Donnerstag, 22. Juni 2017

Nordkap, die Reise beginnt. 1.Tag

Schlecht geschlafen. Tausend Dinge im Kopf. Nichts vergessen? Alles wichtige dabei?
Fährt der Zug? Stimmt alles mit der Buchung?
Immerhin sind etliche E-Mails und Telefon Anrufe nötig gewesen bis alles soweit geregelt war mit dem Autoreisezug.

08:00 Uhr, knapp zwei Stunden Schlaf, der Wecker klingelt.
Duschen folgt später. Erst Mal die Waffen laden... heisst, beide tanken, Luft kontrollieren und Gepäck fest zurren.
Ein 30er Kriega auf den Duke, eine grosse und eine kleine Enduristan auf die Zicke. Beide Taschen der Seitenkoffern randvoll.
Irgendwer hat wohl irgendwie doch mehr eingepackt als vorerst angenommen.
Egal, Platz hats genug.

Es ist heiss, bereits jetzt läuft einem der Schweiss nur so den Rücken runter.
Noch kurz unter die Dusche und Mathias steht vor der Tür. Pünktlich wie verabredet.
Wir sind abfahrbereit.


An der Hauptstrasse steht ein Verabschiedungskomitee, winkt mit Schweizerfähnchen. Ich glaub meine Mutter würde wohl, könnte sie, auf einer unserer Maschinen Platz nehmen, die Reise mit uns mitmachen.

Wir kommen gut voran, besser wie erwartet, ohne Stau. Gut so, es ist heiss, sehr heiss. 34 Grad, teilweise darüber.
15:30 Fahren wir in Lörrach aufs Bahngelände. Ein Zug steht bereit, ein Autozug. Bahn Touristik Express steht auf den Wagons. Unser Zug.
Er steht an der Sonne... kein Schatten weit und breit.... Check in... kurz anhalten... die Hitze ist wie ein Hammerschlag.
Mit den Reise Dokumenten passt alles, jeder kriegt ein A4 Blatt, Lörrach --> Hamburg für vorne aufs Motorrad.
"Ganz hinten bei den anderen Motorrädern warten"
Ganz hinten ist in diesem Fall ganz vorne, aber egal, wir wissen was gemeint ist.
Bereits stehen ein paar Amerikanische Eisen ganz hinten, äh vorne, egal.
Ein Imbisswagen, Würste, Hamburger, Wasser, Bier.
Wir bestellen Bier, sind zwar noch nicht auf dem Bahnwagen, aber passt schon.
Sofort aus den Motorrad Anzügen, kurze Hosen T-Shirt.


Innert kürzester Zeit ist eine unterhaltsame Runde beisammen. Deutsche, Schweizer, mit Motorrad, ohne Motorrad. Woher kommt ihr, wohin fahrt ihr?
Ein paar "Ah, da waren wir auch schon" oder "ohhh, da wollten wir schon lange Mal hin" werden ausgetauscht.
Aber für alle ist nun erst Mal das nächste, kurzfristige Ziel das selbe. Hamburg. Für die einen, zb für uns, der Beginn einer tollen Reise, für andere der Nachhause Weg.

Obwohl ein scheinbarer grenzenloser Durst vorhanden wäre, sind wir erstmal vorsichtig mit den Bieren.
Noch stehen die Motorräder nicht auf dem Zug.
Gegen halb fünf dann der Aufruf..."erstmal 40 Motorräder bitte auf den Zug fahren".
Es sind wohl gegen 60 die Warten.
Wir sind bei den ersten 40.
Der Zug ist niedrig, sehr niedrig, meine ADV ist hoch. Ich liege mehr als dass ich sitze, über den Tank. Rumms... ich schlage mit dem Kopf gegen die Decke des Waggons.
Rumms ein zweites und ein drittes Mal. Irgendwann stehe ich ganz hinten auf dem Zug.
Oder wars jetzt vorne?

Festmachen übernimmt das Personal der BTE. Tschüss Zicke, wir sehen uns dann morgen früh in Hamburg wieder.

Abteil suchen, wieder die Frage, wo ist vorne, wo ist hinten.... es ist heiss.
Im Zug wohl 40 Grad, eventuell auch mehr.
Wir erhalten das versprochene Liegewagen Abteil. Exclusiv für uns zu dritt. Normal wäre es für 5 Personen.
Nun beginnt die Warterei. Der Zug steht an der prallen Sonne.
Wir kochen.
Biere werden gesucht und im Speisewagen gefunden.
Der Zug steht nach wie vor. Aussteigen dürfen wir jedoch nicht mehr.
Das einzige Fenster in unserer Nähe, der Sonnenseite abgewandt wird zum Treffpunkt aller in diesem Wagen Mitreisenden.


Klimaanlage? "Nöö, haben wr nich"
Wir steigen von Bier auf Wasser um.


Irgendwann setzt sich der Zug in Bewegung... wir hängen uns aus den Fenstern, kommen uns vor wie zur Pionierzeit der Eisenbahn.
Dämmerung bricht herein, eine Durchsage verspricht etwas Linderung. Der Zug werde in Kürze an einem Bahnhof kurz anhalten, wer wolle dürfe nach draussen, solle aber in der Nähe der Türen bleiben.
Wir wollen, und wie.
Etwas kühler ist es als wie im Zug.
Dann ein Pfiff, alles einsteigen, es gehe weiter.
Wo zu dieser Halt, noch haben wir keine Ahnung.
Unterwegs dann das eine oder andere SMS von Bekannten aufs Handy.
"Seid ihr auch gestrandet?"
"wie läufts bei euch"

In Hamburg soll scheinbar ein Unwetter gewesen sein, ein ziemlich heftiges.
Wir merken nichts davon, ausser das unser Zug wieder einmal hält und wir so langsam weich gekocht sind.
Obwohl Liegewagen und eigentlich recht komfortabel, ist an schlafen nicht zu denken.
Es ist kurz nach zwölf, wir stehen irgendwo im Nirvana auf einem Bahnsteig. Ich habe Geburtstag.
Immerhin, langsam wird es etwas kühler. Nicht im Zug, aber wenigstens draussen auf dem Bahnsteig.
Ich beginne meinen Geburtstag also rauchend, schwitzend, fluchend. Im Wissen das ersteres ungesund, zweiteres unabwendbar und letzteres auch nichts bringen wird.

Pfiff, rein, Türen zu, aus dem Fenster hängen, es geht weiter.
Und doch, so gaaaanz gaaaanz langsam wird es kühler.
Immer ein wenig mehr.
So gegen 3 Uhr greife ich mir eine Decke.
Kurze schlaf wach Phasen wechseln sich ab.
Das eine oder andere Mal höre ich Stimmen draussen, höre wie Hamburg, Unwetter, Umleitung erwähnt wird.
Wird wohl klappen hoffen wir. Haben ja genügend Puffer Zeit zwischen der Ankunft in Hamburg Altona und Abfahrt der Fähre in Kiel.

Es wird hell, Bahnsteige von Orten, mit Namen welche wir noch nie gehört haben, ziehen an uns vorbei. Mal grösser, mal kleiner.


Irgendwie, BTE sei Dank, erreichen wir unseren Zielbahnhof, Hamburg Altona.
Eine Stunde Verspätung...easy, Hauptsache angekommen.
Nun noch die Zicken vom Zug holen und los gehts.
Sie stehen da, wie wir sie in Lörrach zuletzt gesehen haben.
Ordentlich fest gezurrt.
Das Abladen vom Zug macht Spass. Wann kann man schon mal mit dem Motorrad direkt durch eine Bahnhofshalle fahren.

Wir sind nun in Hamburg unterwegs, Zwei Mal links, einmal rechts, wieder links.
Autobahnschild Kiel.
Super, alles easy.
Baustelle, Stau, aber es fährt.
Kurzer Stau aber lange Baustelle.
Uns scheint, die Baustelle fange in Hamburg an und Ende kurz vor Kiel.
Aber auch in Kiel, zwei links, zwei rechts, wir stehen vor der "Color Magic"


Ein ziemlich grosses Schiff.
Kurzes Eincheken, lange Wartezeit. Wir sind gut eineinhalb Stunden zu früh.
Dann Zwölf Uhr, das Verladen beginnt.
Kurze Hektik, zwei Mal rechts, lange Wartezeit. Direkt vor der Verlade Rampe.
Lastwagen mit Anhänger, welche ohne Anhänger, Anhänger ohne Lastwagen werden zuerst verladen.
Dann sind wir dran. Mit wir meine ich Corinne und Mathias.
Ich muss warten.
Seltsames Gefühl zu zu sehen wie meine Zaubermaus mit einem anderen davon fährt.
Ich darf auch, aber nicht auf das selbe Deck wie die anderen vor mir.
Ich muss unten rein, Deck 3, als einziges Motorrad.
Habe ich eine Sonderbehandlung verlangt?
Nä-ä.

Ich suche unsere Kabine, finde diese, auch Mathias und meine Zaubermaus.
Wunderbares Kabäuschen... genügend gross, Fenster mit Ausblick, Dusche, WC.
Vom feinsten.
Nach gefühlten 30 Sekunden stehe ich bereits unter der Dusche.
Nach der Zugfahrt eine Wohltat.

Das Schiff hat 15 Decks, Einkaufspassage, Fittnes, Spa, Hallenbad, Golf Simulator und und und.


Frisch geduscht wird alles erkundet.
Bier und Pizza bestellt.
Bier Super, Pizza hässlich.

Wir laufen aus.
In Kiel ist "Chilbi"
Kieler Wochen, viele schöne Schiffe, kleine, grosse, alte neue.



Langsam macht sich Müdigkeit bemerkbar.
Spontan werden Betten ausprobiert.
Zwei Stunden Power Nap.
Dann gehts wieder ins Dorf.
Wir entern das grosse Auditorium, geniessen die Show. Live Musik mit den Hits aus 4 Epochen.
Sehr unterhaltsam. Wir haben tolle Plätze mit guter Sicht auf die Show Bühne.
Einen Long Island Ice Tea und zwei Bier später, es ist 23:00 Uhr, sind wir bereits wieder reif für die Koje.
Noch kurz aufs Sonnendeck, es ist noch beinahe Taghell.






















Reaktionen:

1 Kommentar:

  1. Sehr schöner Start.
    Einer der dir unbekannten Orte, ca. 1 Stunde vor Hamburg, ist mein Geburtsort Rotenburg.

    In Kiel durfte ich einige Jahre leben. Und die Kieler Woche ist der Hammer!

    Gute Weiterreise.
    Holger

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