaurant, hängen mal wieder in den Seilen. 
Der Tag hat uns gefordert. 


Es ist noch hell draussen während wir schon im Bett liegen. 

Freitag, 4. September 2015

Vom "Haus am See" auf den Splügen

Ein wünderschönes Zimmer im Hotel Waldsee. Das Gebäude stammt noch aus der Belle Epoque, wurde dezent und stilvoll renoviert.
Unser Zimmer jedoch ist modern und passt dennoch wunderbar zum Rest. 
Wir würden gerne noch bleiben, haben aber noch ein paar Dinge vor, bevor auch diese Tour zu Ende geht. 

Wir verlassen den "Wild West Allgäu" und überqueren wieder einmal eine Landesgrenze. Wir sind wieder in Österreich. 


Hinunter gehts über Krumbach nach Dornbirn. 
Wir haben Wetterglück. Entgegen unsere Erwartungen scheint die Sonne. 
Wieder eine Landesgrenze. Wir sind jetzt wieder auf Schweizer Boden, bzw. Asphalt. 
Um etwas Strecke zu machen benutzen wir die A13 ein kurzes Stück. 
Und die nächste Landesgrenze. Lichtenstein. Balzers, Luziensteig, bereits wieder in der Schweiz. 
Via Bad Ragaz gehts hoch nach Vättis. 
Wir wollen über den Kunkelspass. 
Noch kurz im Restaurant die Bewilligung gelöst, bzw. gekauft und "hopp de Bäse".


Ein Stück des Kunkelspasses ist noch Naturstrasse. 
Ich finds super, auch Corinne scheints Spass zu machen. 


Für mich dürfts immer so sein. 

Die Via Mala hoch ohne Verkehr. Wir kommen gut voran, biegen ab nach Afers/Juf. 
Juf liegt auf 2'126 m.ü.M. und gilt als höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz. 



Wir begegnen bei der Rückfahrt zum zweiten Mal einer silbernen 950er KTM Adventure. Diese ist mir heute schon einmal ins Auge gestochen. 
Weiter gehts nach Splügen und hoch zum Pass. Noch hält das Wetter. 



Etwas unterhalb die Siedlung Monte Spluga. Wir haben unser Tagesziel erreicht. 



Es ist kalt. Trotzdem verzichten wir nicht auf das obligatorische "Bier nach vier"
sitzen draussen und geniessen. 
Wieder die silberne Adventure. Sie kommen aus Jena und erfahren in etwa ein ähnliches Programm wie wir. 
Sie fahren noch weiter nach Chiavenna oder Tschiavenna wies bei ihnen heisst. 

Uns reichts für heute.

Donnerstag, 3. September 2015

Von Imst übers Hahntennjoch und den Gaichtpass zum Haus am See

Das Hotel in Imst war der buchstäbliche Schuss in den Ofen.
Aussen zwar sehr hübsch und auch toll gelegen, war der Service sowas von "Achtung, Kunde droht mit Bestellung".

Na ja, man kann nicht immer Glück haben. 
Nach dem Frühstück gehts hoch zum Hahtennjoch und rein in den Nebel. 



Die Legende zum Bild. 
"Corinne im Nebel"



Bis nach Schwangau schaffen wirs im trockenen. 
Sehen Schlösser und ganz viele Menschen die auch Schlösser sehen wollen. 
1,2 Millionen sollens sein pro Jahr. 




Wir belassen es bei einem Blick aus der Ferne. Verlassen Schwangau in Richtung Füssen. Geniessen die Fahrt auf verschlungenen Strassen durchs Allgäu 
Es beginnt zu Regnen. 

Wir haben zum Glück nicht mehr weit, sind bald im "Haus am See"



Die Abendstimmung über dem Waldsee ist wunderbar. 
Das Abendessen ist fantastisch. 
Corinne etwas Müde.