warum wir tun was wir tun

Ja, ein schlauerer Titel für den nun folgenden Post ist mir beim besten Willen nicht in den Sinn gekommen.

Kommt mir eine Erklärung in den Sinn? Wohl eher nicht.
Und doch, es ist dieses Gefühl, das Gefühl der Unbeschwertheit, das durch Kurven surfen. Der Druck der Maschine unter deinem Hintern.
Kaum sitzt Du auf dem Bike, da ist alles andere Weg. Der Kopf ist frei, die Konzentration gilt nur noch den paar Metern Strasse vor dir, dem Verkehr um dich herum.

Ja, ein gewisses Risiko ist da, fährt immer mit, klopft ab und an an den Helm, will dir sagen "Hallo, bei allem Spass, vergiss nicht, ich bin da":

So auch an diesem Samstag.

Diese Ausfahrt beginnt schon am Freitag Abend bei einem feinen Cordon Bleu.
Restaurant Dietiker in Suhr, In Sachen Cordon Bleu verstehe ich keinen Spass.
In Suhr wurde ich noch nie enttäuscht.
Wir sprechen uns also ab, Samstag Morgen, 09:15.
Vorausgesetzt, Hosen passen, Batterien tun wo zu Batterien gedacht sind.

Ich geh also in die Garage, wissend das meine Batterie wohl ziemlich in den Knien ist.
An der einzigen Steckdose in unserer Tiefgarage, will unser Nachbar seinen Elektro Rollstuhl aufladen.
Ich denke mir, wenn ich dem sein Kabel jetzt ausziehe, ist zwar meine Batterie geladen, er muss dann aber wohl zu Fuss gehen bzw zu Hause bleiben.
Also nochmal hoch, einen Mehrfachstecker holen.

Wir sind beinahe pünktlich am Treffpunkt. Gut gelaunt. Freuen uns auf die bevorstehende Tour.
Sind entsprechend aufgekratzt.
Kurz die Reihenfolge der Fahrer abgesprochen, gehts los.
Wenige 100 Meter später, zähle ich in meinem Rückspiegel nur noch zwei "Follower".
Also rechts ran, warten, fängt ja toll an denk ich mir.
Aber irgend was stimmt da nicht sagt mir mein Gefühl.
Es geht zu lange.
Ich lasse also meine zwei Begleiter stehen und fahre das kurze Stück zurück.
Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Ein Motorrad liegt auf der Strasse, genervte Autofahrer zirkeln drum rum. Seine Fahrerin steht auf dem Gehsteig, zum Glück, sie steht.
Was da wohl passiert ist? Auto scheint keines involviert.
Ein kurzes "alles gut bei Dir" und ich widme mich der Kawa auf der Strasse.
Schnell weg damit eh noch jemand auf die Idee kommt irgendjemanden anzurufen den wir jetzt definitiv nicht involviert haben wollen.

Dem Bike gehts gut, seine Fahrerin meint ihr Fuss sei hin.
Da sie über Fachkenntnisse verfügt, stelle ich die Diagnose wenig in Frage, hoffe aber insgeheim das es nicht grad so Arg sein muss.
Am Ende ist es ein "Umfaller" beim abbiegen, mehr ist da nicht und wer meint das können ihm nie passieren, abwarten, irgendwann kommt der Tag.

Später kommt die Meldung via Whatsapp... Bein gebrochen, Montag wirds geflickt.

Ja und wir? wir sind natürlich nun erstmal etwas "down". So haben wir uns das nicht vorgestellt,
beschliessen jedoch, die Tour wie geplant in Angriff zu nehmen.

An dieser Stelle der Gedanke welcher zum Titel führte.
Wieso sind wir nicht nach Hause, sagen uns, schlechtes Karma für diesen Tag.
Vielleicht weil wir so etwas wie süchtige sind, süchtig nach dem nächsten kick?
Liest sich vielleicht etwas zu dramatisch etwas zu überzogen, Dennoch, eine Ähnlichkeit zu einem Suchtverhalten lässt sich nicht abstreiten.

Wir fahren also los. Erlinsbach, Salhöhe. Frage mich gerade, weshalb wir dieses Pässchen nicht öfters fahren. So nah von zuhause und eigentlich recht spassig zu fahren.
Anwil und weiter über die Schafmatt nach Rohr, Stüsslingen, Lostorf, Mahren Trimbach und rauf auf den Hauenstein.
Ein Motorrad steht auf dem Parkplatz. Unterwegs begegnet uns keines.
Ist doch tolles Wetter heute? Alle an der Swissmoto?

Chalhöchi und rüber zum Chilchzimmersattel.
Hier im Schatten liegt noch Schnee auf der Strasse. Zwei schmale Bänder sind frei. So kann Cedric ein wenig Spurgasse fahren üben.
Es fehlt wenig und wir müssten umdrehen.




(Chilchzimmersattel)


Langenbruck links weg, gehts zur Breitenhöchi und weiter Richtung Scheltenpass.
Die Welt ist ein Dorf und jeder kennt jeden.
Wir lesen später das Beat mit seinem Jeep ein Stück hinter uns gefahren sei.
Auf dem Schelten gibst erstmal ein Kafi und für die unter uns, welche keinen "Griffel Toaster" haben die Gelegenheit die Klammern aufzuwärmen.


Vom Scheltenpass gehts Richtung Delemont, lassen dieses aber rechts liegen und fahren nach Moutier. Hoch zum Ecorcheresses.
Ich liebe diese Strecke. Noch mehr liebe ich es wenn ich sie für mich alleine habe. So wie heute.
Herrlich!

Überhaupt ist heute super wenig los auf der Strasse. Tramelan, Mont Tramelan, Mont Croisin. In der Ferne der Chasseral. Heute nicht, noch zuviel Schnee auf der Nordseite.

Aber auch die Strecke über Petit-Savagnier nach Enges macht Spass.
Ein Grund mehr dafür, warum wir tun was wir tun.
Wir geniessen die Aussicht auf Bieler- und Neuenburgersee. In der Ferne die Alpen.
Die drei bekannten Berner, Eiger Mönsch und Jungfrau zum greifen nah.



Wir durchqueren die Ebene und fahren hoch zum Mont Vully
Noch einmal werden Aussichten bestaunt.




Wir beschliessen ein Stück auf der Autobahn zu fahren.
Schlechter Plan, tausend andere scheinen die selbe Idee gehabt zu haben, weshalb wir diese schnell wieder verlassen und den weiteren Heimweg auf Nebenstrassen zurück legen.

Für heute reicht es, ziemlich genau 300 Kilometer. Das Bier schmeckt herrlich. Zu mehr als einem Fertig Fondue reicht jedoch die Energie nicht mehr.

Und wieder die Frage nach "warum wir tun was wir tun".
Bin mal gespannt ob von irgendwo eine Erklärung kommt.




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About Daniel Stotz

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