Donnerstag, 30. Juni 2016

Ypern. Corinne kriegt neue Zähne und eine Kette

Was sich bereits in Schottland begonnen hat abzuzeichnen ist nun Tatsache. Corinne braucht neue Zähne. 
Dachten wir erst die alten machens noch eine Weile herrscht nun Gewissheit, die alten müssen raus. 
Und weil sie so tapfer durchgehalten hat, durch halb Schottland, Irland und entlang der Südküste Englands, erhält sie auch eine Kette obendrauf. 

Wahrlich ein Bild des jammers. 


Google wird fündig und führt uns von Ypern nach Wagerem, zum Team von Motorshop Desmet. 
Was sich bereits am Telefon angenehm problemlos anhört ist auch genau so anzutreffen. 
Obwohl wir erst gegen halb zwölf in Wagerem eintreffen, wird der kleine Herzog direkt auf den Lift gewunken. 
Eine Stunde später, Ritzel vorne, Kettenblatt hinten sowie die Kette gewechselt, steht er da wie neu. 


Er kriegt sogar eine kurze Wäsche. 
Meine "Dicke", dreckig wie sie daneben steht geniert sich beinahe etwas. 

Es war aber auch höchste Eisenbahn. Eigentlich wäre der Kettensatz bereits in Irland längstens am Ende seiner Tage gewesen. 

Ich schwör, bei Abfahrt vor knapp drei Wochen hat das noch nicht so beelended ausgesehen. 

Liebes Team von Motorshop Desmet in Wagerem, Belgien. Herzlichen Dank für euren tollen Service. 
Ihr seid die Besten. 


Wir machen uns nun auf den Weg nach Bouillon in den Ardennen. 

Ypern ist ein nettes kleines Städtchen mit netten Leuten. 



Falls ihr aber dort mal Geld wechseln wollt, vergesst es. 
Mission Imposible. 


Was gibt es noch zu Belgien zu sagen? 
Gefühlt gibt es in Belgien ca 5 Kurven. 
3 davon haben wir entdeckt. Eine links, zwei rechts. 
Der Rest verläuft bis in die Ardennen schnur gerade. 
Die Fahrbahnen sind teilweise wie das Meer der Ruhe auf dem Erdtrabanten, übersäht mit Kratern. 
Auch sonst fällt einem wenig sehenswertes ins Auge. 
In den Ardennen wechselt das Bild. Die letzten 60 Kilometer des heutigen Tages machen sogar richtig Freude. 


Mittwoch, 29. Juni 2016

Via Brighton von Exeter nach Ypern in Belgien

Wir verlassen unser Hotel in Exeter und machen uns auf den Weg, der Küste entlang nach Brighton. 
Das Hotel war so ziemlich das schrägste was ich je erlebt habe. 
Im wahrsten Sinne des Wortes. 


Im Bett musste man sich beinahe anschnallen um nicht raus zu kugeln. 
So schief und schräg war der Boden. 

Hübsche malerische Dörfchen, direkt an der Küste, wechseln sich ab mit solchen im inneren des Landes. 



Zum schreien schön. 



Ein Kimbo Kaffee, in England. 


Irgenwann verschlechtert sich das Wetter. Je näher wir Brighton kommen umso stärker wird der Regen. 

Unser Hotel liegt direkt an der Küste. Direkt am Pier. 
Nichts was uns hier geboten wird entspricht unserer Vorstellung die wir mit diesem Namen verbinden. 
Im Gegenteil. Es ist wohl das schlechteste welches wir bisher hatten. Jedoch zum höchsten Preis. 
Auch eine Leistung. 


Unser Zimmer liegt im zweiten Stock. Ich will mir nicht vorstellen wie der Regen seinen Weg hier hin gefunden hat. 
Immerhin liegen noch ein paar Stöcke darüber. 
Wir leihen uns eine Regenschirm an der Reception. 20 Pfund Depo. 

Der Pier von Brighton ist in gewissem Sinn eine Enttäuschung. 

 
Vielleicht liegts auch an unserer Vorstellung was wir hier anzutreffen erwartet haben. Jedenfalls keinen mega Spielsaloon. 

Der Rest den wir entdecken gefällt uns. Viel los ist aber Aufgrund des Wetters nicht gerade. 




Gegessen wird heuteThailändisch. 
Eine geniale Entdeckung. Ich glaube ich hatte noch nie ein besseres Curry. 

Zum Frühstück erwartet uns im Speisesaal eine Art Watchdog. 
Sie wacht darüber wer welchen Platz erwischt und darauf das sich niemand einschleicht. 

Uns ist sie gnädig gestimmt, wir erhalten einen Fensterplatz. 
Das Frühstück ist ordentlich. 
Beim chek out werden noch 20 Pfund für die Tiefgarage fällig. 
Ich gebe den Schirm zurück. 
Bei der Ausfahrt funktioniert der Kartenleser nicht. 
Ich bin genervt. 
Die Receptionistin will mir an der Gegensprechanlage irgend etwas erklären. 
"i have päyed twänti Pounds to leave your Garätsch änd i want to leaset!!! NOW!!"
Die Barriere öffnet sich. 
Und tschüss. 
Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir den Fährhafen von Dover. Nehmen die Fähre nach Dünkirchen. 
14 Uhr, die Fähre legt pünktlich ab. 
Wir verlassen England in Richtung Frankreich. 


  


Wieder auf dem Festland verlieren wir durch die Zeitumstellung eine Stunde. Es ist kurz vor Fünf. 
Dafür wird wieder rechts gefahren. 
18:30 sind wir in Ypern und somit in Belgien. 

Dienstag, 28. Juni 2016

Lands End bei Sonnenschein

War Saint Ives gestern noch in dichten Nebel gehüllt, sieht es heute deutlich besser aus. 
Der Nebel ist weg, die Luft trocken. 
Lands End ist wenige Meilen entfernt von Saint Ives. 
Die Fahrt dahin, entlang der Küste ist herrlich. 


Aber wie soll man Lands End beschreiben?
Grosser Parkplatz, Gebührenpflichtig. Mehrere 4D Kinosäle, Imbissbuden, Hotel und zu guter letzt, der berühmte Wegweiser, hinter einer Absperrung, ein Foto davor, Gebührenpflichtig. 


Lands End ist aber auch Ausblick auf Klippen, vorgelagerte Inseln, vorbei ziehende Schiffe. 





Zugegeben, am Ende erliegen auch wir dem locken der Tourismussindustrie und kaufen zwei kleine Souveniers. 

Wir fahren weiter, entlang der Küste. Schmale Strässchen, fast wie oben in Schottland, teilweise gesäumt durch hohe Hecken. Fahren beinahe wie in einem Tunnel. 
Immer aber auch wieder den Blick freigebend auf die herrliche Küste. 


Zweimal wird es sehr eng unterwegs. Wir müssen ein Stück zurück um den entgegenkommende Fahrzeugen ausweichen zu können. 

Linksverkehr. Über zwei Wochen sind wir nun auf der "falschen" Seite unterwegs. 
Klappt eigentlich ganz gut.Tagelang kein Problem. Aber dann erwischt es dich doch irgendwann, beim herausfahren aus einem Parkplatz, einer Tankstelle, einer kleinen Seitenstrasse. Entweder du schaust in die falsche Richtung nach "freier Fahrt" oder du erwischst die falsche Seite der Strasse. 
Der mir entgegenkommende Lenker quittierte meinen Fehler mit dem breitesten Grinsen welches ich je hinter einer Frontscheibe sah.
Zwei mal passiert es aber auch, das mich PW Lenker auf die Hörner nehmen wollen. Nicht bei jedem PW wo England drauf steht, sitzt auch ein Engländer drin. 

Motorradfahrer untereinander grüssen sich übrigens nicht mit coolem kurzen heben der linken Hand, sondern durch heftiges zur Seite nicken des Kopfes. 
Gewöhnungsbedürftig. 

Wir erreichen Exeter, früher mal Hauptstadt Cornwalls, heute Hauptstadt der Grafschaft Devon. 


Exeter hat eine Kathedrale, einige Pubs und ca 120'000 Einwohner. 


Ich war hier schon einmal vor längerem für eine Zeit. Damals bei einer Gastfamilie etwas ausserhalb, heute in einem tollen Hotel, direkt neben der Cathedral. 

Das Spiel der Fussball EM schauen wir zusammen mit den Engländern wie sichs gehört in einem Pub. 
Erst waren die Engländer noch begeistert, am Ende gewinnt aber Island



Montag, 27. Juni 2016

Cornwall im Nebel

Nach dem Frühstück habe ich einen kurzen Plausch mit zwei älten Damen über den Eu Austritt, die Queen, Charles und Camilla und über so ziemlich alles was das Königreich ausmacht. 
Ich wollt eigentlich nur das Wetter checken vor der Hoteltür. 
Die eine der beiden ist so ein Miss Marple Typ. 
Ich schaffe es kaum mich los zu reissen. Werde von den beiden zur Verabschiedung gedrückt und kriege von "Miss Marple" einen Schmatzer auf die Backe. 
Corinne ist natürlich längst fertig und bereit zur Abfahrt. 

Wir fahren durch den Exmoor Nationalpark. Kleine Dörfchen mit kleinen Schlösschen wechseln sich ab mit Passagen über Felder und Wiesen. 
Später wirds wilder, die Strasse steigt unvermittelt an, 28% Steigung. 
Wir stehen oben auf der Küste. 



Leider wird das Wetter immer schlechter. 
Beinahe mit dem Hinweisschild, hier beginne Cornwall fahren wir im Nebel und Nieselregen. Keine Chance etwas von der tollen Landschaft zu sehen. 
Einfach nur wääh und grusig. 

Und trotzdem fahren wir wie geplant bis Saint Ives. Finden ein Zimmer in einem Hotel. Das Gebäude ist über 200 Jahre alt. Beinahe ein wenig wie ein Schlösschen. 
So ziemlich jedes Cliche über Cornwall und Rosamunde Pilchnet wird hier bestätigt. 


Wir geniessen einen kleinen Spaziergang am Strand. 


Saint Ives ist hübsch. Ein kleinere Ausgabe von St.Tropez auf englisch. 
Viele Galerien mit Bildern von hiesigen Künstlern. 

Leider wird das Wetter heute kaum besser werden. Nach kurzem Nachtessen machen wir uns auf den Weg ins Hotel und ab ins Bett. 









Sonntag, 26. Juni 2016

Wir verlassen Irland

Unsere Abreise aus Irland gleicht schon beinahe einer Flucht. 
Wir wollen die Fähre in Rosslare erreichen. Check In Schluss 08:15. 
nach Rosslare sinds noch gut 75 Kilometer. 
Wir fahren also zeitig, zwanzig nach sechs los. Verlassen Waterford ohne Frühstück und ohne Kaffee quasi durch die Hintertür. Der Haupteingang des Hotels war noch verschlossen. 

Ich brauch mal wieder dringen Sprit für die "Dicke". 
Tankstellen alle noch geschlossen. Bei uns kein Problem. Aber hier hat erst die vierte die wir finden, einen Kartenautomaten. 
Die Fahrt nach Rosslare verläuft ereignislos, von den zahlreichen Schlaglöchern, Spurrillen und Bodenwellen abgesehen. 

In Rosslare stehen zwei Fähren zur Auswahl. 
Stena Line nach Fishguard, Irish Ferries nach Pembroke. 
Wir nehmen die Irish nach Pembroke. 


Die Überfahrt kostet 74 Euro pro Nase und Pferd, dauert ca 4 Stunden. 
Zu sehen gibts schnell mal nichts mehr ausser Wasser und schlafende Fahrgäste. 
Einige scheinen richtige Profis. Liegen unter Decken, mit Kissen am Boden. 

Nach etwa drei Stunden entdecken wir die ersten Ausläufer des United Kingdom,  genauer gesagt, eine Inselgruppe vor Wales. 



Es dauert noch gut eine Stunde bis wir den Hafen erreichen und von Bord können. 
Wir machen uns auf dem direktesten Weg den wir finden können auf die Socken Richtung England. 
England war früher mal Mitglied in der Europäischen Union. 
Mit früher meinte ich gestern. 
51.9 % der Briten wollen raus. Nicht jedoch die Schotten und die Iren. 
Mal sehen was da wird. 

In Swansea zeigt ein Schild auf der Autobahn den Weg zu einer Fährverbindung an, die es eigentlich nicht gibt.... aber das werden wir zuhause in Ruhe googeln. 
Erstmals gibts in einem Starbucks einen Kaffee. 

Kurz nach der Bristol Bridge ein Gewitter. 
Wohl keinen Kilometer von uns entfernt. 
Ein paar erste Tropfen. 
Wir schauen das wir wegkommen. 
Gehen bei Weston super Mare von der Autobahn ab und auf die Suche nach einer Unterkunft. 
Gerade ist Ebbe, heftiger Wind. Sand vom Strand in der Luft. 



Die erste Adresse die wir ansteuern hat ein Zimmer frei. 
Super!

Geduscht und gestriegelt gehts auf Futtersuche. Bei einem "Italiener" werden wir fündig. 
Der Wind hat nachgelassen, wir können sogar draussen auf der Terasse essen.


Wir beobachten die Möven bei ihrem Spiel mit dem Wind und geniessen
den Sonnenuntergang. 





Der Süden Irlands

So südlich erscheint er uns für den Moment grad nicht. 14 Grad und heftiger Regen. 
Wir verabschieden uns von Daniel und Hansi. Zwei GS Fahrer aus Kufstein Oesterreich. 
Sie sind schuld das es heute bereits elf Uhr ist wie wir los fahren. 


Mittlerweile scheint die Sonne. Der Wetterwechsel geht sau schnell. 
Quasi von einer Minute zur andern. 


Wir entdecken Klippen Abschnitte die wir fast genauso schön finden wie die Cliffs of Moher, nur das hier kein Mensch im Weg steht beim geniessen des Ausblicks. 



Wir verlassen die Küstenstrasse für einen Moment, suchen nach einer Tankstelle. Ich frage mich gerade wieviel Sprit wir bisher wohl verfeuert haben. 


Immer wieder entdecken wir Wege an den Atlantik. So werden wohl aus den eingeplanten 260 Kilometern etwa 300, Ehe wir gegen 18:00 Uhr Waterford erreichen. 

Mit Waterford haben wir eine in meinen Augen ziemlich unattraktive Stadt und in dieser den wohl lautesten Pub entdeckt.