Sonntag, Juli 02, 2017

11. Tag, der Målselvfossen, oder wenn der Zufall Regie führt


Das Frühstück und das Wetter halten sich die Waage.
Wenig berauschend... wird wohl ein eher feuchter Tag werden.
Somit wenig Fotos von unterwegs um gleich mal die Erwartungen etwas zu dämpfen.

Wir machen uns auf den Weg nach Rundhaug.
Noch bevor wir die Lofoten hinter uns lassen, meldet die "Dicke" das wieder Mal ein Tankstopp fällig wird.
Die ersten zwei Möglichkeiten lasse ich noch aus, keine Ahnung weshalb ich mich dann für die dritte am Weg liegende Tankstelle entscheide.
Vielleicht weil Mathias einen Bruder hat.
Vielleicht weil dieser Bruder eben gerade Geburtstag hatte und bei der ........... arbeitet.
An der Tankstelle treffen wir auf Reisende aus der Schweiz.
Es entwickelt sich ein kurzes Gespräch über das woher und wohin.
Ein Wort ergibt das andere, bevor man sichs versieht landet man beim arbeiten und erkennt das der Bruder von Mathias und unsere Zufallsbekanntschaft den selben Arbeitgeber haben.
Mehr noch dicke Freunde sind und oft zusammen ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs sind.

Sachen gibts.

Tunnel wechseln sich ab mit Brücken. Bei Steinsland verlassen wir die Lofoten endgültig.
Die Brücken sind beeindruckend... noch mehr jedoch die Tunnel. Diese führen teilweise steil hinunter, oft über 100 Meter unter den effektiven Meeresspiegel und unter einem Fjord hindurch, um am anderen Ufer ebenso steil wieder ans Tageslicht zu führen.

Bei Fossbakken sind wir nahe der Schwedischen Grenze, merken davon jedoch reichlich wenig.
Unterwegs durchqueren wir das eine oder andere Örtchen wo es sich eventuell sogar lohnen würde einen kurzen Zwischenstopp ein zu legen.
So zum Beispiel Bardufoss.
Bardufoss scheint ausnahmsweise so etwas wie ein Touristisches Zentrum zu haben.
Wir fahren vorbei an Restaurants, gleich mehrere..... da sitzen sogar Leute draussen.
Aber wie das manchmal unterwegs so ist, irgendwie sind wir zum einen schon ziemlich Nahe an unserem heutigen Etappen Ziel, zum anderen gehts manchmal beinahe ein wenig zu schnell und man ist vorbei.
Und heute ist vorbei nicht bloss vorbei, sondern unversehens in einer grösseren Baustelle. Umdrehen unmöglich.
Sowieso... was man hier unter Baustelle versteht wird bei uns als Kiesgrube bezeichnet und normalerweise für jeglichen Verkehr gesperrt.

Bardufoss ist übrigens etwas mehr als Bloss ein urbanes Zentrum.
Bardufoss verfügt über einen Flugplatz und ist Standort mehrer militärischen Einheiten der Luftwaffe.
Der Flughafen wird von Bombern sowie einer Drohnenstaffel genutzt.
Mein Bomber vermeldet übrigens wieder Mal einen leeren Tank. Bis zum Hotel und zur nächsten Tankstelle wird es jedoch noch locker reichen.

Die 87 entpuppt sich als spassige Strasse mit tollen Kurven durch Norwegische Wälder.
Hammer... Kurven Surfen... es mach riesig Spass.
Noch einmal links abbiegen und wir sind in Rundhaug und somit unserer heutigen Unterkunft.

öhhhh??
Sieht irgendwie falsch aus. Das Hotel steht zwar da, daneben ein Lebensmittel Geschäft sowie zwei bis drei weitere Häuser.
Aber irgendwie wirkt das ganze wie ausgestorben.
Kein Schild am Strassenrand. Kein Auto auf dem Parkplatz, kein garnichts.
Der versuch die Türe zum Hotel zu öffnen bestätigt was vom Schiff aus zu sehen war.
Niemand zuhause.
Irgendwie sieht es auch nicht danach aus als ob da überhaupt kürzlich wer war.
Der Rasen ziemlich hoch... Unkraut.
Was nun?
Anrufen, keine Antwort, auch kein Anrufbeantworter.
Webseite. Zwar vorhanden, aber auch nicht hilfreich.
Hier warten und sehen was sich ergibt?
Nö.
Wir beschliessen uns in die am erfolgversprechendsten Richtung zu bewegen und zu schauen ob unterwegs so etwas ähnliches wie ein Bed and Breakfest finden lässt.
Aber einmal unterwegs wird uns schnell klar das erstmal nichts kommt.
Die einzige Möglichkeit, nochmals zurück und auf der anderen Seite des Flusses, vorbei an unserem Hotel, unser Glück versuchen.
Wir nähern uns dem Hotel, steht doch da ein Auto auf dem Parkplatz und die Haustüre offen.
Echt jetzt?
Hinein und eingechekt.
Ja es tue ihr leid, sie hätten eigentlich noch geschlossen, (ist uns aufgefallen) würden eigentlich erst Morgen öffen. Da komme dann eine Gruppe von Fischern und dann sei auch die Küche geöffnet.
Wie Küche geöffnet?
Ist die zu?
(Wer hat den Schlüssel?)
Ja, die sei heute zu... eben, weil sie ja eigentlich erst Morgen öffnen.
Wo wir essen können? Da habe sie jetzt eigentlich auch gerade keine Idee.
Wir müssten wohl zurück nach Bardufoss... etwas anderes kenne sie auch nicht.
Sonnst gäbe es hier nichts und der Laden habe heute Sonntag auch geschlossen.
"joooo super, hämmer au scho gmerkt"

Bardufoss? Das sind wohl 1 Stunde Weg hin und 1 Stunde zurück.
Hunger? Auf jeden Fall.
Also los.

Wir sind keine 10 Minuten unterwegs, sehe ich im vorbeifahren aus dem Augenwinkel ein Hinweisschild zu einem Campingplatz.
Wir drehen um und folgen dem Hinweisschild.
Vielleicht haben die ja dort einen Laden wo sich etwas einkaufen lässt.
Wir finden den Laden, den Camping Platz, den grossen Wasserfall, den dazugehörigen Parkplatz, und das Restaurant.

"Jo nei esch klar, öppis anders kennsch ned" Wollte die uns verarschen?
Im Restaurant gibts Menue vom Buffet




Das Essen ist noch nicht mal schlecht. Renntier geschnezeltes... Hammer. Wir hauen uns die Bäuche voll.


Wir beschliessen noch das eine oder andere Bier mit ins Hotel mit zu nehmen, da wohl der Kühlschrank in der Küche und die Küche geschlossen ist.


Noch was zum Wasserfall... so ziemlich alle einschlägigen Reiseportale und deren Benutzer sind der Meinung man müsse den Målselvfossen unbedingt besuchen.
Die Gesamtfallhöhe ist 22 Metern, die des Rheinfalls im übrigen 23 Meter.
Als mittlerer Sommerabfluss wird der Rheinfall mit etwa 600 Kubikmetern pro Sekunde angegeben, beim Målselvfossen beträgt dieser etwa 750 Kubikmeter pro Sekunde.
Im übrigen würde er 2003 zum norwegischen Nationalwasserfall gekürt.

Und wir? Wir fahren da einfach mal ziemlich ungeplant und zufällig, getrieben von Hunger einfach Mal so dran.
Sachen gibts.

Zurück im Hotel, ausgestattet mit Norwegischer Braukunst, nehmen wir auf der Terrasse unseres Hotels Platz.
Mathias feuert eine seiner mitgebrachten und für spezielle Momente gedachten Zigarren an.
Dreissig Minuten später ergreifen wir, angegriffen von Mücken Schwärmen die Flucht nach drinnen.
Zum aller ersten Mal erleben wir sie. die gefürchteten Mücken.
Angeblich stechen sie durch Kleider und saugen einem in kürze leer.
Die Bister werden ihrem schlechten Ruf mehr als gerecht.
Wir sitzen nun also in der Bibliothek und lassen den Abend zwar mit Bier jedoch ohne Rauchopfer ausklingen.



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