Karussell zu dritt

Die Wetterprognosen versprechen ein super tolles Weekend. Sommerliche Temperaturen Mitte September.
Nichts wie auf die Raketen und ab in die Alpen.
Geplant sind diverse kleinere und grössere Pässe. Darunter Susten, Grimsel, Nufenen, Lukmanier usw.
Wir werden nicht die einzigen sein, das sind wir uns bewusst.

Erstmal sieht der Himmel nicht wie versprochen blau aus. Im Gegenteil. Wolken verhangen und eher kühl ist das Wetter wie wir aus der Garage rollen.

Es geht via Beromünster nach Gisikon. Michaelskreuz ist der erste Übergang auf dem Tagesprogramm. Ca 340 Kilometer sollens werden heute.
Erstmal ist nichts mit Aussicht und Sonne.
Dafür haben wir die  Strasse für uns alleine. Ist doch auch etwas.
Küssnacht am Samstag Morgen. Noch ist wenig Verkehr.
Entlang dem See erreichen wir den Fähranleger in Gersau. Seit gestern wäre die Axenstrasse wieder offen, aber so eine kurze Seeüberquerung ist unterhaltsamer.


In Beckenried gehts auf die Autobahn bis Amsteg. Wir sind ja nicht bloss zum Spass unterwegs. Ein bisschen Fahrstunde steht ja auch an heute.
Amsteg bis Wassen, eine Strecke die mir persönlich sehr gefällt.
Aus dem Augenwinkel sehe ich ein Schild am Strassenrand.
Ortsdurchfahrt Wassen von 11:00 bis 13:00 Uhr gesperrt.
Aha, jetzt ist 10:30 Uhr. Das sollte eigentlich reichen.
Habe jedoch keinen Plan weshalb die das Dorf sperren wollen.
Wir erreichen Wassen noch vor 11 Uhr. Dürfen auch ins Dorf. Mittendrin versperrt uns jedoch ein Mensch in Uniform den Abzweiger Richtung Susten. Freundlich zwar, aber bestimmt.
Die Strasse ist gesäumt von hunderten Menschen.
Sie stehen da und staunen wie Kühe wenns donnert. Und wegen letzteren  ist auch die Strasse gesperrt.
Alpabzug.
Also statt Susten und Grimsel, Schöllenen und Andermatt.
Jo de halt
In Andermatt erstmal Kafi und Gipfeli und Lage peilen.
"zwei Latte Macchiato ond es Kafi".
"döfe mer au no es Gepfeli ha?"
Nö, dürfen wir nicht.
Da über die Strasse hat es einen Beck, wir dürfen sie hier essen, es sei im egal, meint der Kellner.
Ok, passt.

Gestärkt, weiteres vorgehen besprochen, machen wir uns auf, über die Furka.
Ich erwische einen Slot mit null Verkehr vor mir. Hinter mir zwei Schwestern meiner Zicke.
bääämm bäämmm bäämm.... ein Heidenspass.
Zwei Italiener, Hände werden geschüttelt, Fotos gemacht.


Runter nach Gletsch, ins Goms und hoch auf die Passhöhe des Nufenen.
Wieder passt es mit dem Verkehr.
Wohnmobile haben auch etwas für sich. Hast du sie erstmal hinter dir gelassen ist die Strasse vor dir meist frei.




Da wir die Abkürzung genommen haben, ohne Susten und Grimsel, sind wir früher dran als geplant.
Verzichten auf die Autobahn und rollen auf der Kantonsstrasse nach Biasca.
31 Grad. Wärmer muss nicht sein.
Zügig erreichen wir die Passhöhe des Lukmaniers.
Corinne wird später erklären, das sie den Lukmanier nicht besonders toll fände.
Er habe ihr zu wenig schöne Kurven.
Ich merke, die Anforderungen an meine Routen Planung steigen.

Disentis, links weg Richtung Oberalp. Sedrun, wir stehen vor dem Hotel Cresta in Rueras.
Der Empfang ist überaus freundlich.
Wir sollen doch die Motorräder gleich in die Garage stellen.
Das Zimmer ist super. Gross, heimelig eingerichtet..
Für mich ist das Cresta eine echte Entdeckung.
Entsprechend wird der Tag gefeiert


Sonntag, 15.09.2019


Das gestrige Nachtessen, wie auch das heutige Frühstück, waren super.
Wir sind etwas später als geplant unterwegs Richtung Oberalp.
Auch heute passt es super mit dem Verkehr.
Zum zweiten Mal an diesem Wochenende geht es auf die Furka. Cedi und Corinne haben etwas weniger Glück wie ich, sie hängen hinter diversen Wohnmobilen fest.
Mein Rat, anhalten, eine Zigi rauchen und warten bis es besser passt.
Heute geht es in Gletsch rechts, Grimsel steht auf dem Wegweiser.
Vor mir ein weisses Camaro Cabrio. Dessen Fahrer filmt, während dem fahren, das Panorama, kommt dabei immer mehr nach links.
"en riese Dobbel"
Wie er von Corinne und Cedi überholt wird gibt er Gas.
"eigentli setsch settig döffe Chläpfe"

Auf dem Grimsel gibts Kafi, Sonne und Panorama. Die letzten beiden gratis.



Hunderte sind wie wir unterwegs über die Pässe.
Das hat auch die Polizei aus dem Bau gelockt.
Unterhalb Guttannen entsteht so spontan eine Art Bikertreffen.
Später wird wohl die Jungfrau Zeitung darüber berichten.
Wir dürfen unbehelligt passieren, weder zu schnell noch zu laut, interessiert sich niemand für uns.

Am Brünig ist wieder mal fertig lustig. Busse quälen sich über die Passtrasse.
Ein hin und her zwischen Interlaken und Luzern.
Besser passt es dann auf der Panoramastrasse Richtung Sörenberg. Zumindest für mich.
Einmal mehr habe ich die Strasse für mich, geniesse Fahrt und Aussicht.
Schlussendlich heisst die Strasse ja nicht umsonnst Panoramastrasse.


In der Nähe von Schüpfheim lernen wir ein paar junge Biker aus dem Aargau kennen.
Zwei mit L am Heck, Einer ohne.
Es sei abgebrochen.
Katzenauge fehlt auch und die Auspuffanlage von Akrapovic.
DB Killer brauche diese anscheinend nicht meint der Pilot der Rennsemmel.
Jeans und Wanderschuhe runden das Bild ab.
Ich will an dieser stelle nicht den Moralapostel spielen.
Jedoch ist meiner Meinung nach Laut out.
Lärm ist einer der Gründe, weshalb in Deutschland Strecken für Motorradfahrer gesperrt werden.
Auch Österreich zieht bereits nach.
Dolomiten usw...

Kurz vor Entlebuch verlassen wir die Kantonstrasse. Biegen links ab, Richtung Doppelschwand und Romoos.
Ich liebe diese Strecke über den Hügelzug.
Tolle Strasse, Hammer Weitblick, kaum Verkehr.
Vis Steinhauserberg umfahrenb wir den Ortskern von Wolhusen.
Via Geiss lassen wir Menznau und Wilisau links liegen und sind eins zwei in Sursee.
Für mich die Entdeckung, nicht Sursee. Ich meine die Abkürzung.
Kurvenreicher als die Kantonsstrasse, viel Kurzweiliger  als gewohnt.

In Sursee, mitten in einer 30er Zone, entmaterialisiere ich mich anscheinend kurzfristig.
Zumindest fallen Corinne und Cedi nicht auf, das ich links abbiege. Sie fahren geradeaus weiter.
"öhhh Hallo? Wo sender?"

Schenkon, Rickenbach, Reinach. Vor uns ein Pferdetransporter auf Schleichfahrt.
Ich verpasse das angestrebte Tagesziel, 16:00 Uhr zu Hause, um 5 Minuten.
240 Kilometer und dieser Rösseler versaut mir den Plan kurz vor Ende der Tour.
Sache gets :-)

Eine tolle Tour mit vielen tollen Kurven und Eindrücken findet ihren Abschluss mit dem obligatorischen Bier nach vier.




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About Daniel Stotz

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